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11/05/2017

Oh wie romantisch!

Nun ist sie leider schon wieder vorbei, die großartige Ausstellung "Das Kleine Format" in Dießen. Leitmotiv der Schau war heuer das Thema "Romantik", und einige der Werke dazu haben es mir besonders angetan.

Die Würde des Unbekannten

Im Prinzip ist ja jedes Kunstwerk ein romantisches Unterfangen. Der Künstler romantisiert, indem er "dem Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehn, dem Bekannten die Würde des Unbekannten gibt", wie Sepp Dürr in seiner Eröffnungsrede Novalis zitierte. Trotzdem habe ich die Konzentration auf das Thema bei manchen Kunstwerken stärker wahrgenommen als bei anderen.
Hier also eine streng subjektive Auswahl von sechs Arbeiten, in denen ich das Thema "Romantik" besonders stimmig umgesetzt fand.

Mythologie

Annunciata Foresti
Von Annunciata Foresti war viel als Organisatorin der Ausstellung die Rede. Ihre Rolle als Künstlerin geriet darüber fast ein bisschen in Vergessenheit. Dabei geben ihre kleinen Landschaftsportraits ganz wunderbar dem "Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehen", um noch einmal Novalis zu zitieren. Mit einer Mischung aus Photographie und Malerei schuf sie Bilder die wirken, als wären sie Antiquitäten, Fundstücke aus mythologischen Zeiten.

Rosen

Jürgen Oliver Blank
Die Rose ist sicher die romantische Blume schlechthin. Entsprechend oft ist sie auch schon dargestellt worden. Jürgen Oliver Blank schafft es trotzdem, dem Sujet einen frischen Blickwinkel zu geben. Statt zart und lieblich, wirken seine Rosen eher düster und ein bisschen morbide. Aber auch das Düstere ist ein Merkmal der Romantik.

Feuerwerk

Nuё Ammann
Ein Feuerwerk ist ohne Frage eine sehr romantische Angelegenheit. Nuё Ammann denkt den beseelten Moment weiter und untersucht poetisch das Danach. Ihre Installationen kombinieren Textfragmente mit den Überresten explodierter Böller. Dem Thema Romantik kann man sich also durchaus auch mit einer Prise Humor annähern.

Aeronautik

Gerd Hoffmann

1783 präsentierten die Brüder Montgolfier ihre "aerostatische Maschine", ein Heißluftballon der 2000 Meter hoch stieg. Das beflügelte die Phantasie der Romantiker, man denke z. B. an Jean Paul's "Des Luftschiffers Giannozzo Seebuch".
Bei Gerd Hoffmann sind diese Luftschiffe zarte Gebilde aus Draht und Papier. Ich weiß nicht, ob ich meine Höhenflüge diesen fragilen Konstruktionen anvertrauen möchte, aber wie Hoffmann sagt: „Man muss Risiken auf sich nehmen um fliegen zu können, sonst bleibt man ein Lebenlang Fußgänger.“

Lichtgestalten


Feen und Fabelwesen gehören natürlich unbedingt zur Romantik. Die Lichtkünstlerin Vanessa Hafenbrädl (aka Dieselqueen) zeigte ein Video einer ihrer Projektionen. Man sieht kreisende Lichtgestalten aus einer anderen Welt, die uns zuwinken, verlocken oder vielleicht auch warnen wollen.

Luftwesen

Nani Weixler
Die Fahnen aus Seidenorganza von Nani Weixler gehören eigentlich auch in den Bereich der Luftwesen. Die zarten Tücher sind genau das Gegenteil von gravitätischen Staats- oder Vereinsfahnen. An einem Tag spielte auch die Natur mit, und sorgte mit einem Regenbogen für die perfekte Hintergrundbeleuchtung.
"Erscheinungen sind vielleicht die Sympathien, welche die Natur mit dem Menschen hat", schrieb die Spätromantikerin Charlotte Brontë.

Interpretationen zur Farbe Blau

Das Kleine Format ist für heuer leider vorbei, aber im Dießener Blauen Haus geht es weiter. Aktuell ist dort die Ausstellung "Blau II" zu sehen. 50 Künstler vom Ammersee zeigen zeitgenössische Interpretationen zur Farbe Blau. Und damit schließt sich der Kreis zur Blauen Blume der Romantiker.

Blau II 

Blaues Haus, Prinz-Ludwig-Straße 23
Dießen am Ammersee
4. bis 20. November 2017
jeweils Mittwoch bis Sonntag, 10:00 – 18:00 Uhr
www.blaueshaus-diessen.de

11/01/2017

Heute schon Hagalaz gesehen?

Wer heute am Schondorfer Rathaus vorbei gekommen ist, antwortet auf die Frage nach der Hagalaz-Rune vermutlich mit: "Ja, selbstverständlich." Der Brunnenstein vor dem Rathaus hat nämlich die Wasserrinnen in der Form dieser Rune. Aber auch wer noch gar nicht aus dem Haus gegangen ist, hat Hagalaz ziemlich sicher trotzdem gesehen.

Brunnen in Schondorf am Ammersee
Brunnen am Schondorfer Rathaus

Die Hagal Rune

Die Hagal oder Hagalaz Rune ᚼ ist ein Schriftzeichen des altnordischen Alphabets und entspricht dort unserem "H". Ich habe dieses Zeichen zum ersten Mal am Schondorfer Rathausbrunnen bewusst wahrgenommen (siehe Läuft's?). Die Wasserrinnen im Marmorblock sind nicht zufällig in diesem Kreuzmuster angelegt. Der Bildhauer Fabrizio Lorenzani hat bewusst dieses alte Zeichen verwendet.
Auf Esoterikseiten im Internet erfahre ich, Hagal diene zur Förderung der Fruchtbarkeit auf allen Ebenen, als Talisman für das Gedeihen von Vorhaben, und zur Harmonisierung und Bannung von Fremdeinflüsse. 

Fenster in Hagal-Form am ammersee
Güterhalle am Schondorfer Bahnhof

Der Blitzableiter

Gerade diese Bannung von Fremdeinflüssen ist angeblich auch der Grund, warum die Rune früher auf manchen Häusern zu finden war. In der Nähe des Daches angebracht, sollte ihre magische Kraft vor Blitzeinschlägen schützen. Das Gitter vor dem Fenster im Giebel der Güterhalle am Bahnhof soll deshalb diese Form habe.
Das sind zwei Hagal Runen in Schondorf, die ich kenne. Vermutlich kann man im Ort aber noch mehrere entdecken, wenn man mit offenen Augen durch die Straßen geht.

Das allgegenwärtige Symbol

Selbst wenn man aber die Augen nur starr auf einen Computer geheftet hat, ist die Hagal Rune trotzdem im Blick. Sie versteckt sich nämlich im Symbol für Bluetooth Netzwerke.
Dieser Standard für drahtlose Datenübertragung wurde 1999 in Norwegen festgelegt. Benannt ist er nach dem Wikingerkönig Harald. Der hatte anscheinend einen schlechten Zahn, und daher den Spitzname Blåtand = Blauzahn = Bluetooth.
Bluetooth ist heute in praktisch jedem Computer oder Smartphone integriert, um drahtlose Lautsprecher, Tastaturen oder andere Geräte anzubinden. Meistens findet sich das Symbol für diesen Funkstandard am oberen Bildschirmrand.  Es bildet sich aus zwei Runen, nämlich Berkano ᛒ und eben Hagalaz ᚼ.
Ich wundere mich direkt, dass das noch zu keinen Verschwörungstheorien geführt hat. Ist wirklich noch niemand auf die Idee gekommen, dass dahinter eine Konspiration der Illuminaten, der Reptiloiden oder der Freimaurer stecken könnte?

10/15/2017

Kreative Zwischennutzung

Gut, dass ich einen Hund habe. Dadurch habe ich jeden Tag Gelegenheit für einen Spaziergang durch unser Dorf, und stoße immer wieder auf interessante Sachen. Neulich zum Beispiel auf ein Art Displayment in der ehemaligen Gärtnerei Dumbsky in der Schondorfer Bahnhofstraße.

Kunst in der ehemaligen Gärtnerei

Art Displayment in der Gärtnerei

Diese Gewächshallen stehen ja nun schon eine ganz Zeit lang leer. Ich wundere mich direkt, dass sie noch nicht abgerissen und durch einen Appartmentblock ersetzt sind. Bis es so weit ist bieten die gläsernen Hallen aber einen wunderbaren Rahmen für kreative Zwischennutzung. Im Frühjahr gab es hier die Theater-Performance Erleuchthund (siehe Kreativität am Ammersee).
In der letzten Septemberwoche beherbergte die Gärtnerei nun, wie ich nur zufällig entdeckte, ein Art Displayment von Studio Global. Wir (Frl. Rosa und ich) steckten neugierig die Nasen hinein und entdeckten eine Kunstausstellung der etwas anderen Art.

Junge Künstler vom Ammersee

Beim Gespräch mit den beteiligten Künstlern habe ich erfahren, wer hinter der Aktion steht. Der junge Uttinger Künstler Nicolai Kovács nutzt die leerstehenden Räume wohl schon einige Zeit als Atelier. Er hatte schon länger geplant, hier eine Ausstellung zu organisieren, weil "die Räume aufgrund der großen Fläche und der 'industriellen' Loft-mäßigen Stimmung prädestiniert dafür sind."
Unter dem Projektnamen Studio Global (hier auf Facebook) versammelte er einige Künstlerfreunde vom Ammersee, aber auch aus München und Düsseldorf. Zusammen verwandelten sie die Gärtnerei in eine Kunst- und Performance-Bühne.
Gezeigt wurde eine bunte Mischung aus Zeichnungen, Collagen, Holzschnitzereien, Photos und Videos. Sichtlich kamen einige der Künstler aus der Street Art und Graffiti-Szene, was den Arbeiten einen frischen, rauhen Charme gab. 

Party zur Finissage

Studio Global in der ehemaligen Gärtnerei Dumbsky
Photo © Valentin Hesch
Generell fiel mir auf, dass die gezeigten Arbeiten so gar nichts Dekoratives hatten. Hier hatte sich sichtlich niemand Gedanken über die Vermarktbarkeit seiner Kunst gemacht (Passt das Bild ins Wohnzimmer des potenziellen Käufers?). Mir gefiel auch der Mut zur großen Inszenierung, z.B. bei Lisah, die im stockfinsteren Keller ihre Miniaturwelten in Gläsern ausstellte.
Auffällig war außerdem, dass die beteiligten Künstler lauter junge Menschen waren. Üblicherweise sieht man in den Schondorfer Galerien ja eher Ü40-Kunst. Ich meine das nicht wertend, aber es hat gut getan zu sehen, dass es in der Ammersee-Kunstszene auch frisches Blut gibt.  
Und noch einen weiteren Unterschied zu den üblichen Kunstausstellungen gab es: Zur Finissage fand eine ordentliche Party statt. Leider habe ich diese versäumt, ich hätte mir gerne die verschiedenen DJ Sets oder Sascha Vaymer's experimentelle Cellomusik angehört.
Jedenfalls scheint es recht lebendig gewesen zu sein, und angeblich gab es auch prompt Beschwerden einiger Nachbarn. Wo kämen wir da hin, wenn in Schondorf nicht pünktlich um 22:00 Uhr die Gehsteige hochgeklappt werden?
Ich hoffe, dass die Glashäuser noch eine zeitlang erhalten bleiben und ich noch mehr von Studio Global zu sehen bekomme. Beim nächsten Mal will ich die Abschlussparty keinesfalls versäumen.

Photos von Art Displayment

Hier noch einige Bilder von dieser Aktion, die mir Valentin Hesch netterweise zur Verfügung gestellt hat.
Studio Global in der ehemaligen Gärtnerei Dumbsky
Photo © Valentin Hesch

Studio Global in der ehemaligen Gärtnerei Dumbsky
Photo © Valentin Hesch


Studio Global in der ehemaligen Gärtnerei Dumbsky
Photo © Valentin Hesch


Studio Global in der ehemaligen Gärtnerei Dumbsky
Photo © Valentin Hesch











9/27/2017

Größe im kleinen Format

Der berühmte Feldhase von Albrecht Dürer ist nur 25 x 23cm groß, und van Gogh brauchte für seinen „Sämann vor untergehender Sonne“ auch nur 32 x 40cm Leinwand. Größe hat also nichts mit Quadratzentimetern zu tun. Davon kann man sich sich ab 13. Oktober wieder beim "Kleinen Format" in Dießen überzeugen.

Produzentenausstellung in Dießen

Heuer schon zum achten Mal organisiert die rührige Dießener Künstlerin Annunciata Foresti die Produzentenausstellung "Das Kleine Format".
"Das Kleine Format" in Dießen am Ammersee
Das Kleine Format 2015 © Annunciata Foresti
Diese Veranstaltung ist mittlerweile zu einer festen Größe im Kunstkalender der Ammerseeregion geworden. Über 3.000 Besucher kamen letztes Mal nach Dießen. Und die Kunstfreunde haben sich die Werke nicht nur angeschaut, sondern auch tüchtig gekauft.
Teilweise vielleicht deshalb, weil sich für kleinformatige Bilder in der Wohnung eher ein Platz findet, als für große Ölschinken. Wichtiger wird den meisten aber die Qualität der Arbeiten gewesen sein. Darum hat auch die Bayerischen Staatsgemäldesammlung schon auf dem Kleinen Format eingekauft. 

Oh, wie romantisch

Den teilnehmenden Künstlern wurde heuer ein Motto vorgegeben, nämlich "Romantik". Jetzt assoziiert man Romantik ja schnell mit Gefühlsduselei à la KuschelRock CDs. Kunstgeschichtlich hat diese Anfang des 19. Jahrhunderts entstehende Bewegung aber viel breitere Aspekte. Sie wandte sich von den bis dahin dominierenden Vorgaben der Antike ab. Anstatt die klassischen Vorbilder zu zitieren, wurden neue Gestaltungsmöglichkeiten gesucht. 

Mystisch, magisch und auch düster

Ab diesem Zeitpunkt hört die Kunst damit auf, die Wirklichkeit möglichst genau nachzuahmen, sondern sucht eigenständige Ausdrucksweisen. Nicht mehr nur die Natur, sondern der Künstler selbst produziert "das Schöne". 
Gleichzeitig verstanden sich die Romantiker als Gegenbewegung zur Aufklärung. Statt für die kühle Vernunft interessierten sie sich für das Mystische, Magische und auch das Düstere. Es wird spannend sein zu sehen, wie die Künstler im Kleinen Format den Begriff der Romantik interpretieren. 

Der Ammersee als Künstlersee

Das Kleine Format zeigt dabei eindrücklich, dass der Ammersee seinem Ruf als Künstlersee auch heute noch gerecht wird. Über vierzig Künstler zeigen ihre Arbeiten. Darunter sind viele bekannte Namen, wie Bernd Zimmer, Ernst Heckelmann oder der leider im Frühjahr verstorbene Hans Dumler.  
Die Ausstellung bringt einen abwechslungsreichen Mix künstlerischer Ausdrucksformen zusammen. Es gibt Malerei, Grafik, Photographie und Skulptur, aber auch Pflanzensamen (Alexandra Hendrikoff), Textarbeiten (Eva Zenetti),  Flugobjekte (Gerd Hoffmann), Glaskunst (Hans Jürgen Westphal) und Feuerwerkskörper (Nuë Ammann), 
Gemeinsam ist allen Arbeiten das (kleine) Format von höchstens 40 x 40cm. Aber wie eingangs schon gesagt: Die Größe von Kunstwerken hat nichts mit Quadratzentimetern zu tun.

Das Kleine Format

Blaues Haus, Prinz-Ludwig-Straße 23
Dießen am Ammersee
Vernissage: 13. Oktober 2017, 20:00 Uhr
Ausstellung: 14. bis 29. Oktober 2017
jeweils Freitag bis Sonntag, 14:00 – 18:00 Uhr
www.das-kleine-format.de/

8/02/2017

Bayern und Nigeria

Auf der Kunstausstellung Documenta 14 in Kassel habe ich eine interessante Entdeckung gemacht. Der nigerianische Künstler Emeka Ogboh fragte in Deutschland lebende Landsleute, was sie denn aus der Heimat vermissen. Die Antwort könnte gerade so gut von im Ausland lebenden Bayern kommen: “A gscheit’s Bier.”
Bier Sufferhead von Emeka Ogboh
Das Bier Sufferhead

Sufferhead – Leidender Kopf

Der nach den puristischen Gesetzen des Reinheitsgebotes hergestellte Saft schmeckt den Nigerianern etwas zu dünn. Für die Documenta hat Ogboh deshalb extra ein Bier gebraut, das – im Rahmen der Möglichkeiten der deutschen Lebensmittelverordnung – dem Geschmack der Westafrikaner näher kommt.  
Sufferhead ist ein kräftig malziges Stout, angereichert mit ein paar Chiliflocken. Schmeckt gar nicht schlecht, aber nach ein paar Gläsern weiß man vermutlich, woher der Name "Leidender Kopf” kommt. Der Katalog zur Documenta streitet das ab und behauptet, Sufferhead beziehe sich auf eine Platte des Afrobeat-Stars Fela Kuti.
Ich trinke aber trotzdem lieber ein gepflegtes Helles und hebe mein Glas auf die völkerverbindende Kraft des Bieres.

Documenta 14 in fünf Bildern

Was es sonst noch auf der Documenta 14 zu sehen gibt, ist ja schon in unzähligen Zeitungsberichten und Fernsehbeiträgen gezeigt worden. Von mir deshalb nur ein Kurzrundgang in fünf Bildern.

Aufrufe an die Bürger

Dmitri Aleksanych Prigow auf der Documenta

Für seine "Aufrufe an die Bürger" wurde Dmitri Aleksanych Prigow in der Sowjetunion in eine psychiatrische Anstalt eingesperrt. Für die heurige Documenta hat er sich neue Aufrufe einfallen lassen. Manchmal sind diese gefährlich nahe an den kitschigen Lebensweisheiten, die auf Facebook so populär sind. Die meisten aber sind mehr Herausforderung als billiger Trost, und alleine schon das einleitende "Bürger!" gibt ihnen ein wohltuendes Augenzwinkern.

Eirene

Bemalte Eirene Statue in der Kasseler Karlsaue
Kunst oder Vandalismus? Vermutlich ist das kein Original Documenta Kunstwerk, zumindest war kein Schild dran. Nur mit einem Topf Farbe wurde aus der klassizistischen Statue in der Karlsaue ein Kommentar zum Konflikt zwischen Erster und Dritter Welt. Die Friedensgöttin Eirene soll auch einen schwarzen Plutos nähren, der Gaben und Wohlstand bringt.

Kunst im Tunnel

Kulturbahnhof auf der Documenta 14

Die Macher der Documenta freuen sich sichtlich daran, auch ein paar großstädtisch-abgefuckte Ausstellungsorte zu haben. Hier der aufgelassene Bahnsteig unter dem Kasseler Hauptbahnhof. Wer Lust hat, kann sich dort eine 14-Kanal Videoinstallation von Michel Auder ansehen. Spannender fand ich den Ausgang entlang der rostigen Geleise, hinaus ins Licht. 

Verhüllung einmal anders

Ibrahim Mahama auf der Documenta 14

Erstaunlich, dass sich nach Christo noch ein Künstler traut, Gebäude zu verhüllen. Die Installation von Ibrahim Mahama aus Ghana ist aber eher eine Ent- als Verhüllung. Die zusammengenähten Jutesäcke auf der Kasseler Torwache erzählen eine Geschichte des globalen Handels, wie der Besitz der einen aus der Enteignung der anderen entsteht. 

Shakespeare remixed

Roee Rosen auf der Documenta 14
In der Kasseler Grimmwelt hat der israelische Künstler Roee Rosen Shakespeare's "Kaufmann von Venedig" bearbeitet. Dem Original ist ein Prolog und ein paraller Text aus der Perspektive des Juden Shylock hinzugefügt. Die Blätter sind mit manchmal ergänzenden, manchmal widersprüchlichen Zeichnungen illustriert. Ich fand diese Auseinandersetzung mit der identitätsstiftenden und -vergiftenden Macht der Erzählung beklemmend und faszinierend. 



7/12/2017

Läuft's?

Beim Brunnen vor dem Schondorfer Rathaus hieß die Antwort leider: "Ja, es läuft". Das Brunnenwasser lief unkrontrolliert aus der Zuleitung und versickerte irgendwo im Untergrund. (siehe https://schondorf.blogspot.de/2015/11/ist-das-kunst-oder-kann-das-weg.html)

Brunnen vor dem Rathaus Schondorf am Ammersee

Vermülltes Becken

Auch sonst war der Brunnen nicht die Zierde, die sich die Gemeinde erhofft hatte. Man musste feststellen, das sich in dem flachen Becken der ganze Müll sammelte, den der Wind durch die Gegend treibt (wer hätte sowas gedacht?).
Jetzt hat sich die Gemeinde zu einer Radikalkur entschlossen, und das Brunnenbecken wurde abgerissen. Dadurch kam man an die Verrohrung, die nun hoffentlich wieder dicht ist.
Statt eines Wasserbeckens gibt es jetzt eine gepflasterte Fläche. Rund um dieses Pflaster werden Sitzsteine aus Marmor aufgestellt, passend zum Brunnenstein.
Wenn ich mich richtig erinnere, sind für diesen Umbau € 15.000 veranschlagt. 

Die Hagalrune ᚼ 

Brunnen vor dem Rathaus Schondorf am AmmerseeErhalten bleibt der vom Bildhauer Fabrizio Lorenzani gestaltete Block aus Carrara-Marmor. Dieser Stein hat sechs Wasserrinnen, die von oben betrachtet die Form einer Hagal-Rune ᚼ bilden.
Ich habe mich im Internet schlau gemacht, wofür diese Hagal Rune eigentlich steht. Hagal (auch Hagall oder Hagalaz) ist das neunte Zeichen im Runenalphabet Futhark. Dieses Alphabet wurde noch bis ins 8. Jahrhundert von den germanischen Stämmen benutzt. Außer als Buchstaben haben die Runen auch Eigenschaften als magische Zeichen.
Über die Hagal Rune erfahre ich: "Sie steigert die Gehirnfunktion, sie stellt die Verbindung mit allen erhaltenden Kräften dar ... sie schützt das Heim vor Bedrohungen, sie gibt Weisheit und Heil."
Vielleicht wirken die Kräfte dieses magischen Zeichens ja bis ins daneben stehende Rathaus hinein.

Brunnen vor dem Rathaus Schondorf am Ammersee
Die neue Pflasterung

Brunnen vor dem Rathaus Schondorf am Ammersee
Die Sitzsteine


5/04/2017

Abschied von Hajo Düchting

Gestern noch hatte ich mich auf die Ausstellung von, und ein Wiedersehen mit Hajo Düchting in Dießen gefreut. Ich hatte gerade eine etwas launige Ankündigung für die Ausstellung "Farbe und Abstraktion" geschrieben, als mich die traurige Nachricht erreichte, dass der Künstler überraschend verstorben ist. 

"Spaced" © Hajo Düchting

Farbe und Abstraktion

Statt der erhofften Wiederbegegnung wird die Ausstellung "Farbe und Abstraktion" nun leider ein Abschied von dem Dießener Maler.
Als ich seine Bilder zum ersten Mal gesehen habe, war ich verblüfft, was er sich mit Farbe zu machen traut. Schwarz oder Weiß kommen da nicht vor. Die Bilder sind unglaublich bunt, mit mutigen, harten Kontrasten, aber auch mit weichen Übergänge und verblüffenden Harmonien.

Ohne Weiß und Schwarz

Dass das alles nicht zufällig, sondern sorgfältig durchkomponiert war habe ich verstanden, als ich seine Malbücher gesehen habe. In dicken Bänden hat er Seite für Seite bemalt, um alle Variationen eines bestimmten Farbthemas oder einer Maltechnik auszuprobieren.
Lisa Rodrian, Photo: Galerie auf Zeit
Farbklänge wollte er erzeugen, und genau das ist ihm auch gelungen. Über das Thema Klänge fanden wir schnell eine weitere gemeinsame Vorliebe, den Progressive Rock der 70er-Jahre.
Über Soft Machine, Gong oder Allan Holdsworth konnte Hajo Düchting genauso kenntnisreich und witzig sprechen, wie über Cézanne, Macke oder Kandinsky.

Ein bunter Vogel

Sein Freund, der Journalist Michael Fuchs-Gamböck, hat ihn wunderbar beschrieben:
Dr. Hajo Düchting war - im wahrsten Sinne des Wortes - ein „bunter Vogel”. Zumindest was seine Kunst betraf, denn er fühlte sich bei der Arbeit nach eigener Aussage „komplett im Bann und Rausch der Farben.”
Im Dießener Blauen Haus kann man sich ab diesem Wochenende noch einmal in diesen Rausch der Farben hineinziehen lassen. In der Ausstellung hängen Hajo Düchting's Arbeiten neben den Bildern von Lisa Rodrian. Auch für sie ist die Farbe kein Mittel der Darstellung, sondern eine eigenständige Kunst. 

Farbe und Abstraktion

Vernissage: 5. Mai 2017, 19:00
Ausstellung: 6. - 15. Mai,
jeweils Mittwoch bis Sonntag, 10:00 - 18:00 Uhr
Blaues Haus, Prinz-Ludwig-Strasse 23
Dießen am Ammersee

4/26/2017

Kreativität am Ammersee

Es gibt die Theorie, dass unser Osterfest auf die Verehrung der babylonischen Fruchtbarkeitsgöttin Ishtar zurückgehe, und darum die Fruchtbarkeitssymbole Ei und Hase eine so wichtige Rolle spielten. Wie dem auch sei, jedenfalls wurde mir in der Woche vor Ostern wieder einmal bewußt, wie fruchtbar der Ammersee für die Kreativität ist.

Der überraschende Erleuchthund

OstereiZwei Veranstaltungen zeigten wunderbar den Zauber von künstlerischer Fruchtbarkeit: Wie aus den gleichen Vorgehensweisen immer wieder Neues entsteht.
Menschen stellen andere Menschen dar, und wir sehen ihnen fasziniert dabei zu. Das Grundprinzip des Schauspiels hat sich in den letzten paar tausend Jahren nicht geändert. Trotzdem bringt es immer noch Überraschendes hervor. Das zeigte die Performance "Erleuchthund" des Theaterkollektivs ELLE in den Räumen der ehemaligen Gärtnerei Dumbsky in Schondorf.
Ich hatte vorher darüber spekuliert, was es damit wohl auf sich haben werde (Beitrag Erleuchthund). Die Aufführung selbst übertraf dann aber noch einmal meine blühenden Vorstellungen.

Berührend oder beklemmend?

Ich mag das Gesehene jetzt gar nicht rational analysieren. Solche intellektuelle Einordnung ist ja immer auch ein Schutzmechanismus gegen das Unbekannte. Das Fremde soll katalogisiert und damit handzahm gemacht werden. Der Erleuchthund war aber etwas, auf das ich mich bewusst gefühlsmäßig einlassen wollte. Einfach in mich selbst hineinhorchen, welche Stimmungen und Emotionen das bei mir auslöst.
Wahrscheinlich hat jeder Zuschauer die Geschehnisse anders wahrgenommen hat. Ich fand die einzelnen Stationen menschlich berührend, die Süddeutsche Zeitung dagegen schrieb von Geisterbahn und einer "beklemmenden Atmosphäre" (SZ: Wirres Zeug). Wie gesagt, jeder Besucher hat das anders erlebt.

Wie bei Tino Sehgal

In Gruppen zu je zehn Leuten ging es zuerst an eine schummrige Theke. Ein philosophierender Barkeeper schenkte Getränke aus und übergab dem Publikum Stirnleuchten. Die Aufführung im alten Gewächshaus fand nämlich im Dunkeln statt. Damit erinnerte mich der Erleuchthund an "This Variation" von Tino Sehgal in Kassel, wo die Besucher ebenfalls der Finsternis ausgesetzt waren.
Das Licht wurde also nicht von einer Regie zentral gesteuert, sondern erst die Lampen der Zuschauer hoben die einzelnen Stationen aus der Dunkelheit. Ich fand das einen witzigen Kommentar zur heute hochgepriesenen Schwarmintelligenz.  

Antworten sind Almosen

Laut Programmheft drehte sich die Aufführung um das Thema Sehnsucht, um die Sucht zu sehen. In mir selbst erweckten die Szenen eher Gedanken über die Suche nach Erleuchtung und Erkenntnis. Eine Suche, die manchmal witzig und manchmal traurig wirkte, immer aber bewegend und, ja, zu Herzen gehend.
Die einzelnen Figuren stellten dabei die Erwartungen jeweils konsequent auf den Kopf. Der Guru war ein nervender Pedant, der Sunnyboy in der Strandliege ausgesprochen unentspannt, und Goldmarie ein nervös scharrender Junkie, die gierig auf den nächsten Schuß Goldflitter wartete. Das kartenspielende Orakel beantwortete zwar Fragen, machte damit aber niemand schlauer. "Antworten sind Almosen," war vielleicht einer der Schlüsselsätze des Abends.
Seil das von der Decke hängt
Aus dem Programmheft zu Erleuchthund
Von der verführerischen Meerjungfrau wurden die Zuschauer am Ende nicht ins nasse Grab gelockt, sondern zum Aufbruch ermuntert. Geleitet wurden wir dabei von einer Art Zerberus, der sich aber von der Decke abseilte, statt aus der Unterwelt hervorzukriechen.
Er entließ das Publikum zu einer Irrfahrt im Kastenwagen, die an der Station Selbstfindung endete.

Selbstfindung mittels Handy

Hier musste nun jeder, angefeuert von drei Cheerleadern, aus lauter gleichartigen Boxen sein beim Eintritt abgegebenes Handy wieder finden. Das Auffinden des eigenen Telephons als Selbstfindung, das Smartphone als ultimative Verkörperung der eigenen Person - ein sehr charmanter Einfall.
Ich weiß nicht, ob manche Zuschauer am Ende erleuchtet waren, aber viele hatten ein freudiges Leuchten in ihren Augen.

Kultbilder einer erträumten Vergangenheit

Dieses freudige Leuchten sah ich dann auch zwei Tage später, schräg gegenüber im Studio Rose. Hier zeigte Andreas Kloker seine Elementarzeichnungen. Dabei malt er mit Wasser auf Schiefertafeln. Das Wasser verdunstet bereits während des Malens, so dass man nie ein fertiges Bild sieht, sondern immer den Prozess des Entstehens und Vergehens.
Andreas Kloker im Studio Rose, Schondorf am Ammersee
Photo © Rainer Jünger
Vielleicht weil in dieser Woche alle Feuilletons darüber geschrieben haben, musste ich an Damien Hirst's Ausstellung "Treasures from the Wreck of the Unbelievable" denken. Bei Kloker wie bei Hirst sehe ich Erinnerungen an eine erträumte Vergangenheit. Die Bilder wirkten für mich wie kultische Artefakte einer versunkenen Epoche, vielleicht Anrufungen der Göttin Ishtar. 
Andreas Kloker zeigt diese Elementarzeichnungen nun schon seit vielen Jahren (vom gehen und amen), und hat sie nur behutsam verändert und weiterentwickelt. Heuer gab es erstmals elektronische Musik zur Malerei. Zusammen mit dem kirchenartigen Raum des Studio Rose verstärkte sich dadurch noch der Eindruck einer sakralen Kunst.

Das Wunder der Fruchtbarkeit

Auch hier wieder das faszinierende Erlebnis, dass aus dem selben Verfahren jedesmal etwas Anderes entsteht. Wie ich schon eingangs geschrieben habe, ist das ja das Wunder der Fruchtbarkeit und des Erschaffens, der Kreativität: Dass aus dem gleichen Prozess immer wieder etwas Neues entsteht.
Ein Geschenk, für das die Menschen Ishtar – oder wem auch immer – dankbar sein dürfen.

4/05/2017

Erleuchthund

Normalerweise weiß ich in etwa wovon ich rede, wenn ich hier eine Veranstaltung ankündige. Diesmal bin ich aber selber komplett ahnungslos und kann nur raten, was sich wohl hinter dem Titel "Erleuchthunde" verbirgt.

Hund mit leuchtenden Augen

Heterotopien am Rande der Gesellschaft

"Erleuchthunde" scheint irgendwas mit Theater und Performance zu tun zu haben. Das Projekt ist von einem gewissen ELLE Kollektiv. ELLE steht vermutlich für Elisabeth, Louis, Luis und Erwin. Das sind nämlich die vier Mitglieder des Kollektivs: Frau Leistikow und die Herren Panizza, Lüps und Kloker.
Was das Kollektiv da aufführen wird, darüber kann ich nur spekulieren. Bei den Stichwörtern "Hund" und "leuchten" fällt mir als Erstes der Sirius ein: Sirius, Canis Majoris oder Hundsstern, der hellste Stern am Nachthimmel. Die Performance beginnt gegen acht Uhr Abends, da könnte man schon einige helle Sterne sehen.
Das Plakat zu "Erleuchthunde" zitiert Michel Foucault's Idee der Hétérotopie. Damit bezeichnete der Philosoph Orte am Rande der Gesellschaft ("an den leeren Stränden, die sie umgeben"), die nach eigenen Regeln funktionieren. Foucault nannte als Beispiele Altenheime, Bierzelte oder psychiatrische Kliniken.

Performance in der Gärtnerei

Vielleicht gehören auch aufgelassene Gärtnereien zu diesen Heterotopien. Die Aufführung findet nämlich in den Räumen der ehemaligen Gärtnerei Dumbsky in Schondorf statt.
Die angesprochenen "leeren Strände am Rande der Gesellschaft" und die kaputte Schaufensterpuppe auf dem Plakat lösen bei mir Assoziationen zu dem Autor J. G. Ballard aus. In einer seiner Erzählungen streift ein einsamer Mann durch die verlassenen Bunker am Strand einer Pazifikinsel. Seine einzige Gesellschaft sind zerbrochene Schaufensterpuppen, die noch von einem Atombombentest übrig sind. (Verstümmelte Opfer von Autounfällen – Ballards Markenzeichen – kommen natürlich auch vor)

Schrödingers Katze

Ganz so düster wird's schon nicht werden, denn in der Performance sollen auch ein Hund, ein Truck, ein Cheerleader und möglicherweise eine Katze vorkommen. Warum die Mieze nur möglicherweise vorkommt, wird nicht erklärt. Vielleicht ist es die Katze, mit der Erwin Schrödinger ein Paradoxon der Quantenphysik erklärte. Schrödingers Katze ist gleichzeitig tot und lebendig, bis jemand nachschaut, was mit dem Tier los ist. So ist es bei der "Erleuchthunde" Performance vielleicht auch: Erst die Zuschauer erschaffen die Wirklichkeit.
Wie gesagt, dass sind alles nur wilde Spekulationen. Sachdienliche Hinweise bitte an den nächstgelegenen Blogger.

Erleuchthunde – Theater-Performance

10/11/12/13 April 2017, jeweils 19:55 Uhr
Bahnhofstrasse 28a (Gärtnerei Dumbsky)
Schondorf am Ammersee
Eintritt € 10
Karten nur nach Vorbestellung unter 0160 7835 048

3/13/2017

Ein lichter Raum

Die nächste Ausstellung im Schondorfer Studio Rose bringt drei bekannte Namen der Kunstszene an den Ammersee: Die Photographen Jürgen Oliver Blank, Reinhard Giebelhausen und Harry Sternberg präsentieren ihre Arbeiten unter dem Titel "Lichtraum".

Was wird an den Wänden zu sehen sein?
Drei erfolgreiche Künstler

Ich stelle die drei mal in umgekehrter alphabetischer Reihenfolge vor, sonst ist der arme Harry Sternberg immer der Letzte in der Reihe. Der Uttinger Photograph ist bekannt für ungewöhnliche Bildausschnitte, bei denen Farbe, Form und Textur fremd und gleichzeitig vertraut wirken. Letztes Jahr war er an der – wie ich hörte – sehr erfolgreichen Ausstellung "Zeiträume" der renommierten Galeristin Brigitte Henninger in München beteiligt.

Ein Photograph im WortRaum

Reinhard Giebelhausen aus Weilheim kennen sicher viele als originellen Kunstvermittler und -ermöglicher. Mit der Galerie auf Zeit bringt er Kunst an ungewöhnliche Orte, zum Beispiel in einen aufgelassenen Schuhladen.
Er ist aber auch selbst ein gefragter und vielseitger Künstler, ein Photograph, der im "WortRaum" zu Hause ist. Seine Photographien haben etwas sehr lyrisches, verbinden Bild und Text auf gleichermaßen hohem Niveau. Der erfolgreiche Photokünstler wurde beim Poeten-Wettstreit um den „Lyrikstier 2017" mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.

Director's Choice Award

Auch der Landkreis Starnberg ist vertreten. Jürgen Oliver Blank kommt aus Wörthsee und durfte letztes Jahr seine Arbeiten auf der Kunstmesse ARTMUC präsentieren. Das ist für sich schon eine Auszeichnung. Darüber hinaus wurde er dort auch mit dem Director's Choice Award geehrt.
Turgay Amac sagte über ihn, er arbeite mit der Kamera "als ob man sie beim Fotografieren falsch herum hielt, um das Unbewußte aufzunehme".

Eine selbstbewusste Präsentation

Es hat einen Grund warum ich die Erfolge der drei so sehr betone. Ich glaube, diese Anerkennung hat ihnen das Selbstbewußtsein gegeben, um mit ehernen Ausstellungskonventionen zu brechen. Der "Lichtraum" ist, nun ja ...anders. Lasst euch überraschen.

Aktualisiert 13. März

Hier endete mein ursprünglicher Beitrag, weil ich die Überraschung nicht verderben wollte. Mittlerweile ist die Ausstellung eröffnet, und die Katze aus dem Sack. Blank, Sternberg, Giebelhausen haben mit dem "Lichtraum" in der Tat einen ausgesprochen lichten Raum geschaffen: An drei Wänden hängt jeweils nur ein Bild. Das ist eine ausgesprochen mutige, selbstbewußte Präsentation.
Mir gefällt es sehr gut, weil man sich dadurch mit den einzelnen Werken viel intensiver auseinandersetzt. Wie der Bildhauer Bert Praxenthaler, Kunstpreisträger 2017 in Landsberg, kürzlich in einem Interview sagte: "Ich würde mir wünschen, dass die Leute nicht alles nur so im Vorbeigehen mitnehmen und sich lieber weniger, das dafür aber umso genauer anzuschauen."

Lichtraum - Blank. Sternberg. Giebelhausen. 

Studio Rose
Bahnhofstrasse 35
Schondorf am Ammersee
Eröffnung: 10. 3. 2017, 19:00 Uhr
Ausstellung: 11./12. und 18./19. 3. 2017, jeweils 14.00 bis 18:00 Uhr
Ausstellung "Lichtraum" in Schondorf am Ammersee
Ein Panorama des Lichtraums


Ausstellung "Lichtraum" in Schondorf am Ammersee
Hoher Coolness-Faktor.
Könnte auch die neue Band von Michael Stipe sein


Ein einzelnes Bild lädt zur konzentrierten Betrachtung
("okulo" von Harry Sternberg)


Ein ganz entspannter Reinhard Giebelhausen


Die Kulturjournalistin Nuë Ammann in andächtiger Haltung

3/08/2017

Vernissage in der Garage

Seit September 2015 gibt es in Landsberg den Kunstautomaten. In dem umgebauten Zigarettenautomaten kann man sich für fünf Euro originale, signierte und nummerierte Kunstwerke ziehen. Jetzt wurde der Automat schon zum siebten Mal neu bestückt, und endlich war ich bei der Vernissage dabei.

Kunstautomat in Landsberg am Lech
Bille Schubert füllt neue Suchtmittel ein

Kunst im Parkhaus

Der Kunstautomat steht in der Landsberger Schloßberggarage. Jeweils sechs Künstler bestücken ihn mit extra dafür gestalteten, signierten Originalen.
Da der Automat wieder einmal leergekauft war, wurde er am 3. März neu befüllt. Zu dieser Vernissage in der Garage gab es Musik von Volker Tisken, Anne und Ray O’Sullivan, und Gregor Netzer stellte die Künstler sehr schwungvoll und charmant vor. Für die schönsten Momente sorgten aber Leute, die eigentlich nur zu ihren Autos wollten, und von der ungewöhnlichen Aktion überrascht wurden.
Parken: €1
Kunstwerk: €5
Verblüffte Blicke der Passanten: Priceless

Signierte Originale für €5

Ich kann Organisator Gregor Netzer nur bewundern. Er schafft es, dass arrivierte Künstler hier Originale für gerade einmal 5 (fünf!) Euro anbieten. Das Angebot geht dieses Mal sogar über die Region Landsberg und Ammersee hinaus. Aktuell sind auch Werke von Ilona Schmidt aus Hamburg und Claudia Fabian aus Trier enthalten. In zwei weiteren Automatenschächten sind Arbeiten der Markus-Lüpertz-Schülerin Katinka Schneweis und Objekte aus Seide und Draht von Annette Illner zu finden. 


Leporello und Skyscraper

Meine persönliche Kunstsammlung habe ich an dem Abend um ein Grafik/Poesie-Leporello von Gabriele und Helmuth Hager erweitert. Außerdem besitze ich jetzt einen geloopten Wolkenkratzer mit passendem Soundtrack von Richard Aicher. Hier ist ein Video, in dem Gregor Netzer die einzelnen Arbeiten im Detail vorstellt:
Video auf YouTube
Gute Gründe also, um Münzgeld zu sammeln und nach Landsberg zu fahren. Man sollte sich aber beeilen, denn die Kunstwerke sind manchmal erstaunlich schnell ausverkauft.

Kunstautomat Landsberg

Schlossberggarage, Ausgang Richtung Hauptplatz 
Landsberg am Lech 

Gregor Netzer stellt den Kunstautomaten in Landsberg vor
Gregor Netzer führte gewohnt souverän durch die Präsentation


Lyrische Texte und kleine Zeichnungen
Neuerwerbung: "Paarlauf" von Gabriele und Helmuth Hager


Landsberger Kunstautomat neu gefüllt
Der Automat ist wieder gut gefüllt, aber das bleibt nicht lange so.


Jürgen Rogner bei der Vernissage des Landsberger Kunstautomaten
Einer der kritischsten Kunstkenner Landsbergs
(hier zusammen mit Jürgen Rogner)

11/20/2016

Ende der Badesaison

Für manche Hartgesottenen dauert die Badesaison am Ammersee zwölf Monate. Für zwei der bekanntesten von ihnen könnte aber das ganzjährige Badevergnügen jetzt vorbei zu sein. Die Skulpturen der beiden "Badenden" am Schondorfer Dampfersteg sollen wohl aus dem Wasser geholt werden.

Skulpturen im Wasser am Dampfersteg in Schondorf
Die beiden Badenden im Ammersee

Verkehrsverein löst sich auf

Der Grund ist das Ende des Schondorfer Verkehrs- und Verschönerungsvereins. Wie das Landberger Tagblatt berichtete, fand sich niemand mehr, der den Vorsitz übernehmen wollte.
Der Verein war 1934 gegründet worden, hauptsächlich als Vermittlungsstelle für Ferienzimmer am Ammersee. Diese Aufgabe hat sich inzwischen überlebt. Wer heute eine Ferienwohnung sucht, ruft nicht mehr beim Verkehrsverein an, sondern schaut auf den diversen Internetportalen nach.

Leibl-Platz und Seeskulpturen

Der Verein kümmerte sich aber nicht nur um den Tourismus, sondern auch um die Dorfverschönerung. Zum Beispiel war er an der Renovierung des Wilhelm-Leibl-Platzes beteiligt (siehe Wilhelm Leibl hätte seine Freude gehabt).
Zu meiner Überraschung habe ich aus dem obengenannten Artikel erfahren, dass dem Verkehrsverein die Skulpturen der beiden "Badenden" am Schondorfer Dampfersteg gehören. Für diese hat er bislang auch die Pacht für den Stellplatz im See bezahlt.

Death & Taxes

Man muss also auch für Kunstwerke brav Pacht an die staatliche Schlösser- und Seenverwaltung zahlen. (Meine amerikanischen Freunde zitieren in so einem Fall gerne Benjamin Franklin: "Nothing can be said to be certain, except death and taxes.")
Leider zerbröseln die beiden Betonskulpturen allmählich, eine ist heuer bereits umgefallen. Ob das Wasser im Ammersee so aggressiv ist? Oder hat sich die Werkstoffkunde rückwärts entwickelt? Die Venus von Willendorf hat immerhin 30.000 Jahre gehalten.

Werden die Badenden gerettet?

Jedenfalls gehen mit der Liquidation des Verkehrsvereins die beiden Plastiken an die Gemeinde Schondorf. Doris Oberpottkamp, die scheidende Vorsitzende, empfahl die Figuren aus dem Wasser zu nehmen. Ob sie nun restauriert werden, muss der Schondorfer Gemeinderat entscheiden. Andernfalls wäre die Badesaison für die beiden für immer vorbei.
Ich würde sie vermissen. 

11/09/2016

Sand, Asche aus Meerespflanzen und Kreide

"Nimm 60 Teile Sand, 180 Teile Asche aus Meerespflanzen und 5 Teile Kreide und du erhältst Glas." Diese Gebrauchsanleitung stammt aus der Bibliothek des assyrischen Königs Assurbanipal und wurde etwa 650 v. Chr. geschrieben.
Glasatelier Westphal, Schondorf am Ammersee
LANDGANG . Bootsgefährten von Hans-Jürgen Westphal

Der Kelch von Thutmosis

Ich war überrascht, dass Glas schon vor so langer Zeit hergestellt wurde. Immerhin braucht man zum Schmelzen recht hohe Temperaturen, die in einem normalen Holzofen kaum zu erzeugen sind. Trotzdem ist das älteste erhaltene Glasgefäß ein ägyptischer Kelch aus 1.450 v. Chr.
Heute befindet sich dieser übrigens ganz in unserer Nähe, nämlich im Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst (Gabelsbergerstr. 35, München).

Glaskunst vom Ammersee

Glas ist für mich ein faszinierendes Material. Ich finde es schade, dass es seit der letzten Blütezeit im Jugendstil ein bißchen aus der Kunstwelt verschwunden ist. Es gibt aber durchaus noch Künstler, die mit Glas gestalten, z. B. den in Schondorf lebenden Hans-Jürgen Westphal.
Der in Schleswig-Holstein geborene Westphal wohnte lange auf Sylt, bevor er vor drei Jahren mit seiner Frau Gudrun an den Ammersee zog. Hier gestalten die beiden aus geschmolzenem, geblasenem, geschnittenem, gewickeltem Glas Gefäße, Schmuck, Bilder, Stelen, Masken und mehr. Oder wie sie es selbst ausdrücken: "Brauchbar, Unbrauchbar, Kunst."

Brauchbar, Unbrauchbar, Kunst.

Ich habe Hans-Jürgen Westphal zum ersten Mal heuer auf der Kunstmesse ARTMUC entdeckt (das Photo oben). Seitdem hatte ich mir vorgenommen, ihn einmal in seiner Werkstätte zu besuchen, was leider nie geklappt hat.
Eine Gelegenheit dazu ergibt sich an diesem Wochenende, wenn die Westphals unter dem Motto "Novemberfreuden" zum offenen Glasatelier einladen. Novemberfreuden finde ich einen sehr passenden Titel. Das graue Novemberwetter bringt die Farben der Glasobjekte wahrscheinlich noch intensiver zum Leuchten.

Offenes Glasatelier

12. und 13. November 2016
jeweils 14:00 - 18:00 Uhr
Glasatelier Westphal
Brunnenstraße 38
Schondorf am Ammersee
www.glasatelier-westphal.de

Porzellan mit Seladonglasur

Eng mit der Glasherstellung verwandt ist das Porzellan. Hier haben wir am Ammersee dank des Dießener Töpfermarktes eine sehr lebendige Szene. Wer manchmal die Schondorfer Bahnhofstraße entlangspaziert, kennt sicher den Schaukasten neben der Buchhandlung Timbooktu. Hier stellt Regine Hohmann ihre hauchzarten Porzellantassen und -lampenschirmchen aus.
Sie öffnet dieses Wochenende ebenfalls ihre Werkstatt und zeigt Gebrauchsgeschirr und schöne Einzelstücke. Eine Spezialität von ihr ist Porzellan mit jadegrüner Seladonglasur, wie es in der chinesischen Ming-Dynastie beliebt war. Als Gast der Ausstellung zeigt die Passauer Keramikern Maria Fischer ihre Werke. Sie erhielt 2012 auf dem Töpfermarkt den begehrten Dießener Keramikpreis.

Werkstattausstellung Regine Hohmann

12. und 13. November 2016
jeweils 11:00 - 20:00 Uhr
Kalkbrünnerlweg 1
Schondorf am Ammersee


9/28/2016

Willkommen zurück!

Vor gut einem Jahr hieß es "Ciao Clara". Damals zogen die Montagsfiguren aus dem kleinen Haus in der Bahnhofstraße aus (und wir haben sie alle sehr vermisst). Jetzt kommt die Bildhauerin Katharina Ranftl wieder zurück, zumindest für ein langes Wochenende. 

Atelier in der Bahnhofstrasse, Schondorf am Ammersee

Atelier mit Schaufenster

Vier Jahre lang stellte Katharina Ranftl wöchentlich eine neue Montagsfigur in das Schaufenster ihres kleinen Ateliers in der Schondorfer Bahnhofstraße 38. Im Oktober 2015 war dann erst einmal Schluss, weil sie neue künstlerische Wege ausprobieren wollte.

Poesie Innen und Außen

Das Häuschen blieb trotzdem ein Ort für künstlerische Aktivitäten: In der Adventszeit gab es hier Poesie von Wolfgang Berends, Andreas Kloker nutze die Außenwände für sein Projekt "Die Sprache meiner Mutter", und im Sommer war die Textilkünstlerin Laura Ann Huber zu Gast.
Das waren alles sehr schöne Aktionen, aber mir haben die Montagsfiguren trotzdem gefehlt.

Neue Objekte und Skulpturen

Am 1. Oktober kommt nun Katharina Ranftl zurück und zeigt neue Arbeiten mit dem vielversprechenden Titel "Wunderkannmanfinden". Ich vermute, dass bei diesen Skulpturen und Collagen wieder recht originelle Materialien zum Einsatz kommen.
Schon bei ihren Figuren aus der Reihe "Orishas" wurden ja ungewöhnliche Fundstücke verarbeitet, bis hin zum Wespennest. Ich bin gespannt, welche Wunder man dieses Mal in der Bahnhofstraße finden kann. 

Wunderkannmanfinden

1. - 3. Oktober 2016
jeweils 14:00 - 18:00 Uhr
Bahnhofstraße 38
Schondorf am Ammersee

9/21/2016

Sei schlau, sei wie Jürgen.

Jürgen Wiedemann von der Buchhandlung Timbooktu Schondorf ist schlau. Jürgen weiß, dass der Katalog zum Landsberger Kunstautomat wahrscheinlich genauso schnell vergriffen ist, wie der Inhalt des Automaten.
Jürgen Wiedemann von der Buchhandlung Timbooktu am AmmerseeDeswegen hat er sich rasch noch ein paar Exemplare der limitierten Werkschau besorgt. Sei wie Jürgen, sei schlau, und hole dir auch eins.

Der Landsberger Kunstautomat

Am 5. September 2015 ging der Kunstautomat in der Landsberger Altstadt in Betrieb, und schon Anfang Dezember konnte der Kreisbote berichten: "Der Automat ist leegefegt".
In dem umgebauten Zigarettenautomaten kann man sich für fünf Euro originale, signierte und nummerierte Kunswerke ziehen. Jeweils sechs Künstler bestücken den Automaten mit extra dafür gestalteten Arbeiten.

Große Kunst zum kleinen Preis

Darunter sind bekannte Namen wie János Fischer, Michael Lutzeier, Katharina Ranftl oder der frisch gekürte Ellinor-Holland-Kunstpreisträger Peter Wilson.
Das Konzept hat richtig eingeschlagen, und der Kunstautomat geht jetzt bereits in seine fünfte Spielzeit.
Wie viele andere auch ärgere ich mich, dass ich die Kunst aus dem Automaten nicht konsequent gesammelt habe. Hier hätte ich für wenig Geld eine Kunstsammlung mit wenig Platzbedarf aufbauen können, die noch dazu eine realistische Chance auf Wertsteigerung hätte. Zu spät.

Hinterher ist es zu spät

Wenigstens war ich schlau genug, mir den limitierten Katalog mit der Übersicht der bisher erschienenen Kunstwerke zu besorgen, bevor der auch noch vergriffen ist. Wie gesagt gibt es noch einige Exemplare davon in der Buchhandlung Timbooktu in Schondorf am Ammersee (Bahnhofstrasse 24).

Video von der Vernissage des Kunstautomaten 

(Falls das eingebettete Video nicht richtig angezeigt wird, hier der Link zu YouTube)



9/18/2016

Schnittstelle Heimat

Die Kreiskulturtage des Landkreises Landsberg stehen 2017 unter dem Motto "Schnittstelle Heimat". Ich habe beruflich mit industriellen Computernetzen zu tun, deshalb klingt "Schnittstelle" für mich erst einmal nicht so positiv. Schnittstellen sind üblicherweise genau die Punkte, an denen es Probleme gibt. Die Heimat als Problemfall?

USB Stecker vor DorflandschaftSchnittpunkt zwischen Individuum und Gesellschaft

Bei näherem Nachdenken kann ich dem Begriff dann doch etwas abgewinnen. Heimat ist in gewissem Sinn tasächlich die Schnittstelle zwischen der eigenen Person und unserer Umgebung. Hier trifft unsere Persönlichkeit auf Menschen, Landschaften, Orte, Bräuche, Traditionen - auf eben alles das, was Heimat ausmacht.
Diesen Schnittpunkt definiert jeder für sich anders. Laptop oder Lederhose, Zum Wastl oder ins KuBa, Fußballverein oder YachtclubSammersee oder Ammerseerenade, Blog oder Lokalzeitung? Oder eine bunte Mischung aus alledem?

Projekte unterschiedlicher kultureller Gruppen

Mit "Schnittstelle" wird dem Begriff Heimat auch jeder Anflug ins Kitschige ausgetrieben. Der Ausdruck verrät schon, dass bei diesen Kulturtagen das Aufeinandertreffen von verschiedenen Richtungen erwünscht ist.
In der Ausschreibung weist der Landkreis ausdrücklich darauf hin, dass sich möglichst mehrere kulturelle Gruppen zu gemeinsamen Projekten zusammenschließen sollen, damit es zu künstlerischen Begegnungen auf verschiedenen Ebenen kommt.
Da könnten spannende Sachen entstehen: Brauchtum trifft Poetry Slam, Musik tanzt mit Video, und Performance und Malerei machen Kasperltheater.

Aufruf an künstlerische Grenzgänger

Die Kreiskulturtage sind also ein Aufruf an alle Grenzgänger und Querdenker, um einmal in ungewohnten Kombinationen etwas Neues zu probieren. Anmelden kann man seine Projekte für die Kreiskulturtage bis zum 30. Oktober.

Auftakt im Stadttheater Landsberg

Bis jetzt stehen für die Kreiskulturtage erst die Rahmendaten fest. Auftakt ist mit der Verleihung des Kunstpreises des Landkreises am 24. Juni 2017 im Stadttheater Landsberg. Ein weiterer Programmpunkt wird ein Vortrag oder eine Podiumsdiskussion am 1. Juli am Ammersee sein.

Workshop mit Micha Acher

Am 1. Juli wird das Weltmusik-Quartett Quadro Nuevo in Hurlach spielen (ich musste auf der Karte nachschauen, wo das liegt). In Dießen soll ein Musik-Workshop stattfinden. Die Namen der Dozenten lassen bei Musikinteressierten vermutlich die Augen leuchten: Micha Acher und Michael Lutzeier.

Kreiskulturtage 2017

Sommer 2017
Landkreis Landsberg am Lech
Bewerbungen bis 30. Oktober 2016
Anmeldeunterlagen als Pdf


9/15/2016

Dann magst du mich in Fesseln schlagen...

Werd' ich zum Augenblicke sagen:
Verweile doch! du bist so schön!
Dann magst du mich in Fesseln schlagen,
Dann will ich gern zugrunde gehn!
Photo: Leopold Ploner
Schön hat Herr Goethe das gesagt, oder?  Ein Augenblick, der so schön ist, dass man dafür zugrunde gehen will. Das legt die Latte ganz schön hoch für die nächste Ausstellung im Studio Rose, für die das Motto "verweile doch" gewählt wurde.

Malerei, Photographie und Installation

In der Ausstellung sind neue Arbeiten von Hilde Seyboth und Johannes Simon zu sehen.
Hilde Seyboth – bekannt durch ihr "Luftboot" am Ammersee-Skulpturenweg – zeigt nicht nur Wolkenbilder, sondern installiert tatsächlich Wolken im Studio Rose (lasst euch überraschen).
Der bekannte Pressephotograph Jo Simon weiß, wie man magische Augenblicke mit der Kamera einfängt. Im Studio Rose zeigt er, dass er diese Momente auch mit dem Pinsel bannen kann, obwohl in seiner Arbeit laut eigener Aussage ein "Trotz gegen das Saubere" steckt.
Ausstellung im Studio Rose, Schondorf am Ammersee
Aussichten im Studio Rose:
Bewölkt, aber heiter.


"verweile doch"

Studio Rose
Bahnhofstraße 35
Schondorf am Ammersee
Vernissage: 16. September, 19 Uhr
Öffnungszeiten:
17. und 18. September 2016
24. und 25. September 2016
jeweils von 14:00 bis 18:00 Uhr

7/31/2016

Inspiriert von David Bowie, Albert Einstein und Maximilian Schell

Negativbild der Sonne über dem Ammersee
Bei Kunstausstellungen weiß man meistens ziemlich genau was einen erwartet: gemalte oder photographierte Bilder, gemeißelte oder gegossene Skulpturen.
Bei "Das Schwarze Loch" ist das anders. Hier weiß ich noch nicht, was ich dort sehen werde. Der Initiator, der Dießener Photokünstler Jörg Kranzfelder, schöpfte seine Inspiration für dieses Projekt aus recht untypischen Quellen.