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12/17/2017

Renaturierung

Kirche St. anna, Schondorf am AmmerseeSchondorf verändert sich ständig. Ich habe das Gefühl, an allen Ecken wird abgerissen und neu gebaut. Schön, wenn an einer Stelle einmal nicht asphaltiert und betoniert, sondern gepflanzt wird.

7/25/2017

Wissenschaft und Wirtschaft

(Auf Grund einiger Rückmeldungen habe ich diesen Beitrag vom 23. Juli aktualisiert. Die Änderungen sind kursiv hervorgehoben und in [Fußnoten] erklärt.)

"Mückenplage" ist ja aktuell ein heiß diskutiertes Thema am Ammersee. In diesem Zusammenhang stößt man immer wieder auf den Mückenforscher Dr. Norbert Becker, den wissenschaftlichen Direktor des Vereins KABS. Ich wurde nun auf Gerüchte angesprochen, Dr. Becker habe neben seinen wissenschaftlichen auch wirtschaftliche Interessen am Einsatz des Insektizides Bti [1]. Darum habe ich ein bisschen nachgeforscht, um mehr darüber zu erfahren. 


Überzeugungsarbeit für Bti

Das Werk von Valent BioSciences in Osage, USA
© Valent BioSciences Corp.
Dr. Becker setzt bei der Bekämpfung der Stechmücke auf das Bacillus thuringiensis israelensis (Bti). Er ist wissenschaftlicher Leiter der "Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e.V." (KABS). Diesem Verein gehören 97 Gemeinden und Landkreise aus der Region des Oberrheins an. KABS finanziert seine Arbeit aus den Beiträgen der Mitglieder und hat nach eigenen Angaben ein jährliches Budget von etwa 3,5 Millionen Euro.
Auch außerhalb des Gebiets der KABS wirbt Dr. Becker für den Einsatz von Bti. Letztes Jahr nahm der Biologe an einer Podiumsdiskussion in Utting teil, denn am Ammersee wird darüber nachgedacht, ob die Gemeinden in einer gemeinsamen Aktion Bti ausstreuen sollen. (http://www.ammerseekurier.de/2016/10/14/bti-einsatz-bald-auch-am-ammersee/).

Wissenschaftler und Kaufmann

Ich war selber leider nicht dort, und weiß deshalb nicht, wie sich Dr. Becker vorgestellt hat. In dem oben verlinkten Beitrag wird er jedenfalls beschrieben als "Wissenschaftlicher Direktor des Vereins KABS, Professor an der Uni Heidelberg und nach seinen Angaben auch bei der WHO tätig". Nicht erwähnt wird eine weitere Funktion, nämlich die eines Geschäftsführers als Mitglied der Geschäftsführung[2] der Firma ICYBAK (http://www.icybac.de/contact/contact.htm). ICYBAK produziert für KABS das mit Bti versetzte Eisgranulat, und verstreut es per Hubschrauber über den Mückenbrutgebieten.
Das ist nun schon eine ungewöhnliche Konstellation. Dr. Becker ist gewissermaßen Auftraggeber und Auftragnehmer in Personalunion. Als wissenschaftlicher Leiter von KABS organisiert er das Verstreuen von Bti, was die Firma übernimmt, in der er als Geschäftsführer Mitglied der Geschäftsführung[2] tätig ist.
Die ICYBAK GmbH ist ein 100% Tochterunternehmen der KABS e.V. Gewinne der ICYBAK gehen damit automatisch an den Verein KABS. Die Satzung des Vereins besagt aber, dass „Gewinnerzielung und die Verfolgung eigener wirtschaftlicher Ziele ausgeschlossen (sind)“. ICYBAK hat dadurch sicher nicht den Druck zur Profitmaximierung wie andere Firmen. [3]

Mückengift aus dem Versandhandel

Auf der vom Gesundheitspolitische Arbeitskreis Landsberg der CSU initiiert Veranstaltung in Utting erklärte Dr. Becker, dass Bti weltweit erfolgreich zur Stechmückenbekämpfung eingesetzt werde, und für Mensch und Tier ungefährlich sei (Kreisbote: https://www.kreisbote.de/lokales/landsberg/podiumsdiskussion-parteiuebergreifende-solidargemeinschaft-gefordert-6825419.html)
Diese Überzeugungsarbeit des Wissenschaftlers erreicht natürlich nicht nur die Politiker. Wenn er bei öffentlichen Veranstaltungen Bti als "das beste Mittel weltweit“ lobt, kommt das sicher bei vielen Zuhörern an. Mancher mag dann vielleicht nicht warten, bis die Gemeinde aktiv wird, sondern will dieses Wundermittel (Handelsname: VectoBac) in Eigenregie einsetzen.
Eine Quelle dafür lässt sich schnell finden, nämlich den Onlinehandel der Firma CULINEX Becker. Auch diese Firma wird von Dr. Becker geleitet (Impressum des Onlineshops).

Die Rolle von Valent BioSciences

Der Bti Grundstoff für CULINEX und ICYBAK stammt vom amerikanischen Pestizidhersteller Valent BioSciences. Zu diesem Unternehmen scheint Dr. Becker gute Beziehungen zu haben. In einem Bericht der Zeitung Rheinpfalz vom April 2015 erläutert Becker, dass Projekte der KABS Forschungsarbeit "zumindest partiell von Valent mitfinanziert werden“. Valent BioSciences ist auch "Gold-Sponsor" der "European Mosquito Control Association" (EMCA), deren Executive Director Becker ist (http://www.emca-online.eu/index.php?id=1). Die EMCA residiert übrigens unter der selben Adresse wie der Verein KABS in Speyer.
Auch bei Veranstaltungen der EMCA referriert Dr. Becker über den Einsatz von Bti. Bei der heurigen Jahreskonferenz im montenegrinischen Badeort Bečići leitete er eine Sitzung über "Floodwater mosquitoes - control strategies in protected areas" ("Überschwemmungsmücken - Bekämpfungsstrategien in Schutzgebieten", wenn ich das richtig übersetzt habe): http://www.emca-online.eu/assets/PDFs/1_Montenegro_full_program_speakers_1_March.pdf

Ein schmaler Grat

Nun ist es weder ungewöhnlich noch verwerflich, dass Industrieunternehmen und Wissenschaft zusammenarbeiten. Im Gegenteil ist es ja erfreulich, dass ein Pestizidhersteller mit seinen Gewinnen auch die Forschungsarbeit unterstützt. Allerdings ist das ein schmaler Grad. Ab wann leidet die wissenschaftliche Objektivität unter dem Einfluß des Geldgebers? Wie sehr darf ein Forscher seinen wissenschaftlichen Ruf einsetzen, um die Produkte eines bestimmten Unternehmens bekannt zu machen?
An Dr. Becker's Verbindungen zur Industrie ist rechtlich vermutlich nichts auszusetzen, und an meiner persönlichen Einstellung zum Einsatz von Bti hat sich dadurch nichts geändert (https://schondorf.blogspot.de/2017/01/weniger-ist-mehr.html).
Ich denke aber, er hätte sich selbst einen Gefallen getan, wenn er seine verschiedenen Verbindungen zur Wirtschaft klarer dargelegt hätte. Das hätte wilde Spekulationen um seine Person verhindert.


Anmerkungen zu den Änderungen vom 25. 7.

[1] Ich wurde darauf angesprochen, dass Bti kein Insektizid, sondern ein Biozid sei. Beides ist richtig. Die EU Verordnung 528/2012 definiert Biozide als Wirkstoffe, die auf andere Art als physikalische Einwirkung Schadorganismen zerstören oder unschädlich machen. 
(Genaue Definition auf der Seite des Umweltbundesamtes: http://www.biozid.info/deutsch/biozidprodukte/)
 Diese Stoffe sind je nach ihrer Wirkung in Gruppen unterteilt, und dazu gehören (Hauptgruppe 3, Produktart 18) Insektizide. Bti ist also von der Art her ein Biozid, von der Wirkung ein Insektizid.
[2] Ich wurde darauf hingewiesen, dass Dr. Becker bei ICYBAK nicht den Titel eines Geschäftsführers trägt. Er wird auf der Kontaktseite der Firma aber zusammen mit Dr. Paul Schädler und Jochen Gubener unter „Geschäftsführung“ angegeben. 
http://www.icybac.de/contact/contact.htm
[3] Gewinne der ICYBAK GmbH gehen an den Verein KABS. Die Satzung von KABS sagt in §2 Absatz 3: „Eine Gewinnerzielung und die Verfolgung eigener wirtschaftlicher Ziele sind ausgeschlossen.“ http://www.kabsev.de/1/1_2/1_2_1/1_2_1_1/index.php

Ich sehe durchaus das Argument, dass ICYBAK dadurch keinen Druck zur Profitmaximierung hat. Andererseits kenne ich keinen Verein, der sich nicht über etwas mehr Geld in der Kasse freut.

1/15/2017

Weniger ist mehr

Auch am Ammersee ist weniger manchmal mehr. Ich mag zum Beispiel am Winter, dass der See dann weniger von Touristen überlaufen ist, und dass es weniger, genauer gesagt keine, Mücken gibt.
Um diese auch im Sommer zu dezimieren (die Mücken, nicht die Touristen) möchte eine Gruppe in Zukunft BTI einsetzen.

Ein Vogel fängt eine Eintagsfliege Eingriffe in die Natur

Mit dem Bakterium BTI werden im Frühjahr die Brutflächen der Stechmücken besprüht und die Larven sterben ab (Genaueres dazu im Beitrag "Bzzzzzzz!"). Am Chiemsee wird das Verfahren schon seit einigen Jahre angewandt.
Ich bin erst einmal skeptisch bei solchen Eingriffen in die Natur, weil die Folgen oft schwer abzusehen sind. Lieber ist es mir in diesem Fall, die natürlichen Feinde der Mücken zu stärken. Auch dazu gibt es bereits eine Initiative: Die Schondorfer Ammerseemücken, die Nistkästen anbringen um wieder mehr Schwalben an den Ammersee zu locken (siehe Bericht im Landsberger Tagblatt).

Notwehr gegen Plagen

Andererseits ist mir schon klar, dass wir ständig in die Abläufe der Natur eingreifen. Täten wir das nicht, würden wir nicht so bequem und lange leben, wie das heute für uns normal ist. Wir bauen Dämme gegen Hochwasser, schützen Ackerland vor Wildschweinhorden und holen uns bei Grippe Medizin aus der Apotheke.
Wir müssen die Plagen der Natur nicht duldend ertragen. Das gilt auch für die Mückenbekämpfung. Ich bin beispielsweise durchaus für den Einsatz von BTI in Ländern wie Brasilien. Dort versprüht man es gegen die Tigermücken, um eine Zika-Epedemie zu verhindern (siehe Spiegel Online).
Auch in Burkina Faso wird das Bakterium eingesetzt, um die Übertragung von Malaria zu unterbinden.
Kampf gegen das Zika Virus in Brasilien
Wichtig erscheint mir, dass sich solche Eingriffe auf das Notwendigste beschränken und nicht zum Normalzustand werden. Am Ammersee gibt es nun mal Mücken, das alleine darf noch kein Grund für das großflächige Versprühen von Insektiziden sein.

Nur bei extremen Bedingungen

In diesem Sinne hat es mich etwas beruhigt, dass der Einsatz von BTI nicht als Dauerzustand geplant ist, sondern als Notfallmaßnahme. Das Bakterium soll nur dann versprüht werden, wenn sich im Frühjahr durch Überschwemmungen ein extremer Mückensommer abzeichnet. Am Chiemsee wurde das Mittel anscheinend zuletzt vor drei Jahren eingesetzt.
In der Facebook-Gruppe Keine Mückenplage am Ammersee wird erklärt, dass als erstes eine Kartierung der Überschwemmungsflächen erfolgen soll. Biologen sollen in diesen Gebieten die Mückenlarven zählen und die vorkommenden Arten bestimmen. Erst bei Hochwasser und einer bestimmten Anzahl von Mückenlarven wird dann BTI versprüht.

Dafür oder dagegen?

Bin ich nun für oder gegen die Mückenbekämpfung mit BTI? Vom Gefühl her bin ich immer noch dagegen, allerdings nicht mehr so entschieden wie vor einigen Monaten. Wenn das Mittel wirklich nur in extremen Mückenjahren eingesetzt wird, kann ich damit leben.
Wegen mir braucht das Bakterium allerdings nicht versprüht werden. Ich habe letztes Jahr nichts von einer Mückeninvasion gemerkt und wurde nicht öfter gebissen als frühers. Dass es am Ammersee nun mal Mücken gibt, war mir klar bevor ich hierher gezogen bin.
Deshalb gilt für mich auch beim Einsatz von Insektiziden: Weniger ist mehr.
Was meint ihr: Brauchen wir die Mückenbekämpfung am Ammersee oder ist die Situation gar nicht so schlimm?

12/18/2016

Mahlzeit!

Die Castoridae wissen anscheinend, dass sie bei uns durch die Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt sind, und hier recht ungestört leben können.

Biberspuren am Ammersee

Nager mit kräftigem Appetit

Der Biber hat sich schon vor einigen Jahren am Ammersee wieder angesiedelt. Gejagt werden darf er nicht, und seine natürlichen Feinde wie Wolf oder Luchs sind bei uns praktisch ausgestorben. Also kann er seelenruhig im See schwimmen, an Bäumen nagen und sich seine Burgen bauen. 
Am Ammerseeufer zwischen Schondorf und Eching scheint ein besonders fleißiges Exemplar am Werk zu sein. Er hat sich einen recht großen Baum vorgenommen und auch schon halb durchgeknabbert.
Nachdem was ich gelesen habe, macht er das, weil er nicht klettern kann. Er mag nämlich die jüngeren Zweige an der Baumkrone. Da er aber dort nicht hinaufkommt, wird kurzerhand der Baum gefällt.

Als Fastenspeise erlaubt

Man darf dem Biber bei uns zwar von Gesetz wegen nicht nachstellen, religiöse Bedenken bräuchte man aber nicht zu haben. Die christliche Lehre hat nichts dagegen, den Nager auf den Speiseplan zu setzen, selbst als Fastenspeise. Das Konstanzer Konzil von 1414 hat festgestellt: "Bezüglich des Schwanzes ist er ganz Fisch, und er ist als solcher gerichtlich erklärt durch die Medizinische Fakultät in Paris, und im Verfolg dieser Erklärung hat die Theologische Fakultät entschieden, dass das Fleisch während der Fastenzeit gegessen werden darf.“
Da hat es mich auch nicht überrascht, dass bei der Google-Suche nach Biberrezepten als erstes die Seite www.kirchenweb.at auftaucht, auch wenn man sich dort ausdrücklich von der Verwendung dieser Rezepte distanziert. Wer zufällig noch einen Castor Fiber in der Kühltruhe liegen hat, erfährt hier wie man Biberschlegel mit Speck und Trüffeln zubereitet.

10/26/2016

Schluss mit lustig

Witzig ist es ja schon, wie die "Smilies" am Ortseingang von Schondorf die Mundwinkel hochziehen, sobald man mit Tempo 49 daran vorbeifährt. Wahrscheinlich gehen viele Autofahrer vom Gas, nur um dem kleinen Kerl eine Freude zu machen. Deshalb scheinen die Messanlagen einen erzieherischen Effekt zu haben. Bei der Auswertung der Meßdaten wurde festgestellt, dass sich rund 95% der Fahrzeuge an das Tempolimit halten.
Geschwindigkeitsanzeige mit lächelndem Smiley

Radarfallen am Ammersee

Allerdings fahren auf der Durchgangsstraße täglich rund 12.000 Fahrzeuge entlang des Ammersees. Selbst die nur 5% Unbelehrbaren entsprechen also mehreren Hundert Verstößen pro Tag. Deshalb will sich Schondorf in Zukunft nicht mehr nur auf ein freundliches Zulächeln verlassen. Ab Januar 2017 soll im Ortsgebiet auch geblitzt werden, wie der Gemeinderat kürzlich beschlossen hat.
Im Moment sind wir anscheinend die einzige Gemeinde am Ammersee, in der keine  Geschwindigkeitskontrollen durch den KVS Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland durchgeführt werden.

Was kostet eine Radarfalle?

Der KVS bietet die Raderfallen praktisch als bezahlte Dienstleistung für die Kommunen. Ich habe mal in die Preistabelle geguckt: Die Geschwindigkeitskontrolle kostet € 95/Stunde plus € 4,30 pro Tempoverstoß. Die Gemeinde kassiert dafür das Bußgeld.
Wird die Geschwindigkeit innerorts um bis zu 10 km/h überschritten, ist aktuell ein Bußgeld von € 15 fällig. Da braucht es also neun Temposünder pro Stunde um auf die Kosten zu decken. Lukrativ wird es, wenn einer mit Tempo 120 km/h in die Radarfalle rast. Bei € 680 ist der Betrieb des Blitzers für die nächsten sieben Stunden bezahlt.
Die Gemeinde hofft, dass man bei den Kosten für die Überwachung auf eine "schwarze Null" kommt.
Erfahrungsgemäß sollte das kein Problem sein. Laut WiWo nahm z.B. München mit der Geschwindigkeitsüberwachung rund € 2 Mio. ein.

Der Raser des Monats

Wer besonders rücksichtslos rast, kann es übrigens zu einer gewissen Internet-Prominenz bringen. Der KVS veröffentlicht auf seiner Website regelmäßig Bilder vom "Verstoß des Monats".

10/02/2016

Bzzzzzzz!

"Mückenplage am Ammersee: welche Möglichkeiten haben wir?" So lautet der Titel einer Podiumsdiskussion am 7. Oktober im BVS-Bildungszentrum Holzhausen. Die Veranstalter haben in ihrer Facebook Gruppe schon klar gestellt, welche Möglichkeit sie gerne gegen die Mücken nutzen möchten, nämlich den Einsatz von Bti.

Tümpel im Wald
Bacillus thuringiensis israelensis

Bti steht für Bacillus thuringiensis israelensis. Diese Bakterien sind an und für sich ungiftig. Erst im Verdauungstrakt der Mückenlarven werden sie durch ein Enzym umgewandelt, und entfalten ihre tödliche Wirkung. Der Wirkstoff wird mit Eisgranulat, Sand oder Öl vermischt und in den Brutgebieten der Stechmücke großflächig ausgebracht. 
Das Mittel wird bereits seit einigen Jahren am Oberrhein und am Chiemsee eingesetzt – anscheinend mit Erfolg und ohne gravierende Nebenwirkungen.
Über die Erfahrungen am Chiemsee werden bei der Podiumsdiskussion einige der Beteiligten sprechen, z.B. Thomas Weimann vom Abwasser- und Umweltverband Chiemsee und Dr. Franz-Xaver Heigenhauser, ehemaliger Amtsarzt im Landkreis Rosenheim.

Mückenplage am Ammersee

Ich persönlich habe diesen Sommer nicht als besonders schlimme Mückenplage erlebt. Gut, an manchen Tagen habe ich mich mit Autan eingeschmiert und es gab Abende, an denen ich vielleicht 6-7 mal gestochen wurde. Alles in allem kam es mir aber nicht schlimmer vor als in anderen Jahren.
Vielleicht gab es aber wirklich eine Mückenplage und ich habe sie nur deshalb nicht bemerkt, weil ich zuwenig gestresst bin.

Weniger Schwalben, mehr Stechmücken?

Angeblich gab es heuer deshalb mehr von den kleinen Quälgeistern, weil das nasse Frühjahr die Mückenbrut begünstigte. Ich frage mich, ob es auch daran liegen kann, dass die natürlichen Feinde der Stechmücke weniger werden?
Ich habe gelesen, dass eine einzige Schwalbenfamilie während der Brutzeit rund 250.000 Mücken frisst. Auch die Zwergfledermäuse haben die lästigen Insekten auf ihrem Speiseplan. Bis zu 1.000 Stück vertilgen sie pro Nacht. Nun haben aber Fledermäuse bei uns seit vielen Jahren einen schweren Stand, und auch die Bestände an Schwalben sind in Bayern rückgängig.

41% weniger Schwalben

Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) veranstaltet jährlich mit Freiwilligen eine Vogelzählung. Dabei kam heuer zum ersten Mal die Schwalbe nicht unter die zehn häufigsten Vögel in unseren Gärten. Deutschlandweit wurden 41 Prozent weniger Schwalben gezählt als noch vor zwölf Jahren. Der Grund dafür ist vor allem, dass die Vögel immer schwerer Nistplätze finden (an einer Nahrungsknappheit kann es ja nicht liegen). Auf der Website des LBV gibt es einige Tipps, wie man den kleinen Luftakrobaten helfen kann.
Ich habe gehört, dass auch in Schondorf einige Bürger sich um die Schwalben kümmern wollen. Ich mag hier natürlich keine fremden Telefonnummern veröffentlichen. Wenn Du Interesse hast mitzumachen, schreib mir einfach in den Kommentaren, per PN oder Email. Ich stelle dann gerne den Kontakt her.
Ich bin mal gespannt, ob bei der Podiumsdiskussion neben Bacillus thuringiensis israelensis auch über Hirundo rustica (Rauchschwalbe) als mögliche Mückenabwehr gesprochen wird.

Podiumsdiskussion zur Mückenplage am Ammersee

7. Oktober 2016, 18:00 Uhr
BVS-Bildungszentrum Holzhausen
Seeholzstrasse 1-3, Utting am Ammersee

9/11/2016

Ich mag wissen, wo's herkommt

Mir ist es wichtig, meine Lebensmittel möglichst regional und in Bioqualität einzukaufen. Ich gebe zu, dass ich da nicht immer konsequent bin. Manchmal sieht die Ananas oder Papaya einfach zu verführerisch aus. Generell halte ich mich aber an Angebote aus unserem Land.
Hochbeet mit Kräutern und GemüseDeshalb freut es mich, dass unser örtlicher Supermarkt Edeka Schmidt ein schönes Angebot an Obst und Gemüse aus der Klöstergärtnerei Ursberg hat.

Regionaler Aktionstag in Schondorf

Die Klostergärtnerei Ursberg und andere Anbieter stellen sich am 17. September bei Edeka Schmidt vor. Mit dabei bei diesem Regionalen Aktionstag sind auch das Netzwerk Unser Land, die Kaffeerösterei Henning Böhm aus Landsberg, und der Obsthof Zott aus Ustersbach.
Man kann sich an dem Tag nicht nur theoretisch informieren, sondern bei allerlei Verkostungen auch einen sinnlichen Eindruck von den regionalen Spezialitäten bekommen.

Regionaler Aktionstag

17. September 2016
Edeka Schmidt
Schondorf am Ammersee

Der eigene Bauernhof

Wer es mit dem Bio-Gedanken ernster nimmt als ich, für den sind regionale Angebote im Supermarkt natürlich nur eine Zwischenlösung. Ideal wäre es, Lebensmittel aus der eigenen Landwirtschaft zu haben. Ein eigener Bauernhof ist für die meisten von uns aber wahrscheinlich nicht realistisch. Ein Anteil an einem Bauernhof ist dagegen durchaus möglich. Das Konzept dahinter heißt SoLaWi. Was das ist und wie das funktioniert habe ich in einem früheren Beitrag beschrieben: SoLaWi? SoLa Was? SoLa Wo?

Solidarische Landwirtschaft

Wer sich das einmal ansehen möchte, kann am 17. September vom Edeka Schmidt zum Gärtnerhof Sonnenwurzel in Reichling weiterziehen. Dort veranstaltet die Transition Region Ammersee an diesem Tag das 11. Große Ackerfest.
Hier kann man mit Bio-Landwirt Marcel Nussberger darüber reden, warum er auf Hybridsorten verzichtet, alle Jungpflanzen selbst aufzieht, und gezielt Pflanzenjauchen einsetzt. Vielleicht gefällt dir das Konzept am Ende so gut, dass du selbst bei der Solidarischen Landwirtschaft auf dem Gärtnerhof Sonnenwurzel mitmachen möchtest.

Ackerfest

17. September 2016, ab 14:00 Uhr
Gärtnerhof Sonnenwurzel
Buchweg 1
86934 Reichling

Ackerfest am Gärtnerhof Sonnenwurzel von Marcel Nussberger
Trübes Wetter aber sonnige Stimmung beim Ackerfest

8/10/2016

Wildnispfad am Ammersee

Gehsteig am Kapellenberg in Schondorf am Ammersee
Die Natur in ihrer ganzen Ungezähmtheit erleben, sich im Dickicht verlieren und eigene Pfade finden – Outdoor-Enthusiasten suchen genau dieses Erlebnis.
Am Ammersee braucht man dazu jetzt nicht mehr abgelegene Naturschutzgebiete zu suchen, sondern kann mitten in Schondorf zu einer Abenteuertour starten.

2/24/2016

Grün ist lauter

Altglascontainer Grünglas
Das Schild auf dem Container ist eindeutig: Einwurf von Altglas nur werktags, und spätestens um 19:00 Uhr ist Schluss. Schon klar, die Anwohner wollen irgendwann ihre Ruhe haben.
Das gilt aber offensichtlich nur für Grünglas.
An den Containern für Weiß- und Braunglas ist der Einwurf Abends eine Stunde länger erlaubt, nämlich bis 20:00 Uhr. Am Stellplatz kann es nicht liegen, die  Container stehen unmittelbar nebeneinander.

1/31/2016

Der gelbe Kasten (nicht die gelbe Tonne)

Man lernt doch nie aus. Ich weiß inzwischen, dass Restmüll in die graue Mülltonne gehört, Verpackung in die gelbe, organischer Abfall in die braune, und Papier in die blaue Tonne.
Aber wohin mit dem Elektronikschrott? Nicht in die gelbe Tonne, sondern in den gelben Kasten.