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11/18/2017

Luxus auf dem Lande

Das Leben ist ungerecht, aber nicht immer zu unseren Ungunsten. Wir dürfen uns schon glücklich schätzen, dass wir an einem so schönen Fleckchen der Erde leben. Viele hier sind sicher dankbar, dass sie am Ammersee sind, und nicht nach Kabul, Harare oder Gelsenkirchen verschlagen wurden.

Die soziale Frage

Diese Ungerechtigkeit, dass es einige besser und viele schlechter erwischen, hat den russischen Schriftsteller Leo Tolstoi stark beschäftigt. Selber stammte er aus einer wohlhabenden Adelsfamilie. Nach ausgedehnten Reisen und Jahren in Moskau und St. Petersburg, verbrachte er das Ende seines Lebens auf dem Land, im Familiengut Jasnaja Poljana.
SUV am AmmerseeDie feudalen Zustände im zaristischen Rußland fand er unerträglich. Er spürte, dass sich eine Revolution anbahnte. Den kommunistischen Ideen konnte er allerdings nichts abgewinnen. Er wandte sich einem mystischen Christentum zu, sah die Lösung in Nächstenliebe und Askese.
Gegen Ende seines Lebens wurde Tolstoi von verschiedenen Seiten bedrängt. Von seiner Ehefrau Sofia, die das Erbe ihres Mannes von der Familie betreut sehen wollte; Von seinem Verehrer Wladimir Tschertkow, der aus Tolstoi's Gedanken die Lehre des Tolstojanismus entwickelte; Von seinem jungen Privatsekräter Walentin Bulgakow, der sich von Tschertkow's dogmatischen Ansichten immer mehr abgestoßen fühlte (und den Selbstmord von Sofia verhinderte); Von Zar Nikolaus II., der in ihm einen gefährlichen Umstürzler sah.
Dieses turbulente letzte Lebensjahr Tolstoi's zeigt der Spielfilm "Ein russischer Sommer", der am 19. November im Studio Rose zu sehen ist. Helen Mirren und Paul Giamatti spielen mit, zwei Schauspieler, denen man immer gerne zuschaut.

Ein russischer Sommer

19. November 2017, 18:00 Uhr
Studio Rose
Bahnhofstrasse
Schondorf am Ammersee

Wird das Leben unbezahlbar?

Über die Kluft zwischen Arm und Reich diskutiert auch der Stammtisch der Uttinger CSU am 28. November im Kramerhof, Riederau. "Können wir uns in Zukunft das Leben am Ammersee noch leisten?" fragen die Landtagsabgeordnten Eberhard Rotter und Alex Dorow, die Gemeinderäte Andreas Streicher (Utting) und Rainer Jünger (Schondorf), und Tobias Schürer vom gleichnamigen Autohaus in Dießen.

Keine Spendensammlung

Der Titel könnte missverständlich sein. Es geht nicht darum, dass sich die fünf Sorgen um ihren Lebensstandard machen, und an diesem Abend Spenden sammeln. Mit "wir" sind ganz allgemein die Menschen am Ammersee gemeint. Oder besser gesagt die Menschen, die keinen eigenen Grund und Boden besitzen. Wer hier Immobilien hat, der kann sich das Leben am Ammersee locker leisten. Er freut sich über Wertsteigerung und sprudelnde Mieteinnahmen.
Schwierig wird es für jene, die zur Miete wohnen und nur über ein kleines oder mittleres Einkommen verfügen. Was kann die Politik tun, damit auch für solche Menschen das Leben hier bezahlbar bleibt?

KommWFP und SoBoN

Da es sich um eine Veranstaltung der CSU handelt, wird man vermutlich das hohe Lied auf das KommWFP hören, das Kommunale Wohnraumförderungsprogramm der bayerischen Staatsregierung. Vielleicht kommen aber auch andere Konzepte zur Sprache, wie die sozialgerechte Bodennutzung (SoBoN), oder genossenschaftliche Wohnprojekte. Mit Eberhard Rotter sitzt jedenfalls ein kompetenter Mann am Tisch, denn er ist Leiter der CSU-Arbeitsgruppe Wohnungs- und Städtebau.

Können wir uns in Zukunft das Leben am Ammersee noch leisten?

28. November, 19:30 Uhr
Kramerhof
Ringstraße 4
Riederau/Dießen

11/12/2017

Sie wird kommen

Es kommt auch nach Schondorf, das Schreckgespenst mit 28 Buchstaben, die Straßenausbaubeitragssatzung. Es gibt schon lange die Vorgabe, dass Gemeinden von den Bürgern Beiträge für die Erneuerung von Straßen erheben sollen. Allerdings war dabei strittig, wie dieses "sollen" zu verstehen sei: Als klare Vorgabe ("Die Kompanie soll um 7:00 im Kasernenhof antreten") oder als Absichtserklärung ("Ihr Telephonanschluss soll nächste Woche installiert werden"). Seit letztem Jahr ist entschieden, dass es sich um ein Muss handelt.

Erst Einnahmen, dann Schulden

Teilnehmer der Herkomer Ralley am Ammersee
Der Hintegrund ist, dass die Kommunen nur ungern diese Beiträge einführen. Das kommt beim Bürger meistens nicht gut an, und könnte sich bei der nächsten Wahl rächen. Manche Gemeinden machen da lieber ein bisschen mehr Schulden. Das ist unauffällig, und die Konsequenzen eines wachsenden Schuldenberges werden erst sichtbar, wenn die eigene Amtszeit längst vorüber ist.
Um dem vorzubeugen wurde letztes Jahr eine entsprechende Änderung des Kommunalabgabengesetzes (KAG) von allen Parteien im bayerischen Landtag beschlossen. Schulden dürfen erst gemacht werden, wenn alle anderen Einnahmequellen ausgeschöpft sind. Oder anders herum: Auf einen Straßenausbaubeitrag kann eine Gemeinde nur verzichten, wenn sie keine Kredite braucht (ein eher hypothetischer Fall).
So werden in naher Zukunft auch in Schondorf und anderswo am Ammersee die Bürger an den Kosten der Straßenerneuerung beteiligt werden.

Unverschuldete Mehreinnahmen

Beliebt ist diese Abgabe logischerweise nicht. Niemand mag gerne für etwas bezahlen, das er bis jetzt gratis bekommen hat. Hier hilft sicher Transparenz. Die Gemeinde kann ja aufschlüsseln, wieviel bislang für die Straßensanierung aufgewendet wurde. Dem kann sie gegenüberstellen, was sie mit den – nicht gewünschten, aber sicher auch nicht unwillkommenen – Mehreinnahmen in Zukunft machen will.

Keine Luxussanierung

Ein zweiter Punkt ist die Sorge um die Ausgabendisziplin der Gemeinde. Wenn die Straßensanierung zu drei Vierteln von den Anwohnern bezahlt wird, ist das schon eine Versuchung. Da wird man bei den Kosten vielleicht recht großzügig, nach dem Motto "das Beste ist gerade gut genug". Hier braucht es einen wachen Gemeinderat, der der Verwaltung auf die Finger sieht, damit aus einer notwendigen Erneuerung keine Luxussanierung wird.
Wie nun genau die Kosten der Straßensanierung auf die Bürger umgelegt werden, darüber schreibe ich bei Gelegenheit einmal.

10/22/2017

Schwarz, Gelb, Grün, Rot

Man beachte die Reihenfolge der Farben in der Überschrift. Das Ergebnis der Bundestagswahl 2017 war in Schondorf doch etwas anders, als im übrigen Bayern. Ich habe mir dazu auf www.bundestagswahl2017.bayern.de und wahl.lra-ll.de die jeweilige Stimmenverteilung angeschaut.

Bundestagswahl in Schondorf

Vergleich der Bundestagswahl Bayern und Schondorf
Der Ammersee liegt offensichtlich in Bayern. Auch bei uns war die CSU bei der Bundestagswahl klar die stärkste Partei. Allerdings musste sie auch hier kräftig Federn lassen. Gegenüber 2013 verlor sie gut zehn Prozentpunkte und kam knapp über 35%.
Auf dem zweiten Platz landete in Schondorf mit etwa 19% die FDP. Das überrascht wahrscheinlich niemand. Die Liberalen haben ihre Wähler traditionell in der gut situierten Oberschicht, die am Ammersee reichlich vertreten ist. Der Stimmenanteil ist dann hier auch fast doppelt so hoch wie im bayerischen Durchschnitt (10,2%).

Sexyness in der Politik

Die Wähler der Grünen haben, genau wie CSU und FDP, ein überdurchschnittliches Einkommen (DIW Studie Wählerschaft der Parteien). Dementsprechend hat auch diese Partei am Ammersee überdurchschnittlich gut abgeschnitten: 17,3% in Schondorf gegenüber 9,8% in Bayern.
Allerdings war das Verhältnis von arm und reich vor vier Jahren hier auch nicht viel anders. Trotzdem konnten die Grünen mit +4% gegenüber 2013 nochmals zulegen. Allerdings nicht so kräftig wie die FDP, die ihr Ergebnis seit der letzten Wahl fast verdoppeln konnte.
Ob das daran liegt, dass Herr Hofreiter in punkto Sexyness nicht ganz mit Herrn Lindner mithalten kann? Nein, es liegt sicher ausschließlich an den Wahlprogrammen.

Hohe Wahlbeteiligung

Es gibt übrigens Untersuchungen die zeigen, dass auch die Wahlbeteiligung mit der Einkommenssituation zusammenhängt. Das finanziell abgesicherte Bürgertum geht eher zur Wahl, als Menschen in prekärer Lebenssituation. Auch das bestätigt sich im wohlhabenden Schondorf. Mit 85,5% war die Wahlbeteiligung ein ganzes Stück höher als in Bayern (78,2%).

Verluste auch für die SPD

Wo heuer die FDP steht, war vor vier Jahren in Schondorf noch die SPD, nämlich bei etwa 17% der Stimmen. Heuer hat sie fast ein Drittel ihrer Wähler verloren, und 12% reichen nur noch für den vierten Platz im Wahlergebnis. Damit liegen die Genossen am Ammersee auch recht deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 15,3%.
Ein paar Stimmen dürfte die LINKE den Sozialdemokraten weggeknabbert haben. Sie haben ihren Anteil mehr als verdoppelt, und liegen mit 6% gut im Landesdurchschnitt.
Die AfD kam nicht annähernd an ihr bayernweites Ergebnis von 12,4% heran und musste sich mit 6,5% bescheiden.

Die Kleinen gehen unter

Die anderen Parteien spielen eine untergeordnete Rolle. Die Freien Wähler schafften es, das schlechte Ergebnis von 2013 noch zu untertreffen, und holten in Schondorf nur noch knapp über 1%. ÖDP, Piraten und Bayernpartei blieben deutlich unter dieser Marke und haben damit klar schlechter abgeschnitten als im übrigen Bayern.
Bei den anderen Parteien braucht man keine Prozente, sondern einzelne Stimmen zählen. 13 Schondorfer machten ihr Kreuzchen bei der verkrampften Spaßbewegung "Die Partei", 10 entschieden sich für Demokratie in Bewegung und neun für die Tierschutzpartei. Damit liegen sie alle noch um ein Vielfaches vor der NPD. Genau ein Schondorfer Wähler stimmte für die braune Truppe.

9/24/2017

Geht doch!

Der Bundestagswahlkampf 2017 ist zu Ende. Erfreulicherweise wurden dieses Mal, zumindest am Ammersee, die Orte nicht flächendeckend zuplakatiert. Jedenfalls kommt es mir so vor, als wäre es heuer nicht so eine Materialschlacht wie bei früheren Wahlen gewesen.

Platz in Schondorf am Ammersee
Dezente Wahlpropaganda in Schondorf

Erfreulich dezent

Natürlich standen entlang der Staatsstraßen die unvermeidlichen Riesenplakate in der Größe von Fußballtoren. In den Orten selbst haben sich die Parteien aber erfreulich zurück gehalten.
Vielleicht haben die Wahlkampfmanager eingesehen, dass mehr Plakate nicht unbedingt zu mehr Wählerstimmen führen. Vielleicht liegt es auch daran, dass 2017 eher ein Wahlgeplätscher als ein Wahlkampf stattfand. Oder es war weniger Geld für Plakate da, weil so viele Videoclips für die sozialen Medien produziert werden mussten. Wie dem auch sei, mir hat diese Zurückhaltung gut gefallen.
Der Wahlbeteiligung hat es, soweit man es bis jetzt sieht, anscheinend nicht geschadet. Es geht also auch ohne Materialschlacht.

Wer war Tobias McFadden?

Die Gesichter der meisten Politiker auf den Wahlplakaten werden in ein paar Wochen wahrscheinlich vergessen sein. Michael Kießling wird wohl das Direktmandat im Stimmkreis 224 geholt haben. Ihn werde ich in Zukunft also noch öfters sehen, dann mit einem "MdB" hinter seinem Namen.
Ob ich mich in ein paar Monaten noch an Christian Winklmeier, Kerstin Täubner-Benicke oder Britta Hundesrügge erinnern werde? Ob ich dann noch weiß, für welche Parteien Tobias McFadden, Bernhard Feilzer oder Karin Boolzen kandidiert haben? Vermutlich nicht. 

Plakate vom Turner Prize Gewinner

Was in Schondorf leider nicht zu sehen war, waren die Plakate, die vom Starphotographen Wolfgang Tillmans (Turner Prize 2000) gestaltet wurden. Er hatte eine Serie von sieben Motiven entworfen, die nicht für eine Partei, sondern für das Wählen an sich geworben haben.
Hier kann man sie noch einmal sehen und, wenn man Lust hat, auch selbst ausdrucken: http://betweenbridges.net/bundestagswahl-2017.php

9/20/2017

Eine Lobby für Radfahrer

Nach 200 Jahren bekommt das Fahrrad am Ammersee-Westufer endlich eine eigene Interessensvertretung. Am 28. September findet in Dießen die Gründungsversammlung der ADFC-Regionalgruppe Ammersee-West statt.
26. 9. 2017: Wie ich gerade erfahren habe, wurde die Gründungsversammlung der ADFC Regionalgruppe Ammersee-West aus organisatorischen Gründen abgesagt.

BR-Radltour am Ammersee

ADFC am Ammersee

1817 unternahm Karl von Drais die erste Ausfahrt mit dem von ihm erfundenen Laufrad, der "Draisine". Das Fahrrad war geboren.
200 Jahre später formiert sich für diese umweltfreundliche Fortbewegungsart auch am Ammersee-Westufer ein eigenes Sprachrohr. Die ADFC-Regionalgruppe Ammersee-West soll den Radfahrern in unserer Region eine starke Stimme geben.

Das Fahrrad als Verkehrsmittel

Es ärgert mich jedesmal, wenn das Fahrrad nur als Sport- und Freizeitgerät betrachtet wird, anstatt es als Verkehrsmittel ernst zu nehmen. Dabei machen uns Holländer oder Dänen seit Jahren vor, wie man durch konsequente Förderung den Anteil des Radverkehrs deutlich steigern kann.
Dieses mehr an Fahrrädern hat rundherum positive Nebenwirkungen: Weniger Flächenverbrauch, weniger Staus, weniger CO2, und weniger Feinstaub. Außerdem ist Radfahren bekanntlich ein gesundes Fitnesstraining. Laut WirtschaftsWoche spart jeder Pendler, der vom Auto auf's Rad umsteigt, dem Gesundheitswesen im Durchschnitt jährlich €2000.

Interessensvertretung für Radler

Trotzdem hat in unserer Verkehrsplanung das Auto absoluten Vorrang. Es gibt zwar einzelne Initiativen für das Radfahren, aber leider unkoordiniert und mit nur mäßigem Erfolg.
Auch in Schondorf gab es schon einmal einen schwungvollen Ansatz um das zu ändern. Im März 2016 fand im Rathaus ein Kreativabend unter dem Motto "Schondorf will radeln!" statt. Von der Kennzeichnung radfreundlicher Straßen über eine Do-it-yourself Werkstätte bis zu einem Fahrrad-Bonus wurden eine Menge Ideen diskutiert. Konkrete Ergebnisse aus den damals gemachten Vorschlägen habe ich noch keine gesehen.
Dem Fahrrad fehlt einfach eine gewichtige Stimme, die die Interessen der Radler vertritt. Das soll sich nun änderrn. Am 28. September wird eine Regionalgruppe Ammersee West des ADFC gegründet. Sie wird sich für den Radverkehr in Eching, Greifenberg, Schondorf, Utting, Riederau und Dießen einsetzen. Ich denke, es ist im Interesse aller Radfahrer in der Region, diese Initiative zu unterstützen. In der Ankündigung werden auch ausdrücklich Nicht-ADFC-Mitglieder zu der Veranstaltung eingeladen.

Gründungsversammlung ADFC-Regionalgruppe Ammersee-West

28. September 2017, 19:30 Uhr
Wirtshaus zum Kirchsteig
Am Kirchsteig 30
Dießen am Ammersee

9/03/2017

Aus Prinzip

Die Initiative "Unser Dorf" in Utting gibt den Widerstand gegen das geplante Polizeibootshaus in Holzhausen nicht auf. In einer aktuellen Stellungnahme werden gravierende Fehler bei der Planung und beim Umweltgutachten bemängelt. Das Innenministerium hält aber anscheinend unbeirrt an einem Baubeginn im Herbst fest – aus Prinzip. 
Panorama Dampfersteg am Ammersee
Hier soll das Polizeibootshaus gebaut werden

Die Polizei auf dem Ammersee

Den aktuellen Stand der Dinge hat ein Beitrag im Kreisboten sehr gut zusammengefasst. Hier noch ein paar prinzipielle Gedanken dazu von mir.
Ich bin der Meinung, dass die Polizei auf und um den Ammersee sehr gute und wichtige Arbeit leistet. Ich bin auch dafür, dass sie für diese Arbeit alle notwendigen Geräte und Ausrüstung bekommt. Trotzdem verstehe ich überhaupt nicht, wozu es dieses Bootshaus in Holzhausen braucht.
Seit das alte Bootshaus bei St. Alban vor zehn Jahren abgerissen wurde, liegt das Polizeiboot WSP 7 im Sommer am Dampfersteg in Dießen. Im Herbst wird es herausgeholt und im Frühjahr wieder zu Wasser gelassen. Das scheint ja nun ein Jahrzehnt lang gut funktioniert zu haben.
Was spricht deshalb eigentlich für ein neues Bootshaus am Ammersee?

Bootshaus in Holzhausen

Die Lage in Holzhausen kann ja kaum ein Argument für den Bau sein. Der jetzige Standort am Dießener Dampfersteg ist von der Polizeiinspektion aus in fünf Minuten zu erreichen. Holzhausen ist dagegen 10 km entfernt, und die Anfahrt dauert etwa dreimal so lange. Zudem führt nur ein schmaler Weg zum Steg, und die notwendige Infrastruktur muss erst neu errichtet werden.

Rechnet sich der Aufwand?

Die Unterhaltskosten für die beiden Polizeiboote auf dem Ammersee sind derzeit recht moderat. Laut Auskunft der Staatsregierung liegen diese bei durchschnittlich etwa 5.000 Euro im Jahr. Für das neue Bootshaus sind angeblich € 350.000 veranschlagt. Selbst wenn sich dadurch der Wartungsaufwand für das Boot halbieren sollte, hätte sich der Bau erst nach 140 Jahren amortisiert.

Aus Prinzip

Als Hauptargument höre ich, dass das Polizeiboot ganzjährig einsatzfähig sein müsse – aus Prinzip.
Auf eine parlamentarische Anfrage sagte das Innenministerium 2015 dazu:
Rege Aktivitäten auf dem Ammersee?
Facebook Bilder vom Winter 2016
"Die je nach Wetterlage auch in den Wintermonaten durchaus noch regen Aktivitäten auf dem See erfordern die Einsatzbereitschaft der Wasserschutzpolizei auch zu dieser Jahreszeit."
Ich weiß nicht, ob wir hier vom gleichen See reden. Jedenfalls sind mir am Ammersee in den Wintermonaten noch keine regen Aktivitäten auf dem See aufgefallen. Gut, es gibt ein paar unentwegte Windsurfer, die auch bei Minustemperaturen auf dem Wasser sind. Für dieses kleine Häuflein lohnt sich der Aufwand aber wohl kaum.
Wie eingangs schon gesagt: ich bin sehr dafür, dass unsere Polizei die Ausrüstung bekommt, die sie für ihre Arbeit braucht. Ich denke aber, dass man die € 350.000 (wenn es denn dabei bleibt) sinnvoller investieren könnte.
Oder muss das Polizeiboot wirklich auch im Winter auf dem Ammersee Patrouille fahren? Wie seht ihr das?



7/19/2017

Das Vermächtnis großer Namen

Im Rahmen der Kreiskulturtage fand am 7. Juli im Landheim Schondorf eine Podiumsdiskussion über den umstrittenen Komponisten Hans Pfitzner statt. Unter dem Titel "Ein Vermächtnis" ging es darum, ob und wie an Pfitzner's Zeit am Ammersee erinnert werden sollte.

Nino Gurevich vom Musikzentrum Schondorf
Nino Gurevich spielte Pfitzner's Klaviersonaten

Wer war Hans Pfitzner?

Ich habe Pfitzner schon einmal im Beitrag "Passt das hierher?" beschrieben (https://schondorf.blogspot.de/2016/04/passt-das-hierher.html). Hier deshalb nur eine kurze Einführung. Der Komponist Hans Pfitzner ist heute nur noch wenigen bekannt (sein Hauptwerk "Palestrina" findet sich in der Amazon Bestsellerliste auf Platz 44.393). Nichts desto trotz war er ein bedeutender Komponist der klassisch-romantischen Schule, und Anfangs des 20. Jahrhunderts hoch angesehen. Musiker wie Bruno Walter, Richard Strauss oder Otto Klemperer gehörten zu seinen Bewunderern. Von 1919 bis 1929 lebte Pfitzner in Schondorf am Ammersee. Daran erinnern heute die nach ihm benannte Straße und ein Denkmal in den Seeanlagen.
So weit, so gut. Allerdings komponierte Pfitzner nicht nur, sondern äußerte sich auch lautstark politisch. Er polemisierte regelmäßig gegen das Judentum und unterstützte in Aufrufen Adolf Hitler. Während der NS-Zeit kam er dann zu hohen Ehren, und relativierte noch nach dem Krieg die Greuel der Nazis.
Wie soll man mit diesem schwierigen Vermächtnis umgehen?

Musik und Diskussion

Der Schondorfer Gemeinderat Rainer Jünger moderierte dazu eine Diskussion, zu der er kompetente Gäste geladen hatte. Weil die Veranstaltung nicht nur eine Vorstellung der politischen Gesinnung, sondern auch der Musik Pfitzner's geben sollte, spielte die Pianistin Nino Gurevich Klavierstücke aus seinem Opus 47 von 1941.
Andreas Heusler, Alex Dorow, Rainer Jünger, Thomas Raff und Johann Peter Vogel
Von links: Andreas Heusler, Alex Dorow,
Rainer Jünger, Thomas Raff und Johann Peter Vogel
Auf dem Podium diskutierten dann Johann Peter Vogel von der Hans Pfitzner-Gesellschaft, der Historiker und Landtagsabgeordnete Alex Dorow, der Kunsthistoriker Thomas Raff, und Andreas Heusler vom Stadtarchiv München. Heusler ist in München für die Überprüfung historisch belasteter Straßennamen zuständig, kennt sich also mit schwierigen Fällen aus. Leider nicht mit auf der Bühne (aber immerhin im Publikum) saß Bürgermeister Alexander Herrmann.

Die höchste Ehre einer bürgerlichen Gesellschaft

Den Anfang machte Stadtarchivar Heusler. Er erinnerte daran, dass die Benennung einer Straße die höchste Ehre ist, die eine bürgerliche Gesellschaft vergibt. Die so Ausgezeichneten sollten deshalb einen Vorbildcharakter haben, der über fachliche Leistungen hinausgeht. Bei Pfitzner hatte er in dieser Beziehung Zweifel.
Dagegen verteidigte  Johann Peter Vogel, Autor von zwei Büchern über den Komponisten, "seinen" Pfitzner mit Hingabe und der Cleverness des erfahrenen Juristen. Sollte ich jemals vor einer Anklagebank stehen, dann möchte ich auch von Dr. Vogel verteidigt werden.

Gewagte Thesen

Dabei kam ihm zugute, dass er sich als einziger auf dem Podium mit Pfitzner wirklich auskannte. Alle anderen Teilnehmer mussten eingestehen, dass sie mit Leben und Werk nicht im Detail vertraut waren. So blieben auch manche Thesen Vogels unwidersprochen, die ich persönlich ziemlich gewagt fand. Beispielsweise, dass Pfitzner zwar immer gegen das "Weltjudentum" gewettert habe, damit aber eigentlich gar nicht die Juden, sondern den Bolschewismus gemeint habe. Da muss ich mal in den Büchern Vogel's nachlesen, wie er auf diese Theorie kommt.

Nicht unter den Teppich kehren

Einig waren sich die Diskussionsteilnehmer, dass ein einfaches Entfernen von Straßenschild und Denkmal die schlechtest mögliche Lösung wäre. Pfitzner gehört zur Geschichte Schondorfs, damit muss man sich auseinandersetzen und kann es nicht einfach unter den Teppich kehren.
Wenig überraschend kamen in der Fragerunde des Publikums auch Stimmen auf, warum man denn jetzt über diese alten Geschichten reden müsse. Ob denn nicht einfach alles so bleiben könne, wie es ist?
Dagegen sprachen sich die Historiker auf dem Podium für einen offenen Umgang mit der Vergangenheit aus. Es sei normal, dass es einen gewissen Abstand braucht, bis man die unangenehmen Seiten der eigenen Historie aufarbeiten könne. Wichtig sei, dass nicht ein Mäntelchen des Schweigens darüber gebreitet werde, sondern man in einen kritischen Dialog trete.

Wird das Pfitzner-Denkmal erweitert?

Im Schondorfer Gemeinderat ist das Thema Pfitzner wohl schon hinter verschlossenen Türen diskutiert worden, und wird wahrscheinlich auch in Zukunft wieder auf die Tagesordnung kommen. Eine Idee ist anscheinend, das Denkmal in der Seeanlage so zu erweitern, dass beide Seiten dieser schwierigen Persönlichkeit dargestellt werden.

Aus der Vergangenheit für die Gegenwart lernen

Wenn ich mich richtig erinnere war es Alex Dorow, der den für mich entscheidenden Gedanken der Veranstaltung auf den Punkt brachte. Noch wichtiger als das Ergebnis, meinte er, sei der Weg dorthin. Es ginge darum, aus der Auseinandersetzung mit dem historischen Thema etwas für unsere Zeit und über uns selbst zu lernen. Oder wie es der Philosoph Karl Popper so schön formuliert hat: Der Wert eines Dialogs hängt vor allem von der Vielfalt der konkurrierenden Meinungen ab.
In diesem Sinne werde ich mich jetzt etwas intensiver mit der schwierigen Persönlichkeit Pfitzners befassen, und mich in sein Leben und Werk einlesen, bzw. einhören. 

7/12/2017

Läuft's?

Beim Brunnen vor dem Schondorfer Rathaus hieß die Antwort leider: "Ja, es läuft". Das Brunnenwasser lief unkrontrolliert aus der Zuleitung und versickerte irgendwo im Untergrund. (siehe https://schondorf.blogspot.de/2015/11/ist-das-kunst-oder-kann-das-weg.html)

Brunnen vor dem Rathaus Schondorf am Ammersee

Vermülltes Becken

Auch sonst war der Brunnen nicht die Zierde, die sich die Gemeinde erhofft hatte. Man musste feststellen, das sich in dem flachen Becken der ganze Müll sammelte, den der Wind durch die Gegend treibt (wer hätte sowas gedacht?).
Jetzt hat sich die Gemeinde zu einer Radikalkur entschlossen, und das Brunnenbecken wurde abgerissen. Dadurch kam man an die Verrohrung, die nun hoffentlich wieder dicht ist.
Statt eines Wasserbeckens gibt es jetzt eine gepflasterte Fläche. Rund um dieses Pflaster werden Sitzsteine aus Marmor aufgestellt, passend zum Brunnenstein.
Wenn ich mich richtig erinnere, sind für diesen Umbau € 15.000 veranschlagt. 

Die Hagalrune ᚼ 

Brunnen vor dem Rathaus Schondorf am AmmerseeErhalten bleibt der vom Bildhauer Fabrizio Lorenzani gestaltete Block aus Carrara-Marmor. Dieser Stein hat sechs Wasserrinnen, die von oben betrachtet die Form einer Hagal-Rune ᚼ bilden.
Ich habe mich im Internet schlau gemacht, wofür diese Hagal Rune eigentlich steht. Hagal (auch Hagall oder Hagalaz) ist das neunte Zeichen im Runenalphabet Futhark. Dieses Alphabet wurde noch bis ins 8. Jahrhundert von den germanischen Stämmen benutzt. Außer als Buchstaben haben die Runen auch Eigenschaften als magische Zeichen.
Über die Hagal Rune erfahre ich: "Sie steigert die Gehirnfunktion, sie stellt die Verbindung mit allen erhaltenden Kräften dar ... sie schützt das Heim vor Bedrohungen, sie gibt Weisheit und Heil."
Vielleicht wirken die Kräfte dieses magischen Zeichens ja bis ins daneben stehende Rathaus hinein.

Brunnen vor dem Rathaus Schondorf am Ammersee
Die neue Pflasterung

Brunnen vor dem Rathaus Schondorf am Ammersee
Die Sitzsteine


5/31/2017

Die Null steht

Bei der Schondorfer Bürgerversammlung am 24. Mai wurden jede Menge Zahlen präsentiert. Eine der erfreulichen Nachrichten aus dem Jahresrückblick 2016 war, dass die Neuverschuldung bei genau Euro 0,00 lag.

Neuverschuldung 2017 von Schondorf am Ammersee

Spitzenstellung am Ammersee

Die Gesamtverschuldung wurde um rund € 500.000 auf € 6,5 Mio. reduziert. Das ist natürlich immer noch eine ganze Menge und bedeutet, dass der Schuldenstand pro Kopf jetzt bei etwa € 1.700 liegt. Ich hatte vor ziemlich genau einem Jahr schon einmal über das Thema Schulden geschrieben (siehe Spitzenstellung von Schondorf).
Wir sind immer noch die am höchsten verschuldete Gemeinde am Ammersee. Das liegt aber nicht daran, dass wir in den letzten Jahren in Saus und Braus gelebt hätten. Die Schulden kommen vor allem von den beiden Großprojekten Feuerwehrhaus und Prix-Gelände.

Investitionen in die Zukunft

Der Neubau des Feuerwehrhauses war sicher notwendig, wenn man sich das Wachstum von Schondorf ansieht. Jetzt haben wir ein gut ausgestattetes Gebäude, das für die nächsten Jahrzehnte ausreichen sollte.
Auch das Prix-Gelände ist eine Investition in die Zukunft. Die Gemeinde hat das ehemalige Industriegebiet 2013 gekauft, wenn ich mich richtig erinnere, für damals € 4 Mio. Dazu kamen mittlerweile noch erhebliche Kosten für den Abriß, die Entsorgung der Altlasten, diverse Gutachten, Entwürfe, usw. Zumindest auf einem Teil des Geländes soll bezahlbarer Wohnraum entstehen, um auch jungen Familien und Normalverdienern ein Leben am Ammersee zu ermöglichen. Allerdings muss dazu jetzt erst einmal ein Kriterienkatalog für den Investorenwettbewerb erstellt werden. Anschließend muss Schondorf dann einen oder mehrere Investoren finden, die auf dem Gelände entsprechend den Vorgaben bauen wollen. Ich vermute, dass das mindestens bis 2018 dauern wird.
Das investierte Geld wird am Ende wahrscheinlich wieder herein kommen. Mehr aber auch nicht, weil die Gemeinde die Grundstückspreise nicht noch mehr anheizen will, sondern lediglich eine "schwarze Null" anpeilt.

Solide gewirtschaftet

Auch wenn sich die Schuldensituation in den nächsten Jahren wieder entspannen wird, ist es trotzdem gut, vorsichtig zu wirtschaften. Ob private oder öffentliche Haushalte, Schulden sind immer eine Einschränkung des eigenen Handlungsspielraums. Außerdem schauen die bayerischen Landratsämter  den Gemeinden genau auf die Finger, ob verantwortlich gewirtschaftet wird.
Von daher freut es mich, dass Schondorf letztes Jahr keine neuen Schulden gemacht hat. Natürlich ist das auch einmaligen Effekten wie dem Verkauf des Wassernetzes zu verdanken, und natürlich wurden einige geplante Vorhaben aufgeschoben. Zum Beispiel wird die notwendige Sanierung einiger Gehwege – etwa in der Bahnhofstrasse – wohl noch etwas auf sich warten lassen (In der Bahnhofstrasse ärgert mich das, weil im Gegensatz zum holprigen Gehweg, die Fahrbahn glatt ist wie ein Babypopo. Mit dem Porsche kommt man hier bestens voran, mit einem Kinderwagen nicht).
Im Großen und Ganzen wurden die Sparziele aber erreicht, ohne dass Schondorf nun verwahllost aussieht.
Ich finde, das haben die Verwaltung und der Gemeinderat gut gemacht. 

5/14/2017

Termin 22. Mai

Am 24. Mai findet die nächste Schondorfer Bürgerversammlung statt (auf den im Titel angesprochenen 22. 5. komme ich gleich noch). Ich musste in diesem Zusammenhang an Avijit Roy denken, und dass sein Leben für uns eine Verpflichtung sein sollte.

Der in Bangladesh ermordete Menschenrechtsaktivist Avijit Roy
Avijit Roy

Politik wie im Wellness-Spa

Unsere westliche Demokratie ist praktisch das Wellness-Resort unter den politischen Systemen. Gefahrlos und bequem sitzen wir in den Liegestühlen, und brauchen nur ab und an eine Wahl zu treffen. Diesmal CSU oder Grüne? "Klimaschutz geht uns alle an" oder "Arbeit und Heimat für den Neubürger"? Dazwischen können wir uns lautstark über die Politiker beschweren, ohne deswegen irgendetwas befürchten zu müssen.

Der Traum von Meinungsfreiheit

In anderen Ländern träumen die Menschen von solchen Wahlmöglichkeiten. Avijit Roy war einer von ihnen. Der Blogger aus Bangladesh setzte sich für Meinungsfreiheit und Toleranz ein. Im Februar 2015 wurde er auf offener Straße von Fanatikern mit Macheten zerhackt.
Roy hat für eine offene Gesellschaft gekämpft, in der die Menschen ohne Angst vor Repressionen am politischen Leben teilhaben können. Eine Gesellschaft, in der man den politisch Verantwortlichen auch unangenehme Fragen stellen kann, ohne dafür eingekerkert zu werden. Kurz gesagt, für ein politisches System, das uns längst zur bequemen Selbstverständlichkeit geworden ist.

Fragen bis zum 22. Mai

Das Schicksal von Avijit Roy erinnert mich daran, unter welchen priviligierten Umständen ich eigentlich lebe. Aus Respekt vor Freiheitskämpfern wie ihm, sollten wir unsere Möglichkeiten der politischen Teilhabe auch wirklich nutzen.
Eine Gelegenheit um kritisch nachzufragen ist die kommende Schondorfer Bürgerversammlung. Fragen, die bei der Versammlung beantwortet werden, können bis zum 22. Mai bei der Gemeinde Schondorf eingereicht werden. Ich hoffe, dass davon rege Gebrauch gemacht wird.

Schondorfer Bürgerversammlung

24. Mai 2017, 19:30 Uhr
Cafe Forster
An der Point 2

4/16/2017

Barrieren abbauen

Seit 2015 sind sehr viele Menschen zu uns gekommen, die vor den Zuständen in ihren Herkunftsländern geflüchtet sind. Sie erlebten eine Welle der Hilfsbereitschaft, aber auch Misstrauen und Vorurteile, die oft aus Unkenntnis entstehen. Gegen diese Vorurteile kann die Politik etwas tun, und die Website der Gemeinde Pähl finde ich in dieser Hinsicht sehr gelungen.

Wald am Ammersee
Infos zu Flucht und Asyl

Eigentlich hatte ich wegen Informationen zum Birkenallee-Radweg die Website www.gemeinde-paehl.de besucht. Es fiel mir aber auf, dass es dort auch eine Seite "Infos zu Flucht und Asyl" gibt. Nicht versteckt in irgendwelchen Untermenüs, sondern prominent in der Hauptnavigation auf der Startseite.
Alleine das zeigt schon, dass das Thema in  Pähl ernst genommen wird. Es ist auch ein Zeichen der Wertschätzung für den Unterstützerkreis, dass dieser seine Arbeit auf der offiziellen Plattform der Gemeinde präsentieren kann.

Asylsuchende besser verstehen

Der "Unterstützerkreis Asyl in Pähl" informiert in regelmäßigen Abständen über die Arbeit mit den Asylsuchenden und hilft, die Lage besser zu verstehen.
Warum sitzen die Geflüchteten immer nur in ihrer Unterkunft? Weil sie kein Geld haben, um einmal raus zu gehen. Warum arbeiten sie nicht? Weil sie nicht dürfen. Warum kochen sie nicht wenigstens selber? Weil sie auch das nicht dürfen.
Wie gesagt: Vorurteile haben oft mit der Unkenntnis der Situation zu tun.

Ein komplexes Thema

Das erklärt auch Bürgermeister Werner Grünbauer in einem Text auf dieser Seite. Er schreibt in klaren und menschlichen Worten über das Thema Asyl. Grünbauer nimmt es ernst, dass manche Mitbürger Bedenken haben, und stempelt sie nicht gleich als Nazis und Rassisten ab. Dass die Meinungsbildung oft sehr oberflächlich erfolgt, findet er Angesichts der Komplexität des Themas nachvollziehbar. Darum sind in dem Text eine Fülle von Informationen verlinkt, um tiefer in die Materie einzusteigen.

Klarheit schafft Vertrauen

Danach habe ich mich noch etwas auf anderen Ammersee-Seiten umgesehen. Ähnlich schön gelöst ist das im Webauftritt von Herrsching www.herrsching.de.
Ich würde mir wünschen, dass andere Gemeinden am Ammersee diesem Beispiel folgen würden. Asyl, Migration und Integration werden uns sicher noch viele Jahre beschäftigen. Die Informationen zu diesen Themen sollten nicht schamhaft in den Untermenüs einer Website versteckt sein. Es ist keine Lösung, möglichst still und unauffällig zu sein, um keine unerwünschten Reaktionen zu provozieren. Ich bin überzeugt, dass auch hier Klarheit Vertrauen schafft.
Natürlich ist die Präsentation im Internet nur ein winziges Mosaiksteinchen bei der Integration von Migranten. Trotzdem können auch solche Kleinigkeiten helfen, Vorurteile zu überwinden und Ängste abzubauen. 





3/19/2017

Baudenkmal oder Schwarzbau?

Ein Schwarzbau direkt am Ammersee? Der muß natürlich weg, sagt das Landratsamt. Die Gemeinde Eching würde ihn lieber stehen lassen. Die Geschichte, die sich daraus entwickelte, könnten Franz Kafka und Karl Valentin gemeinsam geschrieben haben.

Das sogenannte Norwegerhaus am Ammersee

Das Norwegerhaus am Ammersee

Heute schaut das Schondorf-Blog einmal über die Grenzen der Gemeinde hinaus, aber nur um etwa 100 Meter. Wenn man von Schondorf am Ammersee entlang nach Norden spaziert, sieht man als eines der ersten Häuser in Eching das sogenannte Norwegerhaus. Das Anwesen am Kaaganger ist ein seit langem gewohnter Anblick, und wahrscheinlich denken die wenigsten dabei an einen Schwarzbau.
Ursprünglich erbaut wurde es von dem Landschaftsmaler Hans Beat Wieland, dem Schwiegersohn des Sektfabrikanten Rudolf Henkell.

Von Spitzbergen inspiriert

Wieland war 1896 nach Norwegen gereist, um für eine Illustrierte Zeichnungen von der Expedition Salomon August Andrée's zu machen. Dieser versuchte mit einem Ballon zum Nordpol zu fahren. Andrée stürzte ab und blieb verschollen, aber Wieland kam wohlbehalten zurück und war seither von Norwegen fasziniert. Darum baute er sich mit seiner Frau am Ammersee ein Anwesen im Stil der Häuser auf Spitzbergen, mit begrüntem Dach und blutrotem Anstrich.
Bild von Hans Beat Wieland
1999 verkauften Wieland's Erben das unter Denkmalschutz stehende Haus. Der neue Besitzer machte sich an eine gründliche Renovierung, und damit gingen die Probleme los.

Zu gründlich renoviert

Das Landratsamt befand nämlich, dass etwas zu gründlich renoviert worden sei. Die Wände wurden neu aufgemauert und die Deckenhöhe vergrößert. Auch wenn es von Außen nur wenig verändert aussah, war von der historischen Substanz kaum etwas übrig geblieben.
Das Haus galt damit als Neubau. Es liegt aber im Außenbereich der Gemeinde, wo generell nichts Neues gebaut werden darf. Damit war das Gebäude nun ein Schwarzbau, der abgerissen werden muss. Gegen diese Entscheidung wurde über mehrere Instanzen prozessiert, aber es blieb bei der Abrißverordnung.
Im Gegensatz zum Landratsamt würde die Gemeinde Eching das Haus gerne erhalten. Der Gemeinderat hat beschlossen, dazu die Außenbereichssatzung zu ändern, um den Schwarzbau nachträglich zu legalisieren.

Baubehörde gegen Gemeinderat

Die Baubehörde im Landratsamt hält das für rechtswidrig und will dagegen vorgehen. Auch weil befürchtet wird, dass damit ein Präzedenzfall für eine weitere Bebauung und Erschließung am Kaaganger geschaffen wird.
Ich kann beide Seiten irgendwie verstehen. Einerseits ist das Norwegerhaus am Ammersee ein gewohnter Anblick, der vermutlich niemand stört. Von daher hätte ich nichts dagegen, wenn es erhalten bleibt.
Andererseits wecken Ausnahmeregelungen natürlich immer Begehrlichkeiten. Wenn es einmal geklappt hat, kommen möglicherweise auch Andere auf die Idee, ihr Haus ein bisschen zu renovieren und zu vergrößern. Und dann möchte man als Zufahrt vielleicht lieber eine asphaltierte Straße, als einen beschaulichen Wanderweg.
Es ist keine einfache Entscheidung. Mittlerweile wurde sogar der Petitionsausschuss im Landtag angerufen, der sich für einen Erhalt des Norwegerhauses ausgesprochen hat. Die verworrene Geschichte kann sich also durchaus noch länger hinziehen.

Aktualisierung vom 23. März

Durch Heiko Folkerts habe ich erfahren, dass Wieland nicht nur als Maler, sondern auch als Architekt tätig war. Hier ist ein schöner Beitrag aus der Zeitschrift "Die Kunst" von 1908. Victor Zobel (offensichtlich ein Bewunderer des großen Architekten Herrmann Muthesius) beschreibt darin das Haus, das Wieland für seinen Schwiegervater in Wiesbaden gebaut hat: http://www.lexikus.de/bibliothek/Die-Kunst-18-Band-Das-Haus-Henkell-in-Wiesbaden
Beat Wieland hat also auch das Norwegerhaus am Ammersee vermutlich nicht nur in Auftrag gegeben, sondern auch selbst geplant.


2/26/2017

Plakatieren erlaubt?

Bei der Schondorfer Gemeinderatssitzung am 22. Februar stand ein recht harmlos erscheinender Punkt auf der Tagesordnung: Eine Partei möchte eine öffentliche Veranstaltung mit Plakaten im Gemeindegebiet bewerben. Sollte das erlaubt werden?

"No" auf einem Verteilerkasten
Worum geht's hier eigentlich? Ach, egal.

Politik zu den Menschen bringen

Um dieses Thema entwickelte sich dann eine recht lebhafte Diskussion. Man war sich einig, dass es kein akutes Problem ist. Zum Glück ist die Ammerseeregion – außer in Wahlzeiten – nicht mit politischen Plakaten vollgekleistert. Es ging bei der Argumentation also mehr um das Prinzipielle.
Die Befürworter betonten, dass man gerade heute Politik zu den Menschen bringen müsse. Die Bürger sollen sehen, dass politisch gearbeitet wird. Auch wurde angeführt, dass das Geld für Öffentlichkeitsarbeit knapp sei. Man brauche die kostengünstige Plakatwerbung, um die Leute zu erreichen.
Das Geld sei auch bei Vereinen oder Geschäftsleuten knapp, wurde dagegen gehalten. Diese dürften aber trotzdem nicht auf geldsparende Plakatständer zurückgreifen, sondern müssten für Werbung bezahlen. Außerdem gebe es auch so genug Möglichkeiten, um auf eine Veranstaltung aufmerksam zu machen. Termine könnte man beispielsweise über die öffentlichen Aushangflächen, über die Lokalpresse, oder auch im Internet ankündigen.

Gleiches Recht für alle?

Ein weiteres Gegenargument war die Angst, einen Präzedenzfall zu schaffen. Wenn man nun einer Partei erlaubt eine Veranstaltung mit Plakaten zu bewerben, werden dann andere das selbe Recht einfordern? Ich stelle mir mal vor, die NPD würde einen Miss Germania Bewerb plakatieren wollen. Könnten die dann auf gleiches Recht für alle pochen?
Diese Bedenken versuchte die Verwaltung zu zerstreuen. Unabhängig vom jetzt diskutierten Fall bleibe die Entscheidung auch in Zukunft der Gemeinde vorbehalten.
Am Ende setzten sich die Befürworter durch. Die Plakataktion wurde gegen die Stimmen der Freie Wähler Gemeinderäte und Rudi Hoffmann (Grüne) abgesegnet.

Privilegien für Parteien

Wie gesagt, die Entscheidung wird in der Praxis wenig verändern. Das Ammerseeufer ist nicht mit politischen Botschaften überflutet, und das wird vermutlich auch so bleiben. 
Trotzdem finde ich persönlich, dass ein Aspekt in der Diskussion etwas zu kurz kam. Einiges an der zunehmenden Demokratieverdrossenheit geht auf das Gefühl zurück, die Politik würde gerne Spielregeln zu eigenen Gunsten machen. Das Argument hört man an Stammtischen quer durch die Republik, dass "die Politiker" sich selbst Privilegien verschaffen, die sie den Wählern verweigern.
Meine Befürchtung ist deshalb, dass die Plakataktion nach hinten losgeht. Es könnte der Eindruck entstehen, dass die Parteien gerne Ausnahmen zustimmen, solange sie selbst davon profitieren.
Anstatt die Politik zu den Bürgern zu bringen, würde dann das Misstrauen eher noch geschürt werden.
Vielleicht sehe ich das aber auch einfach zu skeptisch. 

2/19/2017

Auf Kollisionskurs

Ein Fest im Dorf ist an und für sich eine prima Sache. Zwei Feste sind normalerweise sogar noch besser, aber in Schondorf sorgen sie leider für schlechte Stimmung.

Kreiskulturtage am Ammersee

Heuer finden bekanntlich erstmalig Kreiskulturtage im Landkreis Landsberg statt. Neben einer ganzen Reihe kleiner, feiner Veranstaltungen, sollen drei große Ereignisse über den Landkreis verteilt die Besucher anziehen. In Landsberg ist das die Auftaktveranstaltung mit der Vergabe des Kunstpreises an den Holzbildhauer Bert Praxenthaler. In Hurlach, an der nördlichen Grenze des Landkreises, findet ein Konzert von Quadro Nuevo statt.

Straßenfest in Schondorf

Von Anfang an war außerdem ein Kulturfest am Ammersee geplant. Die Freude war groß, dass dafür Schondorf ausgewählt wurde. Für den 8. Juli wurde ein Straßenfest rund um den Schondorfer Bahnhof angesetzt. Es gibt Kunst, Musik, Handwerk, und natürlich auch was zum Essen und Trinken. Andreas Kloker plant eine Performance und die bekannten Stelzer aus Landsberg sind auch mit dabei.
Feine Sache. Nur hatte für genau diesen Tag auch die Schondorfer Wasserwacht ihr Jahresfest geplant, dem die Gemeinde mit dieser Veranstaltung sozusagen das Wasser abgräbt.

Terminkollision

Verständlich, dass die Mitglieder der Wasserwacht sauer sind. Sie hatten ihr Fest schon deutlich länger geplant und mit den anderen Vereinen am Ort abgestimmt. Obwohl bis zum 8. Juli noch ein halbes Jahr Zeit ist, konnte anscheinend keine der beiden Seiten einen Ausweichtermin finden. Auf Facebook hat die Wasserwacht nun angekündigt, dass das Fest heuer ausfallen wird.
Niemand wird der Gemeinde Schondorf hier böse Absicht unterstellen – ein Zeichen von Interesse und Wertschätzung der Arbeit der Wasserwacht ist es aber nicht. Da ist Porzellan zerschlagen worden, und der Ärger wird vermutlich noch länger anhalten.
Sehr schade, dass eine gute Idee zu solcher Mißstimmung geführt hat. Ich hoffe, dass das Kulturfest trotzdem die Menschen im Ort zusammenbringt und keine Gräben aufreißt.

12/04/2016

Das ist jetzt nicht PC, oder?

Meine Blogger-Kollegin Renate Blaes hat einmal einen Beitrag veröffentlicht, der recht hitzig diskutiert wurde. Es ging darin um Political Correctness - kurz PC.
Daran musste ich denken, als ich dieses Schild am Bahnhof in Dießen sah.

Bahnhofstoilette in Diessen am Ammersee
Progressive Sprachwächter 

Anlass für den erwähnten Beitrag war ein Text von Magnus Klaue. Dieser beschwert sich über "progressive Sprachwächter", denen er vorwirft "Sprache und ihre Verwendung permanent auf die Korrektheit der ihr zugrunde liegenden Gesinnung" zu überprüfen.
Das beschreibt recht genau die Idee der Political Correctness: Dass Frauen oder soziale Minderheiten nicht durch abwertenden oder gedankenlosen Sprachgebrauch diskriminiert werden sollen.

Feministische Linguistik

Sehen wir uns das obige Schild "Ankreideraum" mal unter dem Gesichtspunkt der Political Correctness an. Bedient es nicht das Stereotyp von der Frau, die vor der Bahnfahrt schnell noch das Make-up aufbessert?
Wird damit nicht suggeriert, die Frau müsse den eigenen Körper mit den Schönheitsnormen der Gesellschaft in Einklang zu bringen? Werden mit dieser Aussage nicht die überholten Rollenklischees einer sexistischen Gesellschaft reproduziert? 

Das Schild ist vermutlich überhaupt nicht politisch korrekt. Aber witzig finde ich es schon.

11/30/2016

Schreckgespenst mit 28 Buchstaben

Das Wortungetüm versetzt Hausbesitzer in Angst und Schrecken, seit dem 9. November sogar noch mehr als zuvor. An diesem Tag fällte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof eine Entscheidung, die alle Gemeinden im Freistaat angeht, auch am Ammersee. Es geht um die (du hast es wahrscheinlich längst erraten) Straßenausbaubeitragssatzung.

Strassenpflaster mit Pfeil

Gemeinden müssen abkassieren

Im Kommunalabgabengesetz ist festgelegt, dass Gemeinden die Kosten für den Straßenausbau von den Anliegern einfordern sollen. Sollen heißt nicht müssen, sagt sich rund ein Viertel der bayerischen Kommunen. Auch Schondorf gehört zu den Gemeinden, die keine Straßenausbausatzung haben. Damit könnte in naher Zukunft Schluß sein.
Ins Rollen brachte die Angelegenheit Hohenbrunn, das seine Straßenausbaubeitragssatzung 2013 aufgehoben hatte. Das Landratsamt München beanstandete dies, und das Verwaltungsgericht München ordnete an, dass die Kosten an die Grundstücksbesitzer weitergeben werden müssen. Diese Entscheidung wurde nun vom Verwaltungsgerichtshof bestätigt (siehe Bericht in der Bayerischen Staatszeitung).

Hohe Kosten bei der Straßensanierung

Von der Erhebung des Straßenausbaubeitrags wird nur dann abgesehen, wenn die Gemeinde ohnehin genug Geld für die Baumaßnahmen in der Kasse hat. In Schondorf ist das nicht der Fall, hier beträgt der Schuldenstand aktuell rund € 7 Mio (siehe Spitzenstellung von Schondorf). Könnte also durchaus passieren, dass auch unsere Gemeinde dazu verpflichtet wird, Anwohner an den Kosten für Straßensanierung zu beteiligen.
Für Haus- oder Wohnungsbesitzer können dabei leicht vier- bis fünfstellige Summen fällig werden. Wenn jemand gerade knapp bei Kasse ist, kann so etwas existenzgefährdend sein.
Das wurde vom Gericht etwas abgemildert. Statt einer hohen Einmalzahlung können die Kommunen auch kleinere Beiträge über einen längeren Zeitraum kassieren. Dazu wird in einem Gebiet festgelegt, welche Straßenbaumaßnahmen anfallen. Die Kosten dafür werden dann auf alle Bewohner dieses Ortsteils umgelegt. In Rheinland-Pfalz, wo dieses Modell schon seit einigen Jahren angewendet wird, sind es anscheinend rund € 200 jährlich pro Haushalt.
Ich bin mal gespannt, was da auf die Wohnungs- und Hausbesitzer am Ammersee zukommt. 

10/23/2016

Anarchie auf dem Ammersee

Mit dem Beginn der kalten Jahreszeit wird der Ammersee zum rechtsfreien Raum. Desperados, Mafiosi und chinesische Triaden tyrannisieren dann vom See aus die Anwohner. Es hat seinen guten Grund, warum sich die Einheimischen im Winter nie näher als hundert Schritte an das Seeufer wagen.
Und alles nur, weil das Polizeiboot WSP7 nicht einsatzbereit ist.
Dampfersteg bei Holzhausen am Ammersee
Diese Idylle wird bald Vergangenheit sein

Der See ohne Polizeikontrolle

Das oben Gesagte war von mir natürlich ironisch gemeint. Die bayerische Staatsregierung sieht das allerdings völlig ironiefrei. Dass das Polizeiboot am Ammersee ganzjährig eingesetzt werden muss, scheint dort fast ein religiöses Dogma zu sein. Darum muss für die Polizeiboote ein Bootshaus gebaut werden, und zwar am Dampfersteg in Holzhausen.

Gespräche beendet

Die Gespräche mit der Initiative dampferstegholzhausen.de wurden beendet, und im Frühjahr 2017 will man mit dem Bau beginnen, wie die Augsburger Allgemeine schreibt.
Das umstrittene Bootshaus soll also gebaut werden, obwohl sich der Uttinger Gemeinderat einstimmig dagegen ausgesprochen hat, hunderte Bürger am Steg dagegen protestierten, die Bewegung prominente Unterstützer bis hin zu Tatort-Kommisar Axel Milberg hat, und eine Petition gegen den Bau fast 1.500 Unterschriften sammelte.

Die Aufgaben der Wasserschutzpolizei

Es ist mir rätselhaft, warum dieses Projekt nun mit der Brechstange durchgezogen wird. Ich zumindest habe noch nie gehört, dass sich jemand über die mangelnde Präsenz der Wasserpolizei im Winter beschwert hätte.
Der Landtagsabgeordnete Ludwig Hartmann hat zu dem Thema eine Anfrage an die Staatsregierung gestellt. Aus der Antwort sieht man recht schön die Aufgaben der Wasserschutzpolizei. 2014 entfielen 369 von 398 Einsätzen (also über 90%) auf die Überwachung von Veranstaltungen und die Kontrolle von Booten, Fischerei und Anlegestellen. In allen diesen Bereichen gibt es im Winter eher wenig zu tun.

Dießen hat sich bewährt

Seit gut zehn Jahren liegen die beiden Polizeiboote den Sommer über in Dießen und werden im Oktober aus dem Wasser geholt. Mit dem Beginn der Wassersportsaison werden sie dann wieder einsatzfähig gemacht.
Das scheint bestens zu funktionieren und auch die Kosten sind überschaubar. Aus der oben erwähnten Anfrage erfährt man, dass der Wartungs- und Reparaturaufwand für beide Boote zusammen bei 3.000 - 7.000 € pro Jahr liegt.
Mir ist es wie gesagt rätselhaft, warum nun gegen alle Widerstände das Bootshaus in Holzhausen gebaut werden muss.

8/14/2016

Noch einmal Pfitzner

Denkmal für Hans Pfitzner in Schondorf am Ammersee
Am 9. April hatte ich über die Hans-Pfitzner-Strasse und das Denkmal des Komponisten in der Schondorfer Seeanlage geschrieben. Pfitzner ist wegen seiner Rolle im Dritten Reich eine umstrittene Persönlichkeit, und ich hatte damals gefragt: "Passt das hierher?"
Zu diesem Beitrag hat Blog-Leser Rainer Jünger einen sehr ausführlichen Kommentar verfasst, den ich hier ungekürzt wiedergebe und mit ein paar Gedanken kommentiere.

7/10/2016

Kommt der GLEXIT?

Breitband Internet mit Fiber Optics
Als es um einen möglichen Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone ging, wurde der Begriff GREXIT (Greek Exit) erfunden. Der Britische Exit aus der EU hieß dann analog BREXIT.
Ein Ausstieg aus der Glasfaser-Technologie müsste demnach GLEXIT heißen.
Wobei es in Schondorf streng genommen nicht ein Ausstieg wäre, sondern ein Nicht-Einstieg. Das wäre dann der GLANENTRY (Glasfaser Non Entry), aber das klingt mir zu kompliziert.

5/29/2016

Auf halbem Weg

Mezzavia, Bar und Cafe in Utting am Ammersee
Das Mezzavia ist ein sehr charmantes Cafe in Utting (Mühlstraße 4a) - aber darum geht es hier nicht. Ich meine hier Mezza Via im Sinn von "auf halbem Weg", und zwar in Bezug auf das Schondorfer Ratsinformationssystem.