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11/08/2017

Die schöne Leere

"Wie fällt dir das nur immer ein?" werde ich manchmal zu meinem Blog gefragt. Stimmt gar nicht. Manchmal fällt mir nämlich gar nichts ein, zum Beispiel heute.

Ein milchiges Nichts

Der Ammersee an einem Morgen im Herbst
Ich hatte schon einen schönen Morgenspaziergang rund um das Landheim Schondorf, hinunter zum See. Die Luft war kalt, aber nicht unangenehm, ein bisschen Regen tröpfelte auf meinen Kopf, und die Landschaft war in diffuses Licht getaucht.
Alles still, milchig und leer, wie mein Gehirn. Das ist gar nicht unangenehm. Die Zen Buddhisten versuchen ja ganz bewusst diesen Zustand durch lange Meditationsübungen herbeizuführen.

Die reine Lehre von der reinen Leere

"Eine besondere Überlieferung außerhalb der Schriften,
unabhängig von Wort und Schriftzeichen:
unmittelbar des Menschen Herz zeigen,
die Natur schauen und Buddha werden.“
Das schrieb (vermutlich) Bodhidharma Anfang des 12. Jahrhunderts. Was ich da heute Morgen betrieben habe war also eigentlich gar kein Hundespaziergang, sondern ein Kinhin, eine Gehmeditation. Keine Musik, keine Tweets, keine Nachrichten, keine Paradise Papers, keine Koalitionsverhandlungen, keine Amokläufe. Auch keine Jogger oder Radfahrer im Wald, und keine Boote und Windsurfer auf dem See. Ungestört von äußeren Reizen döst mein Hirn vor sich hin.
Für diese völlige geistige Leere machen andere Leute lange Kurse, oder reisen nach Indien und Japan um sich Rat von großen Zen-Meister zu holen.
Es ist also überhaupt nicht schlimm, dass mir heute nichts einfällt. Mein Inneres wird schon gewußt haben, dass ich zwischendurch eine geistige Vollreinigung brauche.

10/08/2017

Mein treuester Leser

Ich weiß, wer mein treuester Leser ist. Aufmerksam liest er jedes einzelne Wort in jedem Beitrag, folgt allen Links die ich setze, und sieht sich meine Photos ganz genau an. Er beobachtet sorgfältig, wann ich etwas Neues veröffentliche, sieht sich die Kommentare an, und wer, wann, wo einen Beitrag von mir teilt. Dieser treue Leser ist Facebook.

Wie gut kennt mich Facebook?

Sind Facebook-Nutzer durchschaubar?
Ich kann deshalb annehmen, dass mich Facebook inzwischen ziemlich gut kennt. Das ist ja auch das Ziel, meine Vorlieben genau zu studieren, um mir dann punktgenau die richtigen Werbeanzeigen vor die Nase zu setzen. Schließlich lebt das Unternehmen von den Werbeeinnahmen, und je besser die Werbung passt, desto besser für Facebook.
Angeblich können die schlauen Algorithmen der Firma ja wahre Wunderdinge vollbringen. Bei der Entscheidung um den Brexit oder die amerikanische Präsidentenwahl sollen die sozialen Netze einen massiven Einfluss genommen haben. Weil sie ihre Nutzer so genau kennen, konnten sie jeden einzelnen mit der richtigen Botschaft ansprechen, und in die gewünschte Richtung manipulieren. So behauptet es zumindest der Big Data Experte Michal Kosinski von der Firma Cambridge Analytica (Das Magazin, Dez. 2016), auch wenn es an dieser Darstellung inzwischen Zweifel gibt (Die Zeit, März 2017)

Wie gut passen die Anzeigen

Jetzt wollte ich einmal herausfinden, wie gut mich Facebook wirklich kennt. Dazu habe ich mir einige Wochen bewusst die Werbung angeschaut, die mir dort als "empfohlener Beitrag" oder "geponsort" präsentiert wird.
Ich habe versucht, die einzelnen Anzeigen möglichst objektiv danach zu bewerten, ob sie für mich relevant sind. Dementsprechend habe ich sie mit Schulnoten bewertet:

1. Sehr Gut. Werbung für ein Produkt, nach dem ich nicht gesucht habe, dass mich aber trotzdem interessiert. Ein Beispiel dafür sind die sehr schicken Fahrradtaschen der Firma Zimmer, von denen ich noch nie vorher gehört hatte. Hier hat Facebook seine Hausaufgaben gemacht und aus meinem Verhalten Angebote entdeckt, die für mich relevant sind.

2. Gut. Mit Gut habe ich Anzeigen bewertet, wenn ich mich woanders schon über ähnliche Produkte informiert habe. Da wurden meine Likes und mein Surfverhalten offensichtlich richtig ausgewertet. Beispielsweise habe ich mir einen neuen Rasenmäher angeschafft, und mich davor natürlich über Tests, Bewertungen und Preise schlau gemacht. Prompt servierte mir Facebook Werbeanzeigen für Bosch Gartengeräte.

3. Mittel. Diese Kategorie sind Werbeanzeigen, die zwar nicht daneben liegen, für die man aber auch keine schlauen Algorithmen braucht. Ich bin ein älterer, weißer Mann, und lebe in einer recht wohlhabenden Gegend. Das macht mich zur Zielgruppe für Uhren, Sportwagen, HiFi-Anlagen und anderes Männerspielzeug. Nicht ganz falsch, aber das geht auch ohne aufwändige Big Data Analysen.

4. Schwach. Das ist Werbung, bei der ich mir zwar denken kann, wie Facebook darauf gekommen ist, die aber trotzdem daneben liegt. Zum Beispiel machen einige meiner Freunde gerne Fernreisen. Deshalb denkt Facebook anscheinend, ich möchte auch nach Bali, Namibia oder Rio fliegen. Will ich aber nicht.

5. Ungenügend. Hier hatten die angeblich genialen Facebook-Algorithmen wohl einen Schluckauf. Was bitte, soll ich mit einem Onlinekurs für Möbelverkäufer anfangen? Wozu brauche ich ein Gastronomie-Kassensystem, wenn ich kein Wirtshaus habe? Bei diesen Anzeigen ist mir schleierhaft, warum sie Facebook mir zeigt.

Facebook Anzeigen Relevanz
Relevanz von Facebook-Anzeigen

Der gläserne Nutzer

Das ist nun natürlich keine wissenschaftliche Unteruchung, und die Einteilung ist subjektiv. Die Tendenz dürfte aber schon in etwa passen.  Das Ergebnis ist für Facebook eher ernüchternd, für mich ist es beruhigend. Der gläserne Nutzer bin ich anscheinend noch nicht.
Der größte Anteil der Anzeigen (über 30%) wurde offensichtlich nur auf Grund von Alter, Geschlecht und Wohnort platziert. Bei anderer Werbung hat Facebook versucht, auf Grund meines Verhaltens das Richtige für mich zu finden. Dabei lag die Maschinenintelligenz sehr oft falsch (13%) oder völlig falsch (28%). Nur bei ungefähr einem Viertel der Werbeanzeigen haben die Algorithmen meine Interessen richtig erkannt.
Es würde mich interessieren, wie das bei euch ist. Haben die Werbeanzeigen in den sozialen Netzen eine ähnliche Trefferquote?

5/24/2017

Bücher verschenken

Ich hatte letzten Monat darüber geschrieben, dass der Video Blogger Smartsozial mich für die Aktion #Mein2017 nominiert hat. Dabei geht es darum, mit kleinen Gesten das Jahr 2017 insgesamt ein bisschen besser zu machen (Mehr dazu unter https://schondorf.blogspot.de/2017/04/mein2017.html). Meine Idee war, Bücher zu verschenken.

Ich verschenke Bücher am Ammersee

Die Bücherkiste

Ich habe also mein Buchregal etwas ausgeräumt. Das ist mir schwerer gefallen, als ich es erwartet hätte. Jedenfalls kam am Ende eine recht bunte Mischung von rund zwei Dutzend Büchern zusammen. Das reichte von Klassikern wie Carson McCullers zum Kochbuch einer österreichischen Obdachlosen-Initiative, und von Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch bis zu Linux-Erfinder Linus Torvalds.
Diese Kiste stellte ich an einem Samstag Mittag auf den Gartenzaun mit einem Schild, dass man sich gratis bedienen dürfe. Auf der Straße hinunter zum Ammersee sind am Wochenende viele Leute unterwegs, für Publikum war also gesorgt.
Abends dann ein Blick auf das Ergebnis und ein ziemlich langes Gesicht: Die Kiste war praktisch noch vollzählig da. Stimmt es also etwa doch, dass die Leute keine Bücher mehr lesen? Oder ist mein Buchgeschmack abseitiger, als ich gedacht hätte? Zu diesem Zeitpunkt war #Mein2017 jedenfalls ein Schlag ins Wasser.

Sonntag ist Lesetag

Neuer Versuch dann am Sonntag, die Kiste kam wieder auf den Zaun. Zur Mittagszeit wagte ich einen ersten skeptischen Blick in den Vorgarten. Meine Überraschung war groß, denn die Kiste war leer, alle Bücher hatten einen Leser gefunden. Sonntag ist offensichtlich der Tag für Literatur. Das ist ein schönes Gefühl, dass nun gut zwanzig Bücher eine neue Heimat gefunden haben. Sollte einer der neuen Besitzer das hier zufällig lesen, freue ich mich über einen Kommentar.
Es gibt zu der Aktion übrigens auch einen kleinen Film auf YouTube: https://youtu.be/h8kYvzW24QM

Wie geht es weiter?

Jetzt bin ich gespannt, was die von mir für #Mein2017 Nominierten sich einfallen lassen. Ich kenne die Damen Blaes, Foresti, Müller und Stawarz, und den Herrn Netzer als kreative Menschen. Wie wird euer Beitrag zu #Mein2017 aussehen?

4/22/2017

#Mein2017

Ich wurde nominiert bei #Mein2017 mitzumachen. Gestartet wurde diese Aktion von "The man in the gray chair" auf YouTube. Die Idee ist, dass jeder etwas Kleines dazu beitragen kann, um dieses Jahr insgesamt besser und schöner zu machen.
#Mein2017 am Ammersee
Das Ganze läuft in drei Schritten ab:

1. Etwas Nettes tun

Jeder kann nach seinen eigenen Möglichkeiten, nach Lust und Laune etwas beitragen. Man kann den Weltfrieden organisieren, jemandem bei den Hausaufgaben oder bei der Gartenarbeit helfen, oder auf der Straße Blumen verteilen.
Phantasie ist gefragt.

2. Andere einladen

Anschließend lädt man fünf Leute ein, ebenfalls bei #Mein2017 mitzumachen. Das tut niemandem weh und ist vermutlich sinnvoller, als sich für einen guten Zweck einen Kübel Eisdwasser über den Kopf zu gießen (falls sich noch jemand an die Ice Bucket Challenge erinnert). Die Teilnahme ist natürlich freiwillig. Wer keine Lust hat, ignoriert die Einladung einfach.
Und natürlich kann man auch ohne Einladung selbst bei #Mein2017 aktiv werden.

3. Darüber berichten

Schließlich berichtet man über die eigene Aktion unter dem Hashtag #Mein2017. Das kann man auf YouTube tun, wo das Projekt startete. Das kann man aber auch auf Facebook, Instagram, Twitter oder einer anderen Plattform veröffentlichen, oder in der Zeitung darüber schreiben.
Wichtig ist, dass der Hashtag #Mein2017 weiter verbreitet wird, um möglichst viele Menschen auf diese Aktion aufmerksam zu machen.

So fing es an

Ich wurde von Oliver Le nominiert, einem jungen Video-Blogger vom Ammersee. Er hat auf YouTube den Kanal Smartsozial.
Sein eigener Beitrag ist, dass er kostenlos Computerhilfe für Senioren gibt. Ich finde es generell wunderbar, wenn sich Menschen sozial engagieren - speziell wenn sie theoretisch meine Enkel sein könnten. Von wegen, die Jugend von heute sei nur noch auf das Smartphone fixiert und kümmere sich nicht um die wirkliche Welt. Oliver Le und andere junge Leute zeigen ein soziales Engagement, von dem sich viele Ältere durchaus eine Scheibe abschneiden könnten.

Die Bücherkiste

Mein eigener Beitrag zu #Mein2017 ist eine Bücherkiste. Ich lese relativ viel, aber die meisten Bücher nur einmal. Es ist doch schade, wenn diese gelesenen Bücher anschließend im Regal verstauben, obwohl sie auch noch anderen Menschen Freude machen könnten. Deshalb werde ich heuer regelmäßig mein Bücherregal ausräumen. Die Bücher kommen dann in eine Kiste auf meinen Gartenzaun, mit einem Schild, dass man sich hier gratis bedienen darf. 

Meine Nominierten

Ich lade nun folgende Leute ein, bei #Mein2017 mitzumachen:
> Renate Blaes
> Annunciata Foresti
> Claudia Müller (Brühenmanufaktur Ammersee)
> Kerstin Stawarz (Buchhandlung Timbooktu)
> Gregor Netzer
Ich bin gespannt, was ihr euch einfallen lasst.

#Mein2017 auf YouTube

Ich habe über meine Teilnahme in einem kleinen Film auf YouTube berichtet. Allerdings sitze ich da nur rum und erzähle das Gleiche, was ich hier geschrieben habe. Wer es sich trotzdem anschauen will: https://youtu.be/5N3ot_1gscE

3/26/2017

Blogger Portrait Susanne Lücke

Ich hatte einmal die Idee, Blogger rund um den Ammersee vorzustellen. Irgendwie ist das aber nach meinem Portrait von Renate Blaes wieder eingeschlafen. Nun, nach über zwei Jahren Pause, geht es weiter.

Die Autorin Susanne Lücke aus Schondorf am Ammersee
Eine Kosmopolitin am Ammersee

Der Name Susanne Lücke-David ist in Schondorf ziemlich bekannt, denn sie ist die Autorin des Buches "Schondorf am Ammersee - Portrait eines Dorfes". Aber Susanne Lücke ist auch Kunsthistorikerin, Übersetzerin, Journalistin, und eben auch Bloggerin. Ihr Blog "Nestbeschmutzer" http://susanne-luecke.de/ ist genauso unangepasst, wie es der Titel sagt.

Susanne Lücke-David stellt sich vor.

Ich promovierte 1962 in Kunstgeschichte und Archäologie, war dann Stipendiatin im Landesamt für Denkmalpflege Schleswig Holstein, anschließend bei den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, hatte schließlich einen Lehrauftrag an der University of Toronto zum Thema moderne Kunst, habe mich dann aber, als Mutter zweier Söhne, für eine freiberufliche Tätigkeit entschieden. Seit 1976 publiziere ich nicht nur in meinem Fach, sondern auch zum Thema Lebensmitteltechnologie, einfach, weil mich das interessiert.
Ein halbes Berufsleben lang arbeitete ich als Co-Autorin meines Mannes Hans-Karl an einem zweibändigen Werk zur antiken Mythologie für die rowohltsche Enzyklopädie, publizierte aber nebenher auch weitere Titel hauptsächlich als Autorin, aber auch als Übersetzerin. Zur Erholung schrieb ich einige sogenannte belletristische Stücke. Sogenannt, weil ich die Unterscheidung von Sachbuchliteratur und Belletristik unangemessen finde. Die Briten sind da besser: Fiction und Non Fiction!
Nach einem „Nomadenleben“ zwischen Deutschland, Kanada, Italien und Frankreich bin ich seit 1999 in Schondorf ansässig und gedenke es zu bleiben! 

Ich spieße einfach auf, was mir auffällt

Dein Blog heißt "Nestbeschmutzer". Um welche Themen geht es da?

Im weitesten Sinn um politische (gesellschafts- und kulturpolitische) Themen – eigentlich ohne Vorsatz. Ich spieße einfach auf, was mir auffällt oder was mir zu Unrecht nicht genügend Beachtung findet, und recherchiere entsprechend.
Der Titel „Nestbeschmutzer“ prangert natürlich das unbegreifliche Phänomen an, dass „Whistleblower“, die Missstände aufgedeckt haben, immer wieder selber als Nestbeschmutzer beschimpft werden. Die Bundesregierung verspricht seit Jahren, etwas zum Schutz von Whistleblowern zu unternehmen. Getan hat sich bisher nichts.

Die Autorin Susanne Lücke aus Schondorf am Ammersee Wie bist Du auf die Idee gekommen, "Nestbeschmutzer" zu starten?

Ich habe ja auch als Journalistin gearbeitet, habe unter anderem einige Jahre eine Kolumne für das ZEITmagazin geschrieben, in den 90er Jahren zur „Lokalspitze“ der SZ beigetragen, die inzwischen eingestellt wurde. Ein Blog hat den großen Vorteil, dass ich nicht an irgendwelche Termine und Trends gebunden bin.
Ich bin frei zu entscheiden, worüber ich schreibe und wann. Nur würde ich es gerne öfter tun, aber das halte ich nicht durch, da ich immer an mehreren Textbaustellen für Buchpublikationen arbeite. Das erfordert nicht nur Zeit, sondern auch Konzentration.

Was ist dein persönlicher Maßstab für den Erfolg des Blogs?

Erfolg ist ja immer unkalkulierar. Ich versuche nur, so solide und seriös zu arbeiten wie möglich. Aber ich betrachte es als Erfolg, wenn jemand meine Beiträge kommentiert - das geschieht ja fast regelmäßig und das auf sehr sachliche Weise, worüber ich richtig glücklich bin. 

Was kann ein Blog bewirken?

Du nimmst dir in deinen Texten kein Blatt vor den Mund. Hat es da auch schon unangenehme Reaktionen oder Kommentare gegeben?

Bis jetzt nicht. Ich bin weder beschimpft noch bedroht worden, so dass ich mich manchmal frage, ob meine Beiträge überhaupt gelesen werden. Dass das jedoch der Fall ist, bestätigen ja die Kommentare. Im übrigen bin ich gewappnet: Wer in irgendeiner Eigenschaft in die Öffentlichkeit tritt, muss mit jeder Art emotionaler Zuwendung rechnen, von der Anbiederung bis zum Shitstorm.

Kann ein Blog heute etwas bewirken, oder hat sich die Diskussion völlig zu Facebook und Twitter verlagert?

Kann ein Blog etwas bewirken? Da bin ich eher skeptisch, aber wenn es gelingt, auch nur ein paar Leser zum Nachdenken zu bringen, sehe ich das als Erfolg. Andererseits gilt für ein Blog dasselbe wie für alle Publikationsformen: Nachrichten erreichen nur die, die die Botschaft schon kennen und sie also nicht nötig haben. Die anderen erreichst du gar nicht; da bin ich durchaus zynisch. Aber zurückhalten, was gesagt werden kann (was für ein gar nicht so selbstverständliches Glück!) und sollte – das ist für mich keine Konsequenz.
Was Facebook und Twitter angeht, so sehe ich schon einen wesentlichen Unterschied zu einem Blog. Dort fixiert man ja quasi Gesagtes, schnell Dahingeredetes, ohne sich dessen bewusst zu sein. Schön, das mag auch für so manchen Blog gelten, aber für mich ist ein Blogbeitrag im Wesentlichen nichts anderes als ein Artikel in einem Printmedium.

Welche Tipps hast Du für Leute, die selbst ein Blog starten wollen?

Wenn möglich, regelmäßig und in nicht zu großen Abständen etwas posten und vor allem immer strikt sachlich bleiben. Das sollte auch für nicht professionelle Schreiber oberstes Gebot sein.
Vielen Dank für das Gespräch. Wer jetzt neugierig geworden ist, hier geht's zum "Nestbeschmutzer" Blog: http://susanne-luecke.de/


Buch von Susanne Lücke-David Bücher von Susanne Lücke-David

Hier eine Auswahl der Bücher von Susanne Lücke, mit Bestellmöglichkeit:
Schondorf am Ammersee - Portrait eines Dorfes
Die Baustile
Die Götter der Griechen und Römer  
Antike Mythologie
Immer geradeaus: verwirrt in Italien? Ein Reiseführer durch ein skurriles Land
Das europäische Brotbackbuch


2/14/2017

Virenalarm

Ich habe ein Virenschutzprogramm installiert, öffne keine Anhänge in fremden Emails, und klicke nicht auf Facebookseiten, die mir mein wahres Sternzeichen, Alter oder Lebensziel offenbaren wollen. Trotzdem hat es mich erwischt. Vermutlich mit AH3N2.

Globuli und Schüsslersalze

Ich merkte es daran, dass die Betriebstemperatur des Kernels anstieg, die Systemperformance nachließ und auch der Zugriff auf den Speicher nicht mehr wie gewohnt funktionierte. Kurz gesagt, die Grippe hat mich erwischt.
Dem versuche ich jetzt mit Tee, Globuli und Schüsslersalzen beizukommen. Mir ist die Ironie schon bewusst, dass ausgerechnet der rationale, esoterikresistente Leopold Ploner zur Homöopathie greift. Ich mache aber auch das ganz rational. Die homöopathischen Mittelchen mögen keine nachgewiesene Wirkung haben, dafür sind sie auch frei von Nebenwirkungen.
Wenn es nichts nützt, kann ich später immer noch zur Pharmakeule greifen.

Luftkur am Ammersee

Außerdem ist Schondorf ein Luftkurort, da wird die heilsame Atmosphäre am Ammersee schon ihre Wirkung entfalten.
 Mit Fieber sieht der Ammersee einfach anders aus 
Bis dahin sammle ich erste Erfahrungen im Horizontalbloggen auf dem Sofa und schreibe hier gerade meinen ersten Beitrag auf dem iPad.
Das geht, auch wenn ich eine richtige Tastatur schon sehr vermisse und die Autokorrektur ständig versucht, mir Fallen zu stellen. Aus "Globuli" versucht das Programm unbedingt "Globalisierung" zu machen.
In ein paar Tagen sollte es mit Globuli und Hustentee wieder vorbei sein. Ich will mich nicht beschweren, es hätte auch schlimmer kommen können, z. B.  mit einem Männerschnupfen (Video hier auf YouTube).
Erste Erfanrungen im Horizontalbloggen 

2/08/2017

Blogger-Hauptstadt am Ammersee

Niemand weiß genau, wieviele Blogs es in Deutschland gibt. Die Schätzungen reichen von mehreren Tausend bis zu über Hunderttausend.

Blogs pro Einwohner

Die Agentur OSK hat in einigen größeren Städten nachgezählt und fand in München 162 Blogs, in Leipzig 180 und in Hamburg 232. Umgerechnet auf die Bevölkerungszahlen wären das in:
> München 0,1 Blogs/1.000 Einwohner
> Hamburg 0,13/1.000
> Leipzig 0,35/1.000

Da können wir nur milde lächeln, denn Schondorf bringt es locker auf das Fünffache, nämlich 1,75 Blogs pro 1.000 Einwohner. Damit ist Schondorf auf jeden Fall die digitale Hauptstadt des Ammersees, und vermutlich auch deutschlandweit ganz vorne mit dabei.
Obwohl hier nur rund 4.000 Menschen leben, werden bei uns sieben Blogs veröffentlicht: Das Blog von Renate Blaes, Sprechperlen, Nestbeschmutzer, Edition Blaes, die kunterbunte Katzenseite, Ammersee Fotoblog und mein eigenes Schondorf Blog.

Vorsprung weiter ausgebaut

Und wir sind dabei unseren Vorsprung weiter auszubauen. Seit Januar ist ein neues Blog, genauer gesagt ein Video Blog, aus Schondorf am Start. Oliver Le berichtet auf seinem YouTube-Kanal "Sozial mit Kopf" über die Dinge, die ihm durch den Kopf gehen.
Ich werde ihn demnächst einmal etwas ausführlicher vorstellen. Bis dahin schaut euch einfach mal seine Vlogs (Video-Blogs) an, abonniert seinen Kanal und spendiert ihm ein "Daumen hoch":
Sozial mit Kopf auf YouTube 

1/18/2017

Neues Berufsbild

Unsere Gemeindezeitung Einhorn hat meine Aufstellung von denkmalgeschützten Gebäuden in Schondorf veröffentlicht (Teil 1 in der Ausgabe Herbst 2016, S. 8 und Teil zwei im Winter 2017, S. 7). Das hat mich sehr gefreut und natürlich auch stolz gemacht.
Fußspuren im Schnee
Den schönsten Kommentar dazu gab Heiner Otter, Wirt vom Steghaus. Als ich auf ein Bier bei ihm war, fragte er mich, ob dieser Artikel das Ergebnis meiner "spaziergängerischen Tätigkeit" sei.
Ich finde den Ausdruck "spaziergängerischen Tätigkeit" einfach wunderbar. Er gibt meinem beschaulichen Umherwandern fast schon den Anstrich einer ernsthaften Beschäftigung.
Ich muß mir das für den nächsten Party Smalltalk merken:
"Und was machen Sie so?"
"Och, ich bin spaziergängerisch tätig."

Wege am Ammersee

Die Route des historischen Spaziergangs durch Schondorf gibt es – samt Photos und interaktiver Karte – hier auch Online.
Allen anderen Schondorfer Spaziergängern möchte ich noch einen weiteren Beitrag aus dem Einhorn empfehlen. In der Sommerausgabe 2016 hat Susanne Sticker das Netzwerk der Fußwege in Schondorf beschrieben und auf einer Karte eingezeichnet. Sie ruft dazu auf, diese Wege öfters mal zu begehen, denn: "Erst das System der Wege bringt Leben in die Flur."
Vielleicht können wir hier ja noch mehr Vorschläge für schöne Spazierwege in Schondorf und am Ammersee sammeln. 

2/13/2016

Discy jetzt bei Piqd

Schallplatten
Für manche Leser ist schon mit der Überschrift alles klar, und die Freude groß. Für alle Anderen erkläre ich mal, worum es hier geht.
Piqd ist eine Sammlung handverlesener Links im Internet, die von Experten in verschiedenen Kanälen ausgewählt werden.
Neu in dieser Expertenrunde ist jetzt Edmund Epple, Betreiber der MusikBuchHandlung discy in Landsberg.

5/15/2015

Schnitzler, Frisch, Bulgakow und Schondorf

Auch ein 15. Mai
Am 15. Mai letzten Jahres erschien der erste Beitrag dieses Blogs. Damit teilt es sich den Geburtstag mit Michail Bulgakow, Max Frisch und Arthur Schnitzler.
Keine schlechte Gesellschaft denke ich.

11/16/2014

Fragen an Dr. Ploner

 Lindsay L. aus LA schreibt:
"Leider passiert es mir manchmal, dass ich Ihren neuesten Blog-Eintrag verpasse und dann auf dem Schulhof nicht mitreden kann, wenn alle darüber reden. Deshalb werde ich oft von meinen Freunden gehänselt. Was kann ich dagegen tun?"

Dr. Ploner antwortet:

"Du solltest Dich als erstes fragen, was für 'Freunde' das sind, die dich aufziehen statt Dir zu helfen. Sie könnten Dir ja auch immer den neuesten Beitrag ausdrucken und auf den Pausenhof mitbringen, dann könntet ihr zusammen darüber diskutieren.
Ich habe nun mit meinem alten Freund Bill Gates gesprochen und er war so nett, eine Lösung für dein Problem zu entwickeln. Rechts neben diesem Beitrag siehst Du ein Feld mit der Überschrift 'Blog per Email abonnieren'. Wenn Du hier deine Emailadresse eingibst, bekommst Du automatisch jedesmal eine Nachricht, wenn ich einen neuen Beitrag geschrieben habe. Das ist doch super, oder?
Ganz unten in der Seitenleiste gibt es noch einen Button 'Blog per RSS abonnieren'. Das kennst du jetzt wahrscheinlich nicht, aber frag einmal deinen Großvater, der hat noch Nachrichten per RSS gelesen.
Außerdem kannst Du mir auch auf Google+ oder Facebook folgen, dann verpasst Du auch nichts. Da kannst Du die neuesten Beiträge auch ganz schnell mit deinen Freunden teilen und rufen 'Ätsch, ich war Erster!'. Die werden sich ärgern."

10/16/2014

Über "Tatort - Im Schmerz geboren"

Jetzt kann ich nicht widerstehen, und muss auch etwas zum Tatort Krimi "Im Schmerz geboren" sagen. Was das mit dem Ammersee zu tun hat? Hm – ich glaube, Ulrich Tukur war schon mal zu Gast in Dießen, das muss reichen.

Tarantino, Truffaut und Shakespeare

Die Vorschau auf der Website der Süddeutschen Zeitung sprach davon, dieser Tatort enthalte "Motive und Ideen von Truffaut, Leone und Tarantino". Nun gut, da hat eben der Kritiker den Film schon vorab gesehen, und das sind die Assoziationen, die ihm dazu eingefallen sind. So weit, so gut.

10/04/2014

Schondorf, die Blogger-Metropole

Ich hatte ja schon einmal darüber geschrieben, dass Schondorf die Blogger-Hauptstadt des Ammersees ist. Nirgends sonst am See werden so viele Blogs geschrieben. Umgerechnet auf Blogs pro Einwohner können wir uns vermutlich gut mit Berlin und New York messen.
Und dabei hatte ich damals von einem weiteren Blog noch gar nichts gewußt: Auch "Nestbeschmutzer!" kommt aus Schondorf.

9/23/2014

Themenabend Suchmaschinenoptimierung

Bei Google gefunden zu werden ist für jeden Blogger wichtig. Für professionelle Blogs ist es praktisch lebensnotwendig, aber auch wir Privatblogger freuen uns über höhere Zugriffszahlen.
Um von den Suchmaschinen gefunden zu werden gibt es verschiedene Techniken der Optimierung (SEO = Search Engine Optimization).
Das ist das Thema beim nächsten Bloggerstammtisch am 25. September um 19:00 Uhr im Ammersee Denkerhaus in Dießen. Den Einführungsvortrag hält ein ausgewiesener Experte, nämlich Thomas Schmidt aus Pähl (virtual-commerce.de, Florilegium).

Tipps und Tricks für die Praxis

An dem Abend wird es darum gehen, was man tun kann, um bei Google möglichst weit vorne in den Suchergebnissen aufzutauchen. Dafür gibt es sowohl einige technische Tricks, als auch Fragen des Inhalts zu beachten. Nach dem einführenden Vortrag werden sich die Teilnehmer untereinander austauschen und über eigene Erfahrungen berichten.
Wenn Du teilnehmen willst, schicke bitte vorab eine kurze Nachricht an das Denkerhaus, dann können die den Abend besser planen.

7/31/2014

Blogger-Portrait Renate Blaes

Multi-Bloggerin Renate Blaes
Schondorf ist die Blogger-Hauptstadt des Ammersees. Hier werden fünf Blogs geschrieben, mehr als in jeder anderen Gemeinde rund um den See. (Mit umgerechnet einem Blog pro 800 Einwohner liegen wir wahrscheinlich sogar vor Berlin)
Das ist das Verdienst von Renate Blaes, denn vier der fünf Schondorfer Blogs stammen von ihr.

Der Moosblogger war so nett meinen Blog vorzustellen. Die Idee nehme ich gerne auf und habe meine Ammersee Blogger Kollegin Renate Blaes interviewt.

Blogs über berufliches, privates, Katzen und Photos


Um welche Themen geht es in Deinen Blogs?
Im Katzenblog (www.diekunterbuntekatzenseite.de/blog) ist das Thema (wer hätte das gedacht) meine Katzen und alles, was ich mit diesen wunderbaren Tieren so erlebe. Gutes und weniger Gutes. Wenn sie verletzt oder krank sind zum Beispiel. Wie aktuell meine Katze Lili, die an einer schweren Krankheit leidet.
Das zweite Blog ist eine Mischung aus persönlichen und beruflichen Dingen und dort schreibe ich über alles, was mir so in den Sinn kommt. (www.renateblaes.de/blog)
Im meinem Verlagsblog schreibe ich über alles, was mit Literatur zusammenhängt. Quer Beet. (www.editionblaes.de)
Und nicht zuletzt führe ich noch ein Fotoblog (www.ammersee-fotoblog.de). Dort veröffentliche ich ausschließlich Fotos.

7/07/2014

Mathe Test: Kennst Du die Lösung?

© Vergilius Eremite via wikipedia.org
Machen wir mal einen kleinen Test: Wieviel ist Vier geteilt durch Drei?

Halt, halt, dafür brauchst Du wirklich keinen Taschenrechner. Vier geteilt durch Drei ist Sechzehn.

???

Ich erkläre das mal an Hand einer Textaufgabe. Leopold posted vier Beiträge in seinem Blog. Friederike teilt diese Beiträge auf Facebook, Gustav teilt sie auf Google+, und Theodora teilt sie auf Twitter. 4L + 4F + 4G + 4T = 16. Wo davor vier Postings im Internet waren, sind jetzt sechzehn zu finden. So funktioniert die wunderbare Welt der Shareconomy. Wenn etwas geteilt wird, wird es mehr statt weniger.

7/05/2014

Print ist tot

© Andreas Winterer
Oder doch nicht ganz? Oder noch recht lebendig?

Am 10. Juli, um 18:30 findet im Ammersee Denkerhaus, Dießen ein sogenanntes Schnupperma(h)l statt. Bei diesen Veranstaltungen kann man den Coworking-Space Denkerhaus kennen lernen, es gibt einen kleinen Imbiss und meistens sehr interessante Gastvorträge. Dieses mal spricht Alois Kramer, Chefredakteur und Geschäftsführer des Ammersee Kuriers, darüber wie Selbständige und Kleinunternehmer Lokalmedien für ihre Pressearbeit nutzen können.
Aus diesem Anlass hat der Moosblogger gerade einen lesenswerten Beitrag über die wirtschaftlichen Probleme der Tageszeitungen geschrieben. Er bezieht sich dabei auf Prof. Andreas Vogel, Leiter des Wissenschaftlichen Instituts für Presseforschung und Medienberatung in Köln, und dessen These, die Konkurrenz durch Online-Medien sei nur ein “nachrangiger Grund” für die Probleme der Tagespresse.

6/27/2014

Wünsche werden wahr...

Geld ist bei der Fußball WM doch nicht der entscheidende Faktor für den Erfolg

"Bitte, lasst Geld KEINE Tore schießen!" hatte derr Moosblogger am 11. Juni geschrieben. Anlass war eine Veröffentlichung von Göttinger und Berliner Wissenschaftlern die behaupteten, mit ihrer Marktwerttheorie die Ergebnisse vorhersagen zu können. Dabei wird einfach der Marktwert der Einzelspieler einer Mannschaft addiert, und die in der Summe wertvolleren Teams setzen sich durch. Angeblich hat sich diese Theorie gut bewährt und bei Großereignissen zu richtigen Vorhersagen geführt.

Frontalzusammenstoß zwischen Theorie und Praxis

Jetzt ist die Vorrunde vorbei und die Theorie hat die Kollision mit der Praxis nicht gut überstanden. Laut der Prognose hätte sich nach der Vorrude folgende Reihenfolge ergeben müssen.


Gruppe A
Brasilien 468 Millionen Euro
Kroatien 193 Millionen Euro

Gruppe B
Spanien 631 Millionen Euro
Niederlande 208 Millionen Euro

Gruppe C
Kolumbien 190 Millionen Euro
Elfenbeinküste 122 Millionen Euro

Gruppe D
England 334 Millionen Euro
Italien 323 Millionen Euro

Gruppe E
Frankreich 412 Millionen Euro
Schweiz 178 Millionen Euro

Gruppe F
Argentinien 392 Millionen Euro
Bosnien-Herzegowina 114 Millionen Euro

Gruppe G
Deutschland 562 Millionen Euro
Portugal 297 Millionen Euro

Gruppe H
Belgien 349 Millionen Euro
Russland 184 Millionen Euro

Die falschen Vorhersagen habe ich rot markiert und übrig bleibt eine ziemlich schwache Trefferquote von 44%. Das konnte Paul, der Krake besser!

Fußball bleibt spannend

Mich freut das Ergebnis. Zum Einen weil ich (wie fast jeder) ein Herz für Außenseiter habe. Zum Anderen weil damit eine arg unterkomplexe Theorie abgestraft wurde.
Wer Lieschen-Müller-Banalitäten ("Geld regiert die Welt") mit viel Brimborium ("Die unabhängigen Variablen werden von uns theoriegesteuert schrittweise zur Prognose herangezogen") zur wissenschaftlichen Theorie aufmotzt, wird mit Gelächter nicht unter zwei jahren bestraft.