Schondorf - Leben am Ammersee

Kultur, Politik, Freizeit und Veranstaltungen aus Schondorf und der Ammersee-Region.
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12/20/2017

9/03/2017

9/03/2017

Aus Prinzip

Die Initiative "Unser Dorf" in Utting gibt den Widerstand gegen das geplante Polizeibootshaus in Holzhausen nicht auf. In einer aktuellen Stellungnahme werden gravierende Fehler bei der Planung und beim Umweltgutachten bemängelt. Das Innenministerium hält aber anscheinend unbeirrt an einem Baubeginn im Herbst fest – aus Prinzip. 
Panorama Dampfersteg am Ammersee
Hier soll das Polizeibootshaus gebaut werden

Die Polizei auf dem Ammersee

Den aktuellen Stand der Dinge hat ein Beitrag im Kreisboten sehr gut zusammengefasst. Hier noch ein paar prinzipielle Gedanken dazu von mir.
Ich bin der Meinung, dass die Polizei auf und um den Ammersee sehr gute und wichtige Arbeit leistet. Ich bin auch dafür, dass sie für diese Arbeit alle notwendigen Geräte und Ausrüstung bekommt. Trotzdem verstehe ich überhaupt nicht, wozu es dieses Bootshaus in Holzhausen braucht.
Seit das alte Bootshaus bei St. Alban vor zehn Jahren abgerissen wurde, liegt das Polizeiboot WSP 7 im Sommer am Dampfersteg in Dießen. Im Herbst wird es herausgeholt und im Frühjahr wieder zu Wasser gelassen. Das scheint ja nun ein Jahrzehnt lang gut funktioniert zu haben.
Was spricht deshalb eigentlich für ein neues Bootshaus am Ammersee?

Bootshaus in Holzhausen

Die Lage in Holzhausen kann ja kaum ein Argument für den Bau sein. Der jetzige Standort am Dießener Dampfersteg ist von der Polizeiinspektion aus in fünf Minuten zu erreichen. Holzhausen ist dagegen 10 km entfernt, und die Anfahrt dauert etwa dreimal so lange. Zudem führt nur ein schmaler Weg zum Steg, und die notwendige Infrastruktur muss erst neu errichtet werden.

Rechnet sich der Aufwand?

Die Unterhaltskosten für die beiden Polizeiboote auf dem Ammersee sind derzeit recht moderat. Laut Auskunft der Staatsregierung liegen diese bei durchschnittlich etwa 5.000 Euro im Jahr. Für das neue Bootshaus sind angeblich € 350.000 veranschlagt. Selbst wenn sich dadurch der Wartungsaufwand für das Boot halbieren sollte, hätte sich der Bau erst nach 140 Jahren amortisiert.

Aus Prinzip

Als Hauptargument höre ich, dass das Polizeiboot ganzjährig einsatzfähig sein müsse – aus Prinzip.
Auf eine parlamentarische Anfrage sagte das Innenministerium 2015 dazu:
Rege Aktivitäten auf dem Ammersee?
Facebook Bilder vom Winter 2016
"Die je nach Wetterlage auch in den Wintermonaten durchaus noch regen Aktivitäten auf dem See erfordern die Einsatzbereitschaft der Wasserschutzpolizei auch zu dieser Jahreszeit."
Ich weiß nicht, ob wir hier vom gleichen See reden. Jedenfalls sind mir am Ammersee in den Wintermonaten noch keine regen Aktivitäten auf dem See aufgefallen. Gut, es gibt ein paar unentwegte Windsurfer, die auch bei Minustemperaturen auf dem Wasser sind. Für dieses kleine Häuflein lohnt sich der Aufwand aber wohl kaum.
Wie eingangs schon gesagt: ich bin sehr dafür, dass unsere Polizei die Ausrüstung bekommt, die sie für ihre Arbeit braucht. Ich denke aber, dass man die € 350.000 (wenn es denn dabei bleibt) sinnvoller investieren könnte.
Oder muss das Polizeiboot wirklich auch im Winter auf dem Ammersee Patrouille fahren? Wie seht ihr das?



8/20/2017

8/20/2017

Ubuntu in Schondorf

Es ist schon erstaunlich, wie man aneinander vorbeireden kann. Barbara Deubzer von "Wir – Kinder der Erde" erzählte mir neulich, dass am 1. September im Yoveda in Schondorf ein Ubuntu-Kurs stattfindet. Ubuntu kenne ich als populäre Variante des Betriebssystems Linux, das vor allem für Anwendungen im Bereich des Internet-der-Dinge (IoT) eingesetzt wird. Ein Computerkurs im Yoga-Zentrum?

Ubuntu, Wir - Kinder der Erde
Photo © Wir - Kinder der Erde

Mit allem verwoben sein

Nein, am 1. September geht es natürlich nicht um Linux und Software. Das denken nur Leute, die so computerfixiert sind wie ich. Andere wissen, dass Ubuntu eine afrikanische Philosophie ist, die sich um Menschlichkeit und Nächstenliebe dreht. Das Wort bedeutet soviel wie „mit allem verwoben zu sein“ und der Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu hat es einmal so definiert: „Ich bin, weil wir sind und weil wir sind, deshalb bin ich.“

Von Südafrika zum Ammersee

Nun entstehen bei uns ja oft recht eigene Interpretationen von außereuropäischen Lebenslehren. Manchmal haben sie mit dem ursprünglichen Gedankengut nicht mehr viel gemeinsam und verkommen zu esoterischen Gymnastikübungen. Um das zu verhindern holen die Veranstalter deshalb einen Mann an den Ammersee, der mit Ubuntu aufgewachsen ist und diese Philosophie auch tatsächlich lebt.
Der Südafrikaner Sicelo Cabangani Mbatha ist der Gründer von Umkhiwane Ecotours. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Menschen das Wissen und das Naturverständnis seiner alten Kultur zu vermitteln. Übrigens nicht nur sinnsuchenden Westeuropäern, sondern auch der Jugend seiner Heimat.

Individuum und Gemeinschaft

Wer sich einmal über Ubuntu informieren möchte, kann sich am Freitag, 1. September um 18:00 Uhr den Vortrag von Sicelo Mbatha im Yoveda Schondorf anhören. Hier wird er erklären, wie Ubuntu aus dem Bewußtsein entspringt, dass man selbst Teil eines Ganzen und der Natur ist. Daraus entsteht ein selbstverständliches Teilen mit allem Lebendigen, mit Menschen, Tieren und Pflanzen. Daraus ergibt sich auch, dass die eigene Persönlichkeit und die Gemeinschaft in enger Beziehung zueinander stehen. Ubuntu enthält also durchaus auch politische Aspekte.

Übergangsrituale und Naturwissen

Wer tiefer einsteigen möchte, für den bietet "Wir – Kinder der Erde" am folgenden Samstag und Sonntag einen zweitägigen Workshop auf der Schatzbergalm bei Dießen. Hier geht es vor allem um Naturwissen und Übergangsrituale.
In unserer westlichen Welt sind wir fließende Übergänge zwischen den Lebensabschnitten gewohnt, z.B. von der Jugend zum Erwachsenen. Im Ubuntu dagegen grenzen Rituale diese Lebensphasen ab und helfen, bewusst die Veränderung wahrzunehmen und anzunehmen.
Ein weiterer Aspekt wird die Bedeutung der Ältesten sein. Welche Eigenschaften haben die Ältesten, damit sie der Gemeinschaft als Lehrer und Wegweiser dienen können? Eine spannende Frage für eine Gesellschaft, in welcher sich die Ältesten gemeinhin als rüstige Junggebliebene präsentieren müssen. 

Ubuntu – das Netz des Lebens

1. - 3. 9. 2017
Yoveda Yoga & Seminarzentrum
Bahnhofstrasse 24
Schondorf am Ammersee
Anmeldung über www.kinder-der-erde.de




7/25/2017

7/25/2017

Wissenschaft und Wirtschaft

(Auf Grund einiger Rückmeldungen habe ich diesen Beitrag vom 23. Juli aktualisiert. Die Änderungen sind kursiv hervorgehoben und in [Fußnoten] erklärt.)

"Mückenplage" ist ja aktuell ein heiß diskutiertes Thema am Ammersee. In diesem Zusammenhang stößt man immer wieder auf den Mückenforscher Dr. Norbert Becker, den wissenschaftlichen Direktor des Vereins KABS. Ich wurde nun auf Gerüchte angesprochen, Dr. Becker habe neben seinen wissenschaftlichen auch wirtschaftliche Interessen am Einsatz des Insektizides Bti [1]. Darum habe ich ein bisschen nachgeforscht, um mehr darüber zu erfahren. 


Überzeugungsarbeit für Bti

Das Werk von Valent BioSciences in Osage, USA
© Valent BioSciences Corp.
Dr. Becker setzt bei der Bekämpfung der Stechmücke auf das Bacillus thuringiensis israelensis (Bti). Er ist wissenschaftlicher Leiter der "Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e.V." (KABS). Diesem Verein gehören 97 Gemeinden und Landkreise aus der Region des Oberrheins an. KABS finanziert seine Arbeit aus den Beiträgen der Mitglieder und hat nach eigenen Angaben ein jährliches Budget von etwa 3,5 Millionen Euro.
Auch außerhalb des Gebiets der KABS wirbt Dr. Becker für den Einsatz von Bti. Letztes Jahr nahm der Biologe an einer Podiumsdiskussion in Utting teil, denn am Ammersee wird darüber nachgedacht, ob die Gemeinden in einer gemeinsamen Aktion Bti ausstreuen sollen. (http://www.ammerseekurier.de/2016/10/14/bti-einsatz-bald-auch-am-ammersee/).

Wissenschaftler und Kaufmann

Ich war selber leider nicht dort, und weiß deshalb nicht, wie sich Dr. Becker vorgestellt hat. In dem oben verlinkten Beitrag wird er jedenfalls beschrieben als "Wissenschaftlicher Direktor des Vereins KABS, Professor an der Uni Heidelberg und nach seinen Angaben auch bei der WHO tätig". Nicht erwähnt wird eine weitere Funktion, nämlich die eines Geschäftsführers als Mitglied der Geschäftsführung[2] der Firma ICYBAK (http://www.icybac.de/contact/contact.htm). ICYBAK produziert für KABS das mit Bti versetzte Eisgranulat, und verstreut es per Hubschrauber über den Mückenbrutgebieten.
Das ist nun schon eine ungewöhnliche Konstellation. Dr. Becker ist gewissermaßen Auftraggeber und Auftragnehmer in Personalunion. Als wissenschaftlicher Leiter von KABS organisiert er das Verstreuen von Bti, was die Firma übernimmt, in der er als Geschäftsführer Mitglied der Geschäftsführung[2] tätig ist.
Die ICYBAK GmbH ist ein 100% Tochterunternehmen der KABS e.V. Gewinne der ICYBAK gehen damit automatisch an den Verein KABS. Die Satzung des Vereins besagt aber, dass „Gewinnerzielung und die Verfolgung eigener wirtschaftlicher Ziele ausgeschlossen (sind)“. ICYBAK hat dadurch sicher nicht den Druck zur Profitmaximierung wie andere Firmen. [3]

Mückengift aus dem Versandhandel

Auf der vom Gesundheitspolitische Arbeitskreis Landsberg der CSU initiiert Veranstaltung in Utting erklärte Dr. Becker, dass Bti weltweit erfolgreich zur Stechmückenbekämpfung eingesetzt werde, und für Mensch und Tier ungefährlich sei (Kreisbote: https://www.kreisbote.de/lokales/landsberg/podiumsdiskussion-parteiuebergreifende-solidargemeinschaft-gefordert-6825419.html)
Diese Überzeugungsarbeit des Wissenschaftlers erreicht natürlich nicht nur die Politiker. Wenn er bei öffentlichen Veranstaltungen Bti als "das beste Mittel weltweit“ lobt, kommt das sicher bei vielen Zuhörern an. Mancher mag dann vielleicht nicht warten, bis die Gemeinde aktiv wird, sondern will dieses Wundermittel (Handelsname: VectoBac) in Eigenregie einsetzen.
Eine Quelle dafür lässt sich schnell finden, nämlich den Onlinehandel der Firma CULINEX Becker. Auch diese Firma wird von Dr. Becker geleitet (Impressum des Onlineshops).

Die Rolle von Valent BioSciences

Der Bti Grundstoff für CULINEX und ICYBAK stammt vom amerikanischen Pestizidhersteller Valent BioSciences. Zu diesem Unternehmen scheint Dr. Becker gute Beziehungen zu haben. In einem Bericht der Zeitung Rheinpfalz vom April 2015 erläutert Becker, dass Projekte der KABS Forschungsarbeit "zumindest partiell von Valent mitfinanziert werden“. Valent BioSciences ist auch "Gold-Sponsor" der "European Mosquito Control Association" (EMCA), deren Executive Director Becker ist (http://www.emca-online.eu/index.php?id=1). Die EMCA residiert übrigens unter der selben Adresse wie der Verein KABS in Speyer.
Auch bei Veranstaltungen der EMCA referriert Dr. Becker über den Einsatz von Bti. Bei der heurigen Jahreskonferenz im montenegrinischen Badeort Bečići leitete er eine Sitzung über "Floodwater mosquitoes - control strategies in protected areas" ("Überschwemmungsmücken - Bekämpfungsstrategien in Schutzgebieten", wenn ich das richtig übersetzt habe): http://www.emca-online.eu/assets/PDFs/1_Montenegro_full_program_speakers_1_March.pdf

Ein schmaler Grat

Nun ist es weder ungewöhnlich noch verwerflich, dass Industrieunternehmen und Wissenschaft zusammenarbeiten. Im Gegenteil ist es ja erfreulich, dass ein Pestizidhersteller mit seinen Gewinnen auch die Forschungsarbeit unterstützt. Allerdings ist das ein schmaler Grad. Ab wann leidet die wissenschaftliche Objektivität unter dem Einfluß des Geldgebers? Wie sehr darf ein Forscher seinen wissenschaftlichen Ruf einsetzen, um die Produkte eines bestimmten Unternehmens bekannt zu machen?
An Dr. Becker's Verbindungen zur Industrie ist rechtlich vermutlich nichts auszusetzen, und an meiner persönlichen Einstellung zum Einsatz von Bti hat sich dadurch nichts geändert (https://schondorf.blogspot.de/2017/01/weniger-ist-mehr.html).
Ich denke aber, er hätte sich selbst einen Gefallen getan, wenn er seine verschiedenen Verbindungen zur Wirtschaft klarer dargelegt hätte. Das hätte wilde Spekulationen um seine Person verhindert.


Anmerkungen zu den Änderungen vom 25. 7.

[1] Ich wurde darauf angesprochen, dass Bti kein Insektizid, sondern ein Biozid sei. Beides ist richtig. Die EU Verordnung 528/2012 definiert Biozide als Wirkstoffe, die auf andere Art als physikalische Einwirkung Schadorganismen zerstören oder unschädlich machen. 
(Genaue Definition auf der Seite des Umweltbundesamtes: http://www.biozid.info/deutsch/biozidprodukte/)
 Diese Stoffe sind je nach ihrer Wirkung in Gruppen unterteilt, und dazu gehören (Hauptgruppe 3, Produktart 18) Insektizide. Bti ist also von der Art her ein Biozid, von der Wirkung ein Insektizid.
[2] Ich wurde darauf hingewiesen, dass Dr. Becker bei ICYBAK nicht den Titel eines Geschäftsführers trägt. Er wird auf der Kontaktseite der Firma aber zusammen mit Dr. Paul Schädler und Jochen Gubener unter „Geschäftsführung“ angegeben. 
http://www.icybac.de/contact/contact.htm
[3] Gewinne der ICYBAK GmbH gehen an den Verein KABS. Die Satzung von KABS sagt in §2 Absatz 3: „Eine Gewinnerzielung und die Verfolgung eigener wirtschaftlicher Ziele sind ausgeschlossen.“ http://www.kabsev.de/1/1_2/1_2_1/1_2_1_1/index.php

Ich sehe durchaus das Argument, dass ICYBAK dadurch keinen Druck zur Profitmaximierung hat. Andererseits kenne ich keinen Verein, der sich nicht über etwas mehr Geld in der Kasse freut.

2/05/2017

2/05/2017

Morgenstimmung

Die Tage werden wieder länger. Damit wird es auch schwieriger, einen Sonnenaufgang zu erleben, wenn man nicht zu nachtschlafener Zeit aufstehen will. Ich habe eine dieser Gelegenheiten genutzt, und ein kleines Video im Zeitraffer von der Morgenröte am Ammersee gedreht.


Sonnenaufgang am Ammersee

"Ammersee Sunrise" entstand am Weingarten zwischen Schondorf und Eching.  In echt war es natürlich noch viel schöner, allerdings auch deutlich kälter als vor dem Computer.
Falls der eingebettete Player nicht funktioniert, hier der Link zum Video auf YouTube.

Die Musik im Film ist "Cold Morning" von Audionautix unter Creative Commons Attribution Lizenz (https://creativecommons.org/licenses/...)


1/04/2017

1/04/2017

Schau mal in den Garten

Vom 6. bis 8. Januar veranstaltet der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) die "Stunde der Wintervögel". Dabei zählen Freiwillige in ganz Bayern wie viele Vögel sie in einer beliebigen Stunde sehen, und geben diese Daten an den LBV weiter.

Blick in einen verschneiten Garten

Langzeitstudie zu heimischen Vögeln

Sinn der Aktion ist es, fundierte Erkenntnisse über das Verhalten unserer heimischen Vögel im Winter zu erhalten. Wie passen sie sich z. B. am Ammersee an die kalte und futterarme Jahreszeit an? Welche Arten werden durch Winterfütterung gefördert, welche nicht? Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Vögel im Winter aus?

Blaumeise oder Grünfink

Mitmachen ist prinzipiell recht einfach. Man setzt sich am kommenden Wochenende zu einer beliebigen Stunde hin und beobachtet den eigenen (oder auch einen fremden) Garten. Dabei schreibt man auf, welche Vögel man wie oft sieht und schickt die Ergebnisse an den LBV.
Wie gesagt, prinzipiell ganz einfach, wenn man sich mit den Federtieren etwas auskennt.
Ich selbst habe ja größte Schwierigkeiten Sperling und Buchfink, Kohlmeise und Zeisig auseinander zu halten. Zum Glück gibt es auf der Seite des LBV ein Vogel-Wiki mit Bildern und Steckbriefen der 25 häufigsten heimischen Vogelarten.

Buchfink
Photo © Andreas Giessler
Zi zi zi zizizizi Würzgebier

Dort habe ich zum Beispiel gelernt, dass der Buchfink (Fringilla coelebs) eine rotbraune Brust, markante weiße Flügelbinden und eine blaugraue Kappe hat. Sein Gesang besteht aus schmetternden Strophen und klingt nach „zi zi zi zizizizi würzgebier”. Allerdings warnt die Beschreibung, dass "zahlreiche individuelle Varianten und Dialekte" vorhanden seien.
In Teilen Schwabens sei der Buchfink auch unter dem Namen Kotfink oder Dreckjochel bekannt, was sich auf seine Lebensweise beziehe. Alles klar.
Mal sehen, ob ich am Wochenende einen von diesen kleinen Dreckspatzen am Ammersee sehe.

Stunde der Wintervögel

6. - 8. Januar 2017
www.stunde-der-wintervoegel.de

11/13/2016

11/13/2016

Es ist nicht Grau

Jetzt haben wir den grauen November am Ammersee. Wenn die Leute das sagen, rutschen meistens die Mundwinkel nach unten. Warum denn eigentlich?

Graues Auto vor grauem Himmel
Von Iridium bis Glaciersilber

Grau ist doch anscheinend die Lieblingsfarbe der Deutschen. Man muss sich nur die Farbauswahl in einem beliebigen Autoprospekt ansehen. Neben Schwarz, Weiß und Rot stehen dort immer ein halbes Dutzend Grautöne zur Auswahl.
Also denken wir beim Herbstwetter jetzt einfach mal nicht an Grau, sondern an Kaschmirsilber, Sophistograu, Mondstein und Singapurgrau, an Jatoba, Magellangrau, Diamantsilber und Glaciersilber, oder an Titanmetallic, Cerussit, Oolonggrau und Iridiumsilber.
Sieht doch gleich viel besser aus.

Herbstliches Farbenspiel 

Außerdem hat das herbstliche Grau am Ammersee wunderbare Farbakzenten in Rubinrot, Gold, Reseda, Smaragd und Ocker. Die Landschaft hier ist einfach zu jeder Zeit schön, auch im Oktober.
Also rein in Gummistiefel und Regenjacke, und raus in die Natur.
(Die Bilder unten kann man natürlich zum Vergrößern anklicken)

Gummistiefel auf Herbstlaub

Wolken über dem Ammersee

Panoramaphoto von Wiesen im Nebel

Rotes Laub und Segelboote auf dem Ammersee

Blick über Wiesen im Nebel

10/23/2016

10/23/2016

Anarchie auf dem Ammersee

Mit dem Beginn der kalten Jahreszeit wird der Ammersee zum rechtsfreien Raum. Desperados, Mafiosi und chinesische Triaden tyrannisieren dann vom See aus die Anwohner. Es hat seinen guten Grund, warum sich die Einheimischen im Winter nie näher als hundert Schritte an das Seeufer wagen.
Und alles nur, weil das Polizeiboot WSP7 nicht einsatzbereit ist.
Dampfersteg bei Holzhausen am Ammersee
Diese Idylle wird bald Vergangenheit sein

Der See ohne Polizeikontrolle

Das oben Gesagte war von mir natürlich ironisch gemeint. Die bayerische Staatsregierung sieht das allerdings völlig ironiefrei. Dass das Polizeiboot am Ammersee ganzjährig eingesetzt werden muss, scheint dort fast ein religiöses Dogma zu sein. Darum muss für die Polizeiboote ein Bootshaus gebaut werden, und zwar am Dampfersteg in Holzhausen.

Gespräche beendet

Die Gespräche mit der Initiative dampferstegholzhausen.de wurden beendet, und im Frühjahr 2017 will man mit dem Bau beginnen, wie die Augsburger Allgemeine schreibt.
Das umstrittene Bootshaus soll also gebaut werden, obwohl sich der Uttinger Gemeinderat einstimmig dagegen ausgesprochen hat, hunderte Bürger am Steg dagegen protestierten, die Bewegung prominente Unterstützer bis hin zu Tatort-Kommisar Axel Milberg hat, und eine Petition gegen den Bau fast 1.500 Unterschriften sammelte.

Die Aufgaben der Wasserschutzpolizei

Es ist mir rätselhaft, warum dieses Projekt nun mit der Brechstange durchgezogen wird. Ich zumindest habe noch nie gehört, dass sich jemand über die mangelnde Präsenz der Wasserpolizei im Winter beschwert hätte.
Der Landtagsabgeordnete Ludwig Hartmann hat zu dem Thema eine Anfrage an die Staatsregierung gestellt. Aus der Antwort sieht man recht schön die Aufgaben der Wasserschutzpolizei. 2014 entfielen 369 von 398 Einsätzen (also über 90%) auf die Überwachung von Veranstaltungen und die Kontrolle von Booten, Fischerei und Anlegestellen. In allen diesen Bereichen gibt es im Winter eher wenig zu tun.

Dießen hat sich bewährt

Seit gut zehn Jahren liegen die beiden Polizeiboote den Sommer über in Dießen und werden im Oktober aus dem Wasser geholt. Mit dem Beginn der Wassersportsaison werden sie dann wieder einsatzfähig gemacht.
Das scheint bestens zu funktionieren und auch die Kosten sind überschaubar. Aus der oben erwähnten Anfrage erfährt man, dass der Wartungs- und Reparaturaufwand für beide Boote zusammen bei 3.000 - 7.000 € pro Jahr liegt.
Mir ist es wie gesagt rätselhaft, warum nun gegen alle Widerstände das Bootshaus in Holzhausen gebaut werden muss.

3/01/2016

3/01/2016

Abgeholzt – und jetzt?

Gefällter Baum
Mitten in Schondorf wurde plötzlich ein Hektar Wald gerodet. Aufmerksam wurde ich auf den Vorgang durch meine Blogger-Kollegin Renate Blaes. Sie hat die Umstände in einem Beitrag hier ausführlich und kenntnisreich beschrieben.
Wer sich dafür interessiert, was in unserem Ort vorgeht, sollte den Text unbedingt lesen.
Der Wald ist weg, aber wie geht es nun weiter?

1/06/2016

1/06/2016

Der Innenminister setzt auf Holzhausen

Protestveranstaltung am Dampfersteg Holzhausen/Ammersee
Zunehmend verhärtete Fronten in Holzhausen: Die Initiative "Dampfersteg Holzhausen" will das historische Panorama der Bucht erhalten, das Innenministerium will hier das umstrittene Bootshaus der Polizei bauen.

12/16/2015

12/16/2015

Management by walking around

Zu "Schondorfer Seeblick" hat ein Leser einen ausführlichen Kommentar geschrieben. Ich wollte erst direkt darauf antworten, aber das Thema ist ziemlich umfangreich. Es geht um das Erscheinungsbild unseres Ortes, die Aufgaben der Gemeinde, und um das Weltklima. Darum verpacke ich meine Antwort nun in einen eigenen Beitrag.

9/18/2015

9/18/2015

Video: Ammersee ohne Müll ist schee

Freiwilliges Müllsammeln am Ammersee
Zum dritten Mal hieß es heuer: "Ammersee ohne Müll ist schee". Die Leute von goodboards organisierten wieder eine Müllsammlung entlang dem Ufer zwischen Utting und Schondorf.
Wie in der Ankündigung (Urban Trash Collecting) vorhergesagt, war die Stimmung prächtig und die Beute reichlich.
Hier ist ein kleines Video, mit dem ich versucht habe, die fröhliche Atmosphäre der ganzen Aktion einzufangen.

9/06/2015

9/06/2015

Urban Trash Collecting

Ammersee ohne Müll ist schee
Müllsammeln rangiert in der Liste der beliebtesten Freizeitaktivitäten momentan noch weit hinter Nordic Walking und Stand-Up Paddling.
Das liegt vielleicht auch daran, dass es noch keinen tollen englischen Namen hat. Deshalb nenne ich es hier mal Urban Trash Collecting.
Aus Erfahrung weiß ich, dass es als Teamsport richtig Spaß macht.

6/19/2015

4/24/2015

3/25/2015

3/25/2015

Ein Machtwort vom Ministerpräsidenten?

Ministerpräsident Seehofer in Diessen
"Mir war wichtig, dass hier ein Einvernehmen mit der Bevölkerung gefunden werden konnte und es möglich war, eine einfachere und praktikablere Lösung zu finden", sagte der Ministerpräsident zum Thema Bootshaus für die Wasserschutzpolizei.
Allerdings war das im Jahr 2005, der Ministerpräsident hieß Edmund Stoiber, und der geplante Standort für das Bootshaus lag damals in St. Alban.
Beim jetzt geplanten Bootshaus in Holzhausen (siehe Dampfersteg Holzhausen) scheint das 'Einvernehmen mit der Bevölkerung' nicht mehr so wichtig zu sein. Trotz massiver Proteste hält das Innenministerium an der Planung fest.

3/22/2015

3/22/2015

Aktive Wege zum Wandel

Transition-Region Ammersee
Wie soll unsere Welt morgen aussehen?
Ich habe nichts gegen ökologische Ideen, solange sie nicht im Büßerhemd, sondern irgendwie elegant und sexy daherkommen. In dieser Beziehung hat mich schon die letzte Veranstaltung der Transition-Region Ammersee positiv überrascht  (Grün und Spaß, geht das?).
Darum freue ich mich auf das Treffen "Aktive Wege zum Wandel" am Dienstag, 24. März im Gasthof zur Post in Greifenberg.

3/15/2015

3/15/2015

Dampfersteg Holzhausen

Bundesmarine
Etwas kleiner ist das Boot der
Wasserschutzpolizei schon.
Wie die Augsburger Allgemeine berichtet, plant die Polizei den Bau eines Bootshauses am Dampfersteg in Holzhausen.
Wobei Bootshaus etwas verniedlichend klingt: Mit 13m x 8m Grundfäche hat das Bauwerk die Ausmaße eines Einfamilienhauses.
Gegen diese Verbauung der Holzhauser Bucht wendet sich dampferstegholzhausen.de mit einer Online-Petition.

11/12/2014

11/05/2014

11/05/2014

Hast Du 'nen Vogel?

Vogelhaus vom Schreiner
(Photo © Fachverband Schreinerhandwerk Bayern)
Nein? Du hast keinen Vogel? Da kann Dir geholfen werden!
Beim Tag des Schreiners am 8. und 9. November kannst Du unter fachkundiger Anleitung ein Vogelhaus bauen.
Da nistet sich dann sicher ein Piepmatz ein, denn der Kubus ist die Designervilla unter den Vogelhäusern.

Formschön am Ammersee

In Schondorf ist es die Tischlerei Formschön die sich an der Aktion beteiligt. Formschön kennen sicher viele wegen des originellen Gartenkubus.
Dieses Wochenende kann man sich dort die Werkstätte anschauen, sich über Materialien und Design informieren, und sich selbst mit der Kreissäge ein paar Finger abschneiden (letzteres nur nach Voranmeldung).

8. und 9. November 2014
Formschön GmbH
Bergstrasse 4A
Schondorf am Ammersee

Empfohlener Beitrag

Nur Mut!

Nach der erfolgreichen Premiere 2017, wird es auch 2019 wieder Kreiskulturtage im Landkreis Landsberg geben. Das Motto der Veranstaltung...