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11/18/2017

Luxus auf dem Lande

Das Leben ist ungerecht, aber nicht immer zu unseren Ungunsten. Wir dürfen uns schon glücklich schätzen, dass wir an einem so schönen Fleckchen der Erde leben. Viele hier sind sicher dankbar, dass sie am Ammersee sind, und nicht nach Kabul, Harare oder Gelsenkirchen verschlagen wurden.

Die soziale Frage

Diese Ungerechtigkeit, dass es einige besser und viele schlechter erwischen, hat den russischen Schriftsteller Leo Tolstoi stark beschäftigt. Selber stammte er aus einer wohlhabenden Adelsfamilie. Nach ausgedehnten Reisen und Jahren in Moskau und St. Petersburg, verbrachte er das Ende seines Lebens auf dem Land, im Familiengut Jasnaja Poljana.
SUV am AmmerseeDie feudalen Zustände im zaristischen Rußland fand er unerträglich. Er spürte, dass sich eine Revolution anbahnte. Den kommunistischen Ideen konnte er allerdings nichts abgewinnen. Er wandte sich einem mystischen Christentum zu, sah die Lösung in Nächstenliebe und Askese.
Gegen Ende seines Lebens wurde Tolstoi von verschiedenen Seiten bedrängt. Von seiner Ehefrau Sofia, die das Erbe ihres Mannes von der Familie betreut sehen wollte; Von seinem Verehrer Wladimir Tschertkow, der aus Tolstoi's Gedanken die Lehre des Tolstojanismus entwickelte; Von seinem jungen Privatsekräter Walentin Bulgakow, der sich von Tschertkow's dogmatischen Ansichten immer mehr abgestoßen fühlte (und den Selbstmord von Sofia verhinderte); Von Zar Nikolaus II., der in ihm einen gefährlichen Umstürzler sah.
Dieses turbulente letzte Lebensjahr Tolstoi's zeigt der Spielfilm "Ein russischer Sommer", der am 19. November im Studio Rose zu sehen ist. Helen Mirren und Paul Giamatti spielen mit, zwei Schauspieler, denen man immer gerne zuschaut.

Ein russischer Sommer

19. November 2017, 18:00 Uhr
Studio Rose
Bahnhofstrasse
Schondorf am Ammersee

Wird das Leben unbezahlbar?

Über die Kluft zwischen Arm und Reich diskutiert auch der Stammtisch der Uttinger CSU am 28. November im Kramerhof, Riederau. "Können wir uns in Zukunft das Leben am Ammersee noch leisten?" fragen die Landtagsabgeordnten Eberhard Rotter und Alex Dorow, die Gemeinderäte Andreas Streicher (Utting) und Rainer Jünger (Schondorf), und Tobias Schürer vom gleichnamigen Autohaus in Dießen.

Keine Spendensammlung

Der Titel könnte missverständlich sein. Es geht nicht darum, dass sich die fünf Sorgen um ihren Lebensstandard machen, und an diesem Abend Spenden sammeln. Mit "wir" sind ganz allgemein die Menschen am Ammersee gemeint. Oder besser gesagt die Menschen, die keinen eigenen Grund und Boden besitzen. Wer hier Immobilien hat, der kann sich das Leben am Ammersee locker leisten. Er freut sich über Wertsteigerung und sprudelnde Mieteinnahmen.
Schwierig wird es für jene, die zur Miete wohnen und nur über ein kleines oder mittleres Einkommen verfügen. Was kann die Politik tun, damit auch für solche Menschen das Leben hier bezahlbar bleibt?

KommWFP und SoBoN

Da es sich um eine Veranstaltung der CSU handelt, wird man vermutlich das hohe Lied auf das KommWFP hören, das Kommunale Wohnraumförderungsprogramm der bayerischen Staatsregierung. Vielleicht kommen aber auch andere Konzepte zur Sprache, wie die sozialgerechte Bodennutzung (SoBoN), oder genossenschaftliche Wohnprojekte. Mit Eberhard Rotter sitzt jedenfalls ein kompetenter Mann am Tisch, denn er ist Leiter der CSU-Arbeitsgruppe Wohnungs- und Städtebau.

Können wir uns in Zukunft das Leben am Ammersee noch leisten?

28. November, 19:30 Uhr
Kramerhof
Ringstraße 4
Riederau/Dießen

10/15/2017

Kreative Zwischennutzung

Gut, dass ich einen Hund habe. Dadurch habe ich jeden Tag Gelegenheit für einen Spaziergang durch unser Dorf, und stoße immer wieder auf interessante Sachen. Neulich zum Beispiel auf ein Art Displayment in der ehemaligen Gärtnerei Dumbsky in der Schondorfer Bahnhofstraße.

Kunst in der ehemaligen Gärtnerei

Art Displayment in der Gärtnerei

Diese Gewächshallen stehen ja nun schon eine ganz Zeit lang leer. Ich wundere mich direkt, dass sie noch nicht abgerissen und durch einen Appartmentblock ersetzt sind. Bis es so weit ist bieten die gläsernen Hallen aber einen wunderbaren Rahmen für kreative Zwischennutzung. Im Frühjahr gab es hier die Theater-Performance Erleuchthund (siehe Kreativität am Ammersee).
In der letzten Septemberwoche beherbergte die Gärtnerei nun, wie ich nur zufällig entdeckte, ein Art Displayment von Studio Global. Wir (Frl. Rosa und ich) steckten neugierig die Nasen hinein und entdeckten eine Kunstausstellung der etwas anderen Art.

Junge Künstler vom Ammersee

Beim Gespräch mit den beteiligten Künstlern habe ich erfahren, wer hinter der Aktion steht. Der junge Uttinger Künstler Nicolai Kovács nutzt die leerstehenden Räume wohl schon einige Zeit als Atelier. Er hatte schon länger geplant, hier eine Ausstellung zu organisieren, weil "die Räume aufgrund der großen Fläche und der 'industriellen' Loft-mäßigen Stimmung prädestiniert dafür sind."
Unter dem Projektnamen Studio Global (hier auf Facebook) versammelte er einige Künstlerfreunde vom Ammersee, aber auch aus München und Düsseldorf. Zusammen verwandelten sie die Gärtnerei in eine Kunst- und Performance-Bühne.
Gezeigt wurde eine bunte Mischung aus Zeichnungen, Collagen, Holzschnitzereien, Photos und Videos. Sichtlich kamen einige der Künstler aus der Street Art und Graffiti-Szene, was den Arbeiten einen frischen, rauhen Charme gab. 

Party zur Finissage

Studio Global in der ehemaligen Gärtnerei Dumbsky
Photo © Valentin Hesch
Generell fiel mir auf, dass die gezeigten Arbeiten so gar nichts Dekoratives hatten. Hier hatte sich sichtlich niemand Gedanken über die Vermarktbarkeit seiner Kunst gemacht (Passt das Bild ins Wohnzimmer des potenziellen Käufers?). Mir gefiel auch der Mut zur großen Inszenierung, z.B. bei Lisah, die im stockfinsteren Keller ihre Miniaturwelten in Gläsern ausstellte.
Auffällig war außerdem, dass die beteiligten Künstler lauter junge Menschen waren. Üblicherweise sieht man in den Schondorfer Galerien ja eher Ü40-Kunst. Ich meine das nicht wertend, aber es hat gut getan zu sehen, dass es in der Ammersee-Kunstszene auch frisches Blut gibt.  
Und noch einen weiteren Unterschied zu den üblichen Kunstausstellungen gab es: Zur Finissage fand eine ordentliche Party statt. Leider habe ich diese versäumt, ich hätte mir gerne die verschiedenen DJ Sets oder Sascha Vaymer's experimentelle Cellomusik angehört.
Jedenfalls scheint es recht lebendig gewesen zu sein, und angeblich gab es auch prompt Beschwerden einiger Nachbarn. Wo kämen wir da hin, wenn in Schondorf nicht pünktlich um 22:00 Uhr die Gehsteige hochgeklappt werden?
Ich hoffe, dass die Glashäuser noch eine zeitlang erhalten bleiben und ich noch mehr von Studio Global zu sehen bekomme. Beim nächsten Mal will ich die Abschlussparty keinesfalls versäumen.

Photos von Art Displayment

Hier noch einige Bilder von dieser Aktion, die mir Valentin Hesch netterweise zur Verfügung gestellt hat.
Studio Global in der ehemaligen Gärtnerei Dumbsky
Photo © Valentin Hesch

Studio Global in der ehemaligen Gärtnerei Dumbsky
Photo © Valentin Hesch


Studio Global in der ehemaligen Gärtnerei Dumbsky
Photo © Valentin Hesch


Studio Global in der ehemaligen Gärtnerei Dumbsky
Photo © Valentin Hesch











9/12/2017

Drachen im Ammersee

Drachen gibt es seit 1929. Erfunden hat sie der Norweger Johan Anker. Anker hatte im Jahr zuvor bei den olympischen Spielen in Amsterdam eine Goldmedaille im Segeln gewonnen. Für die neue Klasse eines Kielbootes mit drei Mann Besatzung entwarf er für den Göteborgs Kungliga Segelsällskap den "Drachen".

Die elegante Linie

Photo © www.drachenklasse.de
Auch wenn ich selbst kein Segler bin muss ich sagen, dass die "Drachen" einfach sehr schick aussehen. Der flache Rumpf mit den langen Überhängen an Bug und Heck, das ist schon eine sportlich-elegante Linienführung. Ich kann verstehen, warum Anker ehrfurchtsvoll der "Master of Lines" genannt wird.
Anker's Entwurf setzte sich schnell durch, und der "Drachen" ist bis heute ein beliebtes Regattaschiff. Über 1.500 Boote aus allen Kontinenten sind bei der International Dragon Association registriert.

Meisterschaft auf dem Ammersee

Jedes Jahr wird eine "Internationale Deutsche Meisterschaft Drachen" ausgetragen. 2016 waren die Wettfahrten am Timmendorfer Strand, heuer finden sie am Ammersee statt. Veranstalter ist der Augsburger Segler-Club in Utting. Die Wettfahrten beginnen am Mittwoch, den 13. 9. und am folgenden Sonntag gibt es die Siegerehrung.
Wie gesagt, bin ich selber kein Segler, aber ich werde vom Land aus sicher ein paar Blicke auf die Wettfahrten dieser schnittigen Boote werfen. 

Drachen IDM 2017

12. - 16. September 2017
Augsburger Segler-Club e.V.
Utting am Ammersee
www.asc-utting.de/

8/20/2017

Ubuntu in Schondorf

Es ist schon erstaunlich, wie man aneinander vorbeireden kann. Barbara Deubzer von "Wir – Kinder der Erde" erzählte mir neulich, dass am 1. September im Yoveda in Schondorf ein Ubuntu-Kurs stattfindet. Ubuntu kenne ich als populäre Variante des Betriebssystems Linux, das vor allem für Anwendungen im Bereich des Internet-der-Dinge (IoT) eingesetzt wird. Ein Computerkurs im Yoga-Zentrum?

Ubuntu, Wir - Kinder der Erde
Photo © Wir - Kinder der Erde

Mit allem verwoben sein

Nein, am 1. September geht es natürlich nicht um Linux und Software. Das denken nur Leute, die so computerfixiert sind wie ich. Andere wissen, dass Ubuntu eine afrikanische Philosophie ist, die sich um Menschlichkeit und Nächstenliebe dreht. Das Wort bedeutet soviel wie „mit allem verwoben zu sein“ und der Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu hat es einmal so definiert: „Ich bin, weil wir sind und weil wir sind, deshalb bin ich.“

Von Südafrika zum Ammersee

Nun entstehen bei uns ja oft recht eigene Interpretationen von außereuropäischen Lebenslehren. Manchmal haben sie mit dem ursprünglichen Gedankengut nicht mehr viel gemeinsam und verkommen zu esoterischen Gymnastikübungen. Um das zu verhindern holen die Veranstalter deshalb einen Mann an den Ammersee, der mit Ubuntu aufgewachsen ist und diese Philosophie auch tatsächlich lebt.
Der Südafrikaner Sicelo Cabangani Mbatha ist der Gründer von Umkhiwane Ecotours. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Menschen das Wissen und das Naturverständnis seiner alten Kultur zu vermitteln. Übrigens nicht nur sinnsuchenden Westeuropäern, sondern auch der Jugend seiner Heimat.

Individuum und Gemeinschaft

Wer sich einmal über Ubuntu informieren möchte, kann sich am Freitag, 1. September um 18:00 Uhr den Vortrag von Sicelo Mbatha im Yoveda Schondorf anhören. Hier wird er erklären, wie Ubuntu aus dem Bewußtsein entspringt, dass man selbst Teil eines Ganzen und der Natur ist. Daraus entsteht ein selbstverständliches Teilen mit allem Lebendigen, mit Menschen, Tieren und Pflanzen. Daraus ergibt sich auch, dass die eigene Persönlichkeit und die Gemeinschaft in enger Beziehung zueinander stehen. Ubuntu enthält also durchaus auch politische Aspekte.

Übergangsrituale und Naturwissen

Wer tiefer einsteigen möchte, für den bietet "Wir – Kinder der Erde" am folgenden Samstag und Sonntag einen zweitägigen Workshop auf der Schatzbergalm bei Dießen. Hier geht es vor allem um Naturwissen und Übergangsrituale.
In unserer westlichen Welt sind wir fließende Übergänge zwischen den Lebensabschnitten gewohnt, z.B. von der Jugend zum Erwachsenen. Im Ubuntu dagegen grenzen Rituale diese Lebensphasen ab und helfen, bewusst die Veränderung wahrzunehmen und anzunehmen.
Ein weiterer Aspekt wird die Bedeutung der Ältesten sein. Welche Eigenschaften haben die Ältesten, damit sie der Gemeinschaft als Lehrer und Wegweiser dienen können? Eine spannende Frage für eine Gesellschaft, in welcher sich die Ältesten gemeinhin als rüstige Junggebliebene präsentieren müssen. 

Ubuntu – das Netz des Lebens

1. - 3. 9. 2017
Yoveda Yoga & Seminarzentrum
Bahnhofstrasse 24
Schondorf am Ammersee
Anmeldung über www.kinder-der-erde.de




6/14/2017

Mit Volldampf in die Vergangenheit

Auch heuer wieder verkehren im Juli und August nostalgische Dampfzüge zwischen Augsburg und Utting. Alle Termine gibt es auf der Website der Ammersee Dampfbahn. Ein besonderes Schmankerl ist dabei der Bert Brecht Badezug am 16., 23. und 30. Juli.

Historische Ansicht Schondorf am Ammersee
So sah es wohl zu Zeiten von Bert Brecht aus

Eine literarisch-musikalische Reise

Bertolt Brecht kam gerne an den Ammersee und hat in Schondorf und Utting mehrere Sommerurlaube verbracht. Die Ammersee Dampfbahn erinner mit Sonderfahrten an drei Freitagen im Juli an den Dichter. 
Der Bert Brecht Badezug fährt jeweils um 8:55 Uhr von Augsburg nach Schondorf. Hier beginnt dann eine geführte Wanderung auf den Spuren Brechts. Ich habe diese Führung schon einmal mitgemacht und kann sie nur empfehlen. Man lernt dabei wirklich viel über Brecht, seine Lebens- und Liebesfreude, und die damalige Zeit.
Die Wanderung geht entlang dem Ammersee nach Utting, wo Brecht kurze Zeit ein Haus besaß, bevor er ins Exil vertrieben wurde. Im Augsburger Segler Club ist dann der Abschluss mit Texten von Brecht und musikalischer Begleitung. Anschließend geht es mit der Dampfbahn zurück nach Augsburg.

Bert Brecht Badezug

Von Augsburg nach Schondorf
16., 23. und 30.Juli 2017
jeweils 8:55 Uhr ab Augsburg

Wer die Brecht-Orte in Schondorf ohne Bahnfahrt sehen möchte, hier ist eine Beschreibung der einzelnen Stationen: https://schondorf.blogspot.de/2015/08/der-verborgene-prominente.html

4/26/2017

Kreativität am Ammersee

Es gibt die Theorie, dass unser Osterfest auf die Verehrung der babylonischen Fruchtbarkeitsgöttin Ishtar zurückgehe, und darum die Fruchtbarkeitssymbole Ei und Hase eine so wichtige Rolle spielten. Wie dem auch sei, jedenfalls wurde mir in der Woche vor Ostern wieder einmal bewußt, wie fruchtbar der Ammersee für die Kreativität ist.

Der überraschende Erleuchthund

OstereiZwei Veranstaltungen zeigten wunderbar den Zauber von künstlerischer Fruchtbarkeit: Wie aus den gleichen Vorgehensweisen immer wieder Neues entsteht.
Menschen stellen andere Menschen dar, und wir sehen ihnen fasziniert dabei zu. Das Grundprinzip des Schauspiels hat sich in den letzten paar tausend Jahren nicht geändert. Trotzdem bringt es immer noch Überraschendes hervor. Das zeigte die Performance "Erleuchthund" des Theaterkollektivs ELLE in den Räumen der ehemaligen Gärtnerei Dumbsky in Schondorf.
Ich hatte vorher darüber spekuliert, was es damit wohl auf sich haben werde (Beitrag Erleuchthund). Die Aufführung selbst übertraf dann aber noch einmal meine blühenden Vorstellungen.

Berührend oder beklemmend?

Ich mag das Gesehene jetzt gar nicht rational analysieren. Solche intellektuelle Einordnung ist ja immer auch ein Schutzmechanismus gegen das Unbekannte. Das Fremde soll katalogisiert und damit handzahm gemacht werden. Der Erleuchthund war aber etwas, auf das ich mich bewusst gefühlsmäßig einlassen wollte. Einfach in mich selbst hineinhorchen, welche Stimmungen und Emotionen das bei mir auslöst.
Wahrscheinlich hat jeder Zuschauer die Geschehnisse anders wahrgenommen hat. Ich fand die einzelnen Stationen menschlich berührend, die Süddeutsche Zeitung dagegen schrieb von Geisterbahn und einer "beklemmenden Atmosphäre" (SZ: Wirres Zeug). Wie gesagt, jeder Besucher hat das anders erlebt.

Wie bei Tino Sehgal

In Gruppen zu je zehn Leuten ging es zuerst an eine schummrige Theke. Ein philosophierender Barkeeper schenkte Getränke aus und übergab dem Publikum Stirnleuchten. Die Aufführung im alten Gewächshaus fand nämlich im Dunkeln statt. Damit erinnerte mich der Erleuchthund an "This Variation" von Tino Sehgal in Kassel, wo die Besucher ebenfalls der Finsternis ausgesetzt waren.
Das Licht wurde also nicht von einer Regie zentral gesteuert, sondern erst die Lampen der Zuschauer hoben die einzelnen Stationen aus der Dunkelheit. Ich fand das einen witzigen Kommentar zur heute hochgepriesenen Schwarmintelligenz.  

Antworten sind Almosen

Laut Programmheft drehte sich die Aufführung um das Thema Sehnsucht, um die Sucht zu sehen. In mir selbst erweckten die Szenen eher Gedanken über die Suche nach Erleuchtung und Erkenntnis. Eine Suche, die manchmal witzig und manchmal traurig wirkte, immer aber bewegend und, ja, zu Herzen gehend.
Die einzelnen Figuren stellten dabei die Erwartungen jeweils konsequent auf den Kopf. Der Guru war ein nervender Pedant, der Sunnyboy in der Strandliege ausgesprochen unentspannt, und Goldmarie ein nervös scharrender Junkie, die gierig auf den nächsten Schuß Goldflitter wartete. Das kartenspielende Orakel beantwortete zwar Fragen, machte damit aber niemand schlauer. "Antworten sind Almosen," war vielleicht einer der Schlüsselsätze des Abends.
Seil das von der Decke hängt
Aus dem Programmheft zu Erleuchthund
Von der verführerischen Meerjungfrau wurden die Zuschauer am Ende nicht ins nasse Grab gelockt, sondern zum Aufbruch ermuntert. Geleitet wurden wir dabei von einer Art Zerberus, der sich aber von der Decke abseilte, statt aus der Unterwelt hervorzukriechen.
Er entließ das Publikum zu einer Irrfahrt im Kastenwagen, die an der Station Selbstfindung endete.

Selbstfindung mittels Handy

Hier musste nun jeder, angefeuert von drei Cheerleadern, aus lauter gleichartigen Boxen sein beim Eintritt abgegebenes Handy wieder finden. Das Auffinden des eigenen Telephons als Selbstfindung, das Smartphone als ultimative Verkörperung der eigenen Person - ein sehr charmanter Einfall.
Ich weiß nicht, ob manche Zuschauer am Ende erleuchtet waren, aber viele hatten ein freudiges Leuchten in ihren Augen.

Kultbilder einer erträumten Vergangenheit

Dieses freudige Leuchten sah ich dann auch zwei Tage später, schräg gegenüber im Studio Rose. Hier zeigte Andreas Kloker seine Elementarzeichnungen. Dabei malt er mit Wasser auf Schiefertafeln. Das Wasser verdunstet bereits während des Malens, so dass man nie ein fertiges Bild sieht, sondern immer den Prozess des Entstehens und Vergehens.
Andreas Kloker im Studio Rose, Schondorf am Ammersee
Photo © Rainer Jünger
Vielleicht weil in dieser Woche alle Feuilletons darüber geschrieben haben, musste ich an Damien Hirst's Ausstellung "Treasures from the Wreck of the Unbelievable" denken. Bei Kloker wie bei Hirst sehe ich Erinnerungen an eine erträumte Vergangenheit. Die Bilder wirkten für mich wie kultische Artefakte einer versunkenen Epoche, vielleicht Anrufungen der Göttin Ishtar. 
Andreas Kloker zeigt diese Elementarzeichnungen nun schon seit vielen Jahren (vom gehen und amen), und hat sie nur behutsam verändert und weiterentwickelt. Heuer gab es erstmals elektronische Musik zur Malerei. Zusammen mit dem kirchenartigen Raum des Studio Rose verstärkte sich dadurch noch der Eindruck einer sakralen Kunst.

Das Wunder der Fruchtbarkeit

Auch hier wieder das faszinierende Erlebnis, dass aus dem selben Verfahren jedesmal etwas Anderes entsteht. Wie ich schon eingangs geschrieben habe, ist das ja das Wunder der Fruchtbarkeit und des Erschaffens, der Kreativität: Dass aus dem gleichen Prozess immer wieder etwas Neues entsteht.
Ein Geschenk, für das die Menschen Ishtar – oder wem auch immer – dankbar sein dürfen.

4/05/2017

Erleuchthund

Normalerweise weiß ich in etwa wovon ich rede, wenn ich hier eine Veranstaltung ankündige. Diesmal bin ich aber selber komplett ahnungslos und kann nur raten, was sich wohl hinter dem Titel "Erleuchthunde" verbirgt.

Hund mit leuchtenden Augen

Heterotopien am Rande der Gesellschaft

"Erleuchthunde" scheint irgendwas mit Theater und Performance zu tun zu haben. Das Projekt ist von einem gewissen ELLE Kollektiv. ELLE steht vermutlich für Elisabeth, Louis, Luis und Erwin. Das sind nämlich die vier Mitglieder des Kollektivs: Frau Leistikow und die Herren Panizza, Lüps und Kloker.
Was das Kollektiv da aufführen wird, darüber kann ich nur spekulieren. Bei den Stichwörtern "Hund" und "leuchten" fällt mir als Erstes der Sirius ein: Sirius, Canis Majoris oder Hundsstern, der hellste Stern am Nachthimmel. Die Performance beginnt gegen acht Uhr Abends, da könnte man schon einige helle Sterne sehen.
Das Plakat zu "Erleuchthunde" zitiert Michel Foucault's Idee der Hétérotopie. Damit bezeichnete der Philosoph Orte am Rande der Gesellschaft ("an den leeren Stränden, die sie umgeben"), die nach eigenen Regeln funktionieren. Foucault nannte als Beispiele Altenheime, Bierzelte oder psychiatrische Kliniken.

Performance in der Gärtnerei

Vielleicht gehören auch aufgelassene Gärtnereien zu diesen Heterotopien. Die Aufführung findet nämlich in den Räumen der ehemaligen Gärtnerei Dumbsky in Schondorf statt.
Die angesprochenen "leeren Strände am Rande der Gesellschaft" und die kaputte Schaufensterpuppe auf dem Plakat lösen bei mir Assoziationen zu dem Autor J. G. Ballard aus. In einer seiner Erzählungen streift ein einsamer Mann durch die verlassenen Bunker am Strand einer Pazifikinsel. Seine einzige Gesellschaft sind zerbrochene Schaufensterpuppen, die noch von einem Atombombentest übrig sind. (Verstümmelte Opfer von Autounfällen – Ballards Markenzeichen – kommen natürlich auch vor)

Schrödingers Katze

Ganz so düster wird's schon nicht werden, denn in der Performance sollen auch ein Hund, ein Truck, ein Cheerleader und möglicherweise eine Katze vorkommen. Warum die Mieze nur möglicherweise vorkommt, wird nicht erklärt. Vielleicht ist es die Katze, mit der Erwin Schrödinger ein Paradoxon der Quantenphysik erklärte. Schrödingers Katze ist gleichzeitig tot und lebendig, bis jemand nachschaut, was mit dem Tier los ist. So ist es bei der "Erleuchthunde" Performance vielleicht auch: Erst die Zuschauer erschaffen die Wirklichkeit.
Wie gesagt, dass sind alles nur wilde Spekulationen. Sachdienliche Hinweise bitte an den nächstgelegenen Blogger.

Erleuchthunde – Theater-Performance

10/11/12/13 April 2017, jeweils 19:55 Uhr
Bahnhofstrasse 28a (Gärtnerei Dumbsky)
Schondorf am Ammersee
Eintritt € 10
Karten nur nach Vorbestellung unter 0160 7835 048

3/12/2017

CSU Politiker in Mordkomplott verstrickt

Das klingt alles äußerst mysteriös. Kreisrat Thomas Eichinger und Gemeinderat Rainer Jünger spielen am Ammersee undurchsichtige Rollen in einer mörderischen Intrige, und MdL Alex Dorow zieht hinter der Kulisse die Strippen.
Anschauen kann man sich das ab 25. März im Landheim Schondorf, wenn das Stück "Ein Todesfall wird vorbereitet" aufgeführt wird.

Blutiges Küchenmesser
Krimispannung am Ammersee

Regie führt wie gesagt der Landtagsabgeordnete Alex Dorow, die Herren Jünger und Eichinger sind neben anderen Schauspielern auf der Bühne zu bewundern.
Die Aufführung ist eine Produktion des Theater Schondorf. Wie schon im Vorjahr (Schon wieder: Mord im Landheim) bringt das Ensemble wieder kriminalistische Spannung an den geruhsamen Ammersee. Dieses Mal ist es ein Stück des britischen Autors Jack Popplewell.

Der perfekte Mord

In "Ein Todesfall wird vorbereitet" (Policy for Murder) plant Krimiautor James Murray den perfekten Mord. Ein Fremder soll umgebracht werden, damit er selbst die eigene Lebensversicherung kassieren kann. Mehr wird hier nicht verraten.
Die Grundidee erinnert an Nabokov's Roman "Verzweiflung". Allerdings ist Popplewell Engländer. Man darf also statt der ausgefeilten Psychologisierung des russischen Meisters einen guten Schuß schwarzen Humors erwarten.
Der in Leeds geborene Popplewell war übrigens nicht nur Bühnenautor, sondern auch ein sehr erfolgreicher Schlagertexter. Zu den Interpreten seiner Lieder gehörten z. B. Bing Crosby und die legendäre Vera Lynn ("After the rain" auf YouTube).

Ein Todesfall wird vorbereitet

Aula Landheim Schondorf
25./26./31. März und 1. April, jeweils 19:30 Uhr
2. April, 17:00 Uhr
Weitere Aufführungen im Stadttheater Landsberg und im Wohnstift Augustinum Dießen

2/22/2017

Da bin ich daheim

Üblicherweise sind Gruß- und Vorworte eine recht langweilige Angelegenheit. Meistens liest man nette Plattitüden, mit denen die Beteiligten sich selbst und gegenseitig auf die Schulter klopfen. Dass es auch anders geht, zeigt ein Text von Martin Wölzmüller zu den Kreiskulturtagen 2017.

Blick auf Schondorf am Ammersee

Herkunft und Heimat?

Das Thema der heurigen Kreiskulturtage im Landkreis Landsberg ist "Schnittstelle Heimat". Martin Wölzmüller ist vom bayrischen Landesverein für Heimatpflege. Er macht sich im Vorwort zu dieser Veranstaltungsreihe Gedanken darüber, was Heimat eigentlich bedeutet.
Der Begriff wird ja oft deckungsgleich mit Herkunft verstanden: Da wo man geboren und aufgewachsen ist, da hat man seine Heimat. Das macht Heimat zu einer unverschuldet erworbenen Eigenschaft, so wie die eigene Haar- oder Hautfarbe.

Die heimatlose Hälfte

Das kann man so sehen, aber diese Einstellung zementiert auf ewig die Unterscheidung zwischen "Hiesigen" und "Zuagroasten", zwischen "uns" und "denen". Nicht unproblematisch in einer Zeit, in der immer weniger Leute ihr ganzes Leben an einem Ort verbringen.
Am Ammersee z.B. sind geschätzt gut die Hälfte der Menschen nicht hier geboren, sondern zugezogen. Kann dann nur die eine Hälfte der Bevölkerung einen Anspruch auf Heimat hier erheben? Was macht so etwas mit einer Gemeinschaft?

Gestaltung und Verantwortung

Martin Wölzmüller plädiert in seinem Text für eine andere Definition: Heimat als der "überschaubare Raum, in dem wir an der Gestaltung unserer nahen Welt mitwirken"; Heimat als die selbstgemachte Kultur von uns allen, unser Umgang miteinander, unser Einwirken auf die Welt um uns herum. Statt passiv irgendwo beheimatet zu sein, wird daraus bei Wölzmüller ein aktives "heimaten". 
Dieses aktive Gestalten ist auch an Verantwortung geknüpft. Der Heimatpfleger mahnt an die Verantwortung für überlieferte Kulturzeugnisse, Lebensweisen oder Baukultur. "Wer die Welt in seiner unmittelbaren Umgebung mitgestalten will, der sollte wissen, warum die Dinge so sind, so geworden sind, wie wir sie heute antreffen."
Den Satz sollten sich alle ins Merkbuch schreiben, die gerne vorschnell abreißen, wegmachen und modernisieren wollen. Wer glaubt, sich überlieferter Güter bedenkenlos entledigen zu dürfen, der überschätzt sich selbst und seine Zeit.
Wie gesagt, ich finde das ausgesprochen lesens- und nachdenkenswerte Gedanken. Der vollständige Text von Martin Wölzmüller ist hier: http://kreiskulturtage-landsberg.de/heimat-heute/

2/19/2017

Auf Kollisionskurs

Ein Fest im Dorf ist an und für sich eine prima Sache. Zwei Feste sind normalerweise sogar noch besser, aber in Schondorf sorgen sie leider für schlechte Stimmung.

Kreiskulturtage am Ammersee

Heuer finden bekanntlich erstmalig Kreiskulturtage im Landkreis Landsberg statt. Neben einer ganzen Reihe kleiner, feiner Veranstaltungen, sollen drei große Ereignisse über den Landkreis verteilt die Besucher anziehen. In Landsberg ist das die Auftaktveranstaltung mit der Vergabe des Kunstpreises an den Holzbildhauer Bert Praxenthaler. In Hurlach, an der nördlichen Grenze des Landkreises, findet ein Konzert von Quadro Nuevo statt.

Straßenfest in Schondorf

Von Anfang an war außerdem ein Kulturfest am Ammersee geplant. Die Freude war groß, dass dafür Schondorf ausgewählt wurde. Für den 8. Juli wurde ein Straßenfest rund um den Schondorfer Bahnhof angesetzt. Es gibt Kunst, Musik, Handwerk, und natürlich auch was zum Essen und Trinken. Andreas Kloker plant eine Performance und die bekannten Stelzer aus Landsberg sind auch mit dabei.
Feine Sache. Nur hatte für genau diesen Tag auch die Schondorfer Wasserwacht ihr Jahresfest geplant, dem die Gemeinde mit dieser Veranstaltung sozusagen das Wasser abgräbt.

Terminkollision

Verständlich, dass die Mitglieder der Wasserwacht sauer sind. Sie hatten ihr Fest schon deutlich länger geplant und mit den anderen Vereinen am Ort abgestimmt. Obwohl bis zum 8. Juli noch ein halbes Jahr Zeit ist, konnte anscheinend keine der beiden Seiten einen Ausweichtermin finden. Auf Facebook hat die Wasserwacht nun angekündigt, dass das Fest heuer ausfallen wird.
Niemand wird der Gemeinde Schondorf hier böse Absicht unterstellen – ein Zeichen von Interesse und Wertschätzung der Arbeit der Wasserwacht ist es aber nicht. Da ist Porzellan zerschlagen worden, und der Ärger wird vermutlich noch länger anhalten.
Sehr schade, dass eine gute Idee zu solcher Mißstimmung geführt hat. Ich hoffe, dass das Kulturfest trotzdem die Menschen im Ort zusammenbringt und keine Gräben aufreißt.

2/01/2017

Müll-Abfuhr

Wir kaufen ein wie nie zuvor, und schmeißen anschließend jede Menge in den Abfall, jährlich fast zwei Tonnen pro Famile. Die Müllabfuhr bringt das dann weg. Aber wo ist "weg"? Der Müll bleibt ja trotzdem auf unserer Erde.

Mit Müll beladener Handwagen

Ein Alltag ohne Abfall

Die Transition Region Ammersee will darum dem Müll eine Abfuhr erteilen. Bei diesem Thema wird die Verantwortung ja oft auf andere geschoben: Die Politik, die Supermärkte oder die Hersteller sollen etwas unternehmen.
Die Transition Ammersee "Müll-Abfuhr" am 4. Februar dagegen gibt praktische Tipps, wie jeder selbst Abfall vermeiden kann.
Lena Stoiber aus Regensburg lebt seit zwei Jahren nach dem Vorbild der amerikanischen  Müllvermeidungs-Pionierin Bea Johnson (hier im Video). Sie wird erzählen, wie das im Alltag funktioniert. Der Erfinder Jürgen Mrosek präsentiert ein Verfahren, um fast ohne Putzmittel sauber zu machen. Falls man doch noch Putzmittel braucht, dann zeigt Friederike Freytag wie man diese selbst und umweltschonend herstellen kann. Sylvia Haslauer vom Biomarkt LaVida in Utting erklärt, wie man schon beim Einkaufen unnötige Verpackungen vermeidet.
Zur Unterhaltung gibt es ein "Musik-Upcycling" mit Elena und Katrin Grassmann. Sicher sehr passend, denn auch in der Musik wird heute genug Müll produziert.

Dem Müll eine Abfuhr erteilen

Aula der Grundschule
Schondorf am Ammersee
4. Februar 2017
15:00 – 18:00 Uhr

1/22/2017

Der Nobelpreis, Lyrik und Sänger

Als Bob Dylan 2016 den Literaturnobelpreis erhielt, waren einige Traditionalisten empört. Die höchste Auszeichnung der Literatur für einen Liederschreiber und Sänger? Skandal!
Der Flamenco Gitarrist Ricardo Volkert

Musik und Poesie

Dabei ist die Verbindung von Poesie und Gesang viel älter als Gedichte oder Romane in Buchform. Schon die Minnesänger des Mittelalters, die Griot in Westafrika und vermutlich auch Homer haben ihre Reime zu musikalischer Begleitung vorgetragen. Zumindest hatten die antiken Griechen nur den gemeinsamen Begriff Μουσική für Musik und Poesie.
Die Buchhandlung Timbooktu bringt diese schöne Tradition am 26. Januar an den Ammersee. Der Flamenco-Gitarrist Ricardo Volkert singt spanische Gedichte von Federico Garcia Lorca, Pablo Neruda oder Antonio Machado, die er selbst vertont hat.

Wärme in kalten Zeiten

Viele der Texte stammen aus der Zeit des spanischen Bürgerkriegs. Es geht um Glück und Leid, Krieg und Flucht, Liebe und Hoffnung. Alles sehr zeitgemäße Themen. Auch wenn ich kein Spanisch verstehe, gehen mir diese Lieder unmittelbar unter die Haut. Außerdem geben die seelenvollen andalusischen Töne etwas Wärme in dieser kalten Zeit.
Bekanntlich ist die Buchhandlung Timbooktu nicht besonders groß, man sollte sich Karten für das Konzert also rechtzeitig reservieren.

Ricardo Volkert: Poesie mit Gitarre 

Buchhandlung Timbooktu
Bahnhofstraße 24
Schondorf am Ammersee
26. Januar 2017
Beginn 19:30 Uhr
Eintritt € 8

Video: Cuentos del Sur

Zur Einstimmung hier das Lied "Marinero en Tierra" aus dem Album "Cuentos del Sur" von Ricardo Volkert und Jost Hecker. 
(Falls der eingebettete Player nicht funktioniert, hier der Link zum Video auf YouTube)




12/28/2016

Tinitus Alarm

Das neue Jahr wird fast überall mit Raketen und Böllern begrüßt. Am Ammersee ist der Krach aber nicht nach Mitternacht vorbei, sondern geht am 1. Januar erst richtig los. 

Historische Kanonen am Ammersee

Historische Kanonen

Beim traditionellen Neujahrsschießen in der Schondorfer Seeanlage hat sich eine Bekannte von mir schon mal einen Tinitus geholt. Gefeuert wird aus gut einem Dutzend Handböller (sehr laut) und Kanonen (noch viel lauter), die teilweise über 100 Jahre alt sind (wirklich mörderisch laut).
Wer lärmempfindliche Haustiere hat, versteckt sich ab 14:00 Uhr am besten mit ihnen im Keller. Wenn man das Spektakel live miterleben will, sollte man besser Ohropax mitbringen.
Weitere Informationen zu den verschiedenen Böllertypen, eine Photogalerie und die Möglichkeit zum Mitmachen gibt es bei den Kanonieren Dießen

Hilfreiche Adressen

Wer nach der Kanonade unter anhaltendem Klingeln in den Ohren leidet, kann sich an einen dieser Spezialisten wenden:
HNO Praxis Eching am Ammersee
Am Windachfeld 11
82279 Eching am Ammersee
Telefon: 089 / 452 05 43 33
HNO Praxis Behrendt
Prinz-Ludwig-Straße 1
86911 Dießen am Ammersee
Telefon:  08807 91669

HNO Praxis Josef Stegherr
Hauptplatz 155
86899 Landsberg am Lech
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Video vom Neujahrsschießen

2014 habe ich ein kleines Video vom Neujahrsschießen gedreht. Falls der eingebettete Player nicht funktioniert, hier der Link zum Video auf YouTube.


11/16/2016

Schneller demotiviert

Euphoriezustände, gute Laune, Kreativität oder gesunder Appetit: Alle diese Symptome können, vor allem wenn sie über einen längeren Zeitraum auftreten, ernst zu nehmende Hinweise für Motivation sein.

Die Volkskrankheit Nummer eins

Allein in Deutschland sind mehr als drei Millionen Menschen von der seelischen Erkrankung betroffen. "Damit ist Motivation die Volkskrankheit Nummer eins", sagt der Psychologe Andreas Wuschelkopf. Nach wie vor werde diese Krankheit tabuisiert, verleugnet, verdrängt und von Ärzten gar nicht erst erkannt, meint das Mitglied des DPTV (Deutscher Psychotherapeutenverband).
So liege die Dunkelziffer der an Motivation Erkrankten sogar zwischen 10 bis 20 Millionen in Deutschland. Weltweit müsse von bis zu 200 Millionen Betroffenen ausgegangen werden.

Hilfe ist möglich

Dr. Mario Milchbrandtweinstädtter hat sein Leben dem Kampf gegen diesen tückischen Feind verschrieben. In der Vergangenheit hat er vor allem mittels Publikationen und Kalendarien aufklärerisch gearbeitet.
Aktuell lässt ihm sein diplomatischer Dienst als Honorarkonsul an der Ostküste etwas Zeit. Darum wendet er sich nun mit einem Praxisseminar an die Öffentlichkeit.

Zögern als Chance

Denn auch die Gesellschaft, in der sich der Erkrankte bewegt, ist nicht ausreichend über die Krankheit informiert. Oft wird die Motivation verharmlost, mit Schnupfen oder Grippeerkrankungen gleichgesetzt oder sogar schlimmstenfalls als Einbildung bezeichnet.  Dr. Milchbrandtweinstädtter propagiert deshalb als ersten Schritt einen Paradigmenwechsel: "Gib jedem Tag die Chance, der langweiligste deines Lebens zu sein."
Unter dem Motto "Auch in Dir steckt ein Looser" gibt er in seinem Demotivationstraining wertvolle und nachhaltige Hilfestellung und zeigt Wege aus der Krise.
Mehr über Dr. Mario Milchbrandtweinstädtter auf seiner Facebook-Seite oder in der Süddeutschen Zeitung.

Demotivationstraining

mit Dr. Mario Milchbrandtweinstädtter
18. November 2016, 20:00 Uhr
Gasthof Maurerhansl
Johannisstrasse 7
Dießen am Ammersee

11/06/2016

Ungewöhnliche Töne

Das Landheim Schondorf am Ammersee hat nicht gerade den Ruf einer Bildungseinrichtung für sozial Schwache. Eher im Gegenteil. Es ist daher schon ungewöhnlich, wenn hier eine Band auftritt, deren neueste Platte mit Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung erschien. Die Platte heißt "Weil der Mensch ein Mensch ist" und stammt von dem Quartett "Die Grenzgänger".
Michael Zachcial, Annette Rettich und Felix Kroll von Die Grenzgänger
Photo © Die Grenzgänger

Die andere Volksmusik

Die Grenzgänger aus Bremen holen vergessene Volkslieder aus Archiven und interpretieren sie neu. Es sind aber keine sentimentalen Heimatmelodien, sondern Lieder vom Rand der Gesellschaft: Bettler- und Emigrantenlieder, Kampf- und Arbeitergesänge.
Für ihre Musik haben Die Grenzgänger bereits fünfmal den Preis der Deutschen Schallplattenkritik erhalten.

Lager Lieder Widerstand 

Mit dem Programm "Weil der Mensch ein Mensch ist" feiert das Quartett den Mut und die Zivilcourage der Menschen, die sich gegen die Nazidiktatur wehrten. Sie spielen Lieder und Texte aus den Lagern und Gefängnissen des NS-Staates und dem Widerstand gegen das Hitler-Regime.
Es wird also kein "lustiger" Abend, denn natürlich geht es um Trauer und Leid. Viel mehr noch geht es aber um Hoffnung, Galgenhumor und unbändigen Freiheitsdrang. Die Grenzgänger wollen bewegen und berühren, vor allem aber wollen sie Mut machen.

Kultur wider das Vergessen

Das Konzert ist Teil der Veranstaltungsreihe "Kultur wider das Vergessen" der Bürgervereinigung Landsberg. Zwischen 7. und 18. November erinnern Lesungen, Konzerte und Diskussionsveranstaltungen an die Reichspogromnacht vor 78 Jahren. 
Das komplette Programm kann man auf der Website der Bürgervereinigung Landsberg nachlesen. In Schondorf wird es am 18. November noch ein weiteres Konzert im Landheim geben. An diesem Abend spielt dann die Gruppe "Massel-Tov" Klezmer-Musik. 

Konzert "Die Grenzgänger"

8. November 2016, 20:00 Uhr
Aula des Landheims
Schondorf am Ammersee

Video "Und weil der Mensch ein Mensch ist"

Ein kleiner Vorgeschmack auf das, was wir am 8. November im Landheim zu hören bekommen: Das Titelstück der aktuellen CD, eine Komposition von Brecht und Eisler.
(Falls der eingebettete Player nicht funktioniert, hier das Video auf YouTube)


9/13/2016

Schee war's!

Wir haben zusammen geschwitzt und geflucht, gestaunt und gelacht. 17 Teilnehmer und drei Müllspürhunde haben letzten Samstag bei der vierten Auflage von "Ammersee ohne Müll ist schee!" Abfall am Seeufer eingesammelt (siehe Umweltschutz als Team-Event).
Freiwillige beim Müllsammeln am Ammersee
Von Schondorf aus sind wir den See entlang nach Eching. Dabei sind wir aber nicht einfach nur den Weg abgegangen, sondern immer wieder zum Ufer hinuntergekraxelt.
Bei den sommerlichen Temperaturen am Samstag war das eine schweißtreibende Angelegenheit, aber unten am See war die Ausbeute besonders ergiebig.

11,58 Kilometer Strecke

Auch zum Wald hin haben wir im Unterholz nach Abfall gesucht. Am Ende des Tages zeigte der Schrittzähler deshalb die stolze Strecke von 11,58 Kilometer.
Bis zum Strandhaus in Eching waren unsere Leiterwagen bereits komplett voll, und wir brachten den gesammelten Müll mit dem Auto nach Schondorf.

Mit Abfall beladener alter Leiterwagen
Müllsammeln mit modernster Ausrüstung

Dunstabzugshaube im Wald

Mit Kaffee und Kuchen aus dem Strandhaus Eching gestärkt, ging es dann durch den Wald zurück Richtung Süden. Hier stießen wir nicht nur auf die (leider) üblichen Dosen, Chipspackungen und Bierflaschen, sondern auf echte Überraschungsfunde.
Unter anderem fanden wir im Wald Autoreifen, ein Sofa und eine Dunstabzugshaube. Das musste dann erst zum nächsten Weg geschleppt werden, damit wir es mit dem Auto zur Sammelstelle bringen konnten. 
Beim abschließenden Bier im KuBa Schondorf waren alle entsprechend geplättet. Trotzdem waren sich die Teilnehmer in einem Punkt einig: "Nächstes Jahr wollen wir wieder mitmachen."

Dank an die Unterstützer

An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an unsere Unterstützer:
- Cafe Panini, die uns ihren Lieferwagen geliehen haben. 
- Gemeinde Schondorf, die den gesammelten Müll fachgerecht entsorgt.
- Good Boards, deren top-modische T-Shirts die Uniform der Müllsammler waren.
- KuBa Schondorf, die uns zum Abschluss eine Runde Bier spendierten.
- Metzgerei Gall aus Schondorf, die uns mit ihren bekannt leckeren Grillwürsten stärkte.
- Strandhaus Eching, von denen die Teilnehmer mit Kaffee und Kuchen bewirtet wurden wurden.
- Transition Region Ammersee, die uns bei der Organisation und beim Sammeln halfen.

9/11/2016

Ich mag wissen, wo's herkommt

Mir ist es wichtig, meine Lebensmittel möglichst regional und in Bioqualität einzukaufen. Ich gebe zu, dass ich da nicht immer konsequent bin. Manchmal sieht die Ananas oder Papaya einfach zu verführerisch aus. Generell halte ich mich aber an Angebote aus unserem Land.
Hochbeet mit Kräutern und GemüseDeshalb freut es mich, dass unser örtlicher Supermarkt Edeka Schmidt ein schönes Angebot an Obst und Gemüse aus der Klöstergärtnerei Ursberg hat.

Regionaler Aktionstag in Schondorf

Die Klostergärtnerei Ursberg und andere Anbieter stellen sich am 17. September bei Edeka Schmidt vor. Mit dabei bei diesem Regionalen Aktionstag sind auch das Netzwerk Unser Land, die Kaffeerösterei Henning Böhm aus Landsberg, und der Obsthof Zott aus Ustersbach.
Man kann sich an dem Tag nicht nur theoretisch informieren, sondern bei allerlei Verkostungen auch einen sinnlichen Eindruck von den regionalen Spezialitäten bekommen.

Regionaler Aktionstag

17. September 2016
Edeka Schmidt
Schondorf am Ammersee

Der eigene Bauernhof

Wer es mit dem Bio-Gedanken ernster nimmt als ich, für den sind regionale Angebote im Supermarkt natürlich nur eine Zwischenlösung. Ideal wäre es, Lebensmittel aus der eigenen Landwirtschaft zu haben. Ein eigener Bauernhof ist für die meisten von uns aber wahrscheinlich nicht realistisch. Ein Anteil an einem Bauernhof ist dagegen durchaus möglich. Das Konzept dahinter heißt SoLaWi. Was das ist und wie das funktioniert habe ich in einem früheren Beitrag beschrieben: SoLaWi? SoLa Was? SoLa Wo?

Solidarische Landwirtschaft

Wer sich das einmal ansehen möchte, kann am 17. September vom Edeka Schmidt zum Gärtnerhof Sonnenwurzel in Reichling weiterziehen. Dort veranstaltet die Transition Region Ammersee an diesem Tag das 11. Große Ackerfest.
Hier kann man mit Bio-Landwirt Marcel Nussberger darüber reden, warum er auf Hybridsorten verzichtet, alle Jungpflanzen selbst aufzieht, und gezielt Pflanzenjauchen einsetzt. Vielleicht gefällt dir das Konzept am Ende so gut, dass du selbst bei der Solidarischen Landwirtschaft auf dem Gärtnerhof Sonnenwurzel mitmachen möchtest.

Ackerfest

17. September 2016, ab 14:00 Uhr
Gärtnerhof Sonnenwurzel
Buchweg 1
86934 Reichling

Ackerfest am Gärtnerhof Sonnenwurzel von Marcel Nussberger
Trübes Wetter aber sonnige Stimmung beim Ackerfest

9/07/2016

Massenweise Endorphine

Ich habe schon oft gehört, dass der Körper beim Laufen Endorphine ausstößt. Diese Glückshormone sollen zu einem besonderen Hochgefühl – dem "Runners High" – führen.
Blick vom Höhenweg bei Schondorf auf den Ammersee
Ich bin biologisch anscheinend gut konditioniert. Bei mir tritt dieser Effekt nämlich schon bei Schrittgeschwindigkeit ein. Wer für den Ausstoß an Glückshormonen ein höheres Tempo braucht, dem empfehle ich den Ammersee Höhenweglauf am 17. September.

Ammersee Höhenweglauf

Dieser Lauf wird heuer schon zum vierten Mal vom TSV Schondorf veranstaltet. Ausgangspunkt ist das Sportgelände Schondorf an der Bergstraße. Ab 9:00 Uhr erfolgt die Startnummernvergabe.
Als Einstiegsdroge gibt es um 15:30 Uhr für Kinder Läufe über 200m und 400m. Um 16:00 Uhr ist dann der Start zum Ammersee-Höhenweglauf. Je nach persönlichem Endorphin-Bedarf kann man sich für Nordic Walking, oder einen Lauf über 5km oder 10km entscheiden. Alleine die Streckenführung mit herrlichem Blick auf den Ammersee sollte schon für Glücksmomente sorgen.

4. Ammersee Höhenweglauf

17. September 2016, ab 9:00 Uhr
Sportgelände Schondorf, Bergstrasse

Euphorische Momente

Dank des Hormonausstoßes wird man an diesem Tag auf dem Ammersee-Höhenweg viele verzückt-euphorische Gesichter sehen. Zur Einstimmung hier schon mal ein Video
(Sollte der eingebettete Player nicht funktionieren, hier das Video auf YouTube)



9/04/2016

Umweltschutz als Team-Event

Auch heuer wieder wird unter dem Motto "Ammersee ohne Müll ist schee!" das Ufer sauber gemacht. Diesmal findet die Freiwilligenaktion am 10. September statt.
Freiwillige machen das Ammerseeufer sauber. Ins Leben gerufen wurde das Ganze vor vier Jahren von Good Boards. Die Firma aus Utting baut Snow-, Skate-, Wake- und Kiteboards (und übrigens auch sehr schöne Ski). Die Jungs und Mädels sind entsprechend viel draußen unterwegs und lieben die Natur.

Weil es unser See ist

Leider ist die Natur am Ammersee nach den Sommerferien mit Zivilisationsrückständen überfüllt. Darum trommelte Good Boards 2013 einige Freunde zusammen, um gemeinsam das Seeufer zu säubern. Seither wurden bei "Ammersee ohne Müll ist schee!" jedes Jahr weit über 100 kg Müll eingesammelt. Heuer hat Good Boards leider keine Zeit, weil die Firma mitten im Umzug nach Schondorf steckt. Darum haben meine Frau und ich die Organisation übernommen.
Wir werden dabei von Transition-Region-Ammersee unterstützt, denen die Natur ebenfalls sehr am Herzen liegt. Dieser Verein setzt sich in verschiedenen Projekten dafür ein, dem Klimawandel konstruktiv zu begegnen, nachbarschaftliches Miteinander und Gemeinschaft zu stärken, und eine Besinnung auf Lebensqualität zu fördern.

Grillen – Müll sammeln – Bierchen trinken

Treffpunkt ist heuer bei uns in der Bahnhofstrasse 12, Schondorf. Los geht's gegen 12:00 Uhr mit einer kleinen Stärkung vom Grill und dem beliebten T-Shirt bedrucken. Danach startet die bunte Truppe um das Ammerseeufer vom Müll zu säubern, vor allem im Unterholz neben den Wegen.
Je nach Teilnehmerzahl gehen wir die Strecke Schondorf-Utting und/oder Schondorf-Eching. Abschluss ist gegen 17:00 Uhr mit einem gemütlichen Ausklang im KuBa am Schondorfer Bahnhof.

Mach mit!

Du solltest einfach mal mitmachen um zu sehen, daß die Aktion durchaus Spaß macht. Man ist einen Tag an der frischen Luft, trifft nette Leute und hat am Ende das gute Gefühl, etwas Sinnvolles getan zu haben. Damit wir uns bei der Planung leichter tun (sprich: damit genug Bier da ist), melde dich bitte hier für den Event an: Facebook Event
Falls Du nicht auf Facebook bist, kannst du dich auch hier mit einem Kommentar oder per Email an AmmerseeOhneMuell@groups.facebook.com anmelden.

Danke an die Unterstützer

Neben Transition Region Ammersee möchte ich mich noch bei folgenden Unterstützern bedanken:
- Metzgerei Gall aus Schondorf, die uns mit ihren bekannt leckeren Grillwürsten stärken.
- Strandhaus Eching, von denen die Teilnehmer mit Kaffee aufgemuntert werden.
- Good Boards, die uns schicke Designer T-Shirts zum selber bedrucken spendiert haben.
- Die Gemeinde Schondorf, die den gesammelten Müll anschließend fachgerecht entsorgt.

Ammersee ohne Müll ist schee!

Samstag, 10. September 2016
Treffpunkt Bahnhofstraße 12, Schondorf
12:00 bis ca. 17:00 Uhr

"Ammersee ohne Müll ist schee!" Video

Hier noch ein kleiner Film, der etwas von der Stimmung beim Müllsammeln letztes Jahr einfängt. (Falls der eingebettete Player nicht funktioniert, hier das Video auf YouTube)


8/03/2016

LSBTTIQ* anno 1838

Theater auf der Seebühne Utting am Ammersee
Ein Junge legt vorübergehend seine Männlichkeit ab und wird zum Mädchen. Als solches erliegt es den Verführungen eines virilen Liebhabers, für den das anfänglich nur ein Streich ist. Aber auch er verliebt sich, bis das Mädchen am nächsten Morgen zu seiner männlichen Identität zurückkehrt.
Gender-Themen sind offensichtlich keine Erfindung der heutigen Zeit. Diese Geschichte stammt nicht aus dem 21., sondern aus dem 19. Jahrhundert. Es ist "Der Kobold" von Johann Nestroy.