Schondorf - Leben am Ammersee

Kultur, Politik, Freizeit und Veranstaltungen aus Schondorf und der Ammersee-Region.

2/03/2018

Oh wie schön ist Ammersee!

Jexhof bei Schöngeising
Nun habe ich es doch noch geschafft, mir die Janosch-Ausstellung in Jexhof anzusehen. Sehr empfehlenswert für alle Fans von Wondrak, der Tigerente, des kleinen Bären und kleinen Tigers (sind wir das nicht alle?).

Vom Ammersee bis Panama

Das schön gelegene Bauernhofmuseum Jexhof bei Schöngeising ist eigentlich immer einen Besuch wert, aber jetzt ganz besonders. Noch bis 11. Februar 2018 gibt es dort die sehr liebevoll gemachte Ausstellung "Janosch: Vom Ammersee bis Panama". Der Schöpfer der Tigerente und vieler anderer legendärer Figuren lebte bis 1980 am Ammersee. Sein ehemaliges Wohnhaus in Greifenberg steht noch (aber wie lange?). Meine Erkundungstour dorthin habe ich im Beitrag Raiders of the lost Tigerente beschrieben.
Ich finde es übrigens erstaunlich, dass die Gemeinde Greifenberg auf ihrer Website (Stand Februar 2018) mit keinem Wort auf ihre berühmteste Persönlichkeit eingeht. Unter "Geschichte" erfährt man dort zwar alles mögliche über die örtliche Bahnstation, aber nicht, dass Janosch bis 1980 hier gelebt und gearbeitet hat.
Die Ausstellung in Jexhof hat nun einiges Material aus dieser Zeit zusammen getragen. Es zeigt nicht nur den weltberühmten Kinderbuchautor, sondern auch den weniger bekannten Horst Eckert, der hinter dem Pseudonym Janosch steckt.

Die abstrakte Nackte

Bild von Horst Eckert
Dieser Horst Eckert ist ein suchender und zweifelnder junger Mann. Er schlägt sich als Textilmusterzeichner durch, möchte aber eigentlich ein "richtiger" Maler werden. Dazu besucht er in München die Kunstakademie. Mit den Vorstellungen von zeitgemäßer Malerei kommt er aber nicht zurecht, und kommentiert das in seiner typisch lakonischen Art: "Der Professor wollte, dass ich die Nackte abstrakt malte, aber nackte Frauen habe ich nicht abstrakt verstanden."
Eckert verlässt die Kunstakademie, zieht an den Ammersee und stürzt sich in einen wahren Schaffensrausch. Das kann man durchaus wörtlich nehmen, sein Alkoholkonsum soll legendär gewesen sein. Hier entstand sein wahrscheinlich bekanntestes Buch "Oh wie schön ist Panama".

Janosch, der Partygänger

Ausstellung über Janosch am Ammersee
Die Bücher und Zeichnungen aus dieser Zeit sind in der Ausstellung umfangreich und liebevoll präsentiert. Ich hatte gehofft, hier auch mehr über das Leben von Janosch am Ammersee zu erfahren. Leider gibt es dazu aber nicht viel zu sehen. Eine Schreibmaschine, ein Malerkittel und ein von ihm bemalter Schrank – mehr ist aus dieser Zeit anscheinend nicht übrig geblieben.
Dabei habe ich inzwischen von verschiedenen Seiten gehört, dass Janosch gar nicht der kauzige Einsiedler war, als den ich ihn mir vorgestellt hatte. Er war wohl ein regelmäßiger Besucher der angesagten Münchner Jazz Lokale, wie des legendären "Hot Club" in der Arnulfstraße. Auch in den Kreisen der Ammersee-Boheme war er angeblich viel unterwegs, und ließ kaum eine Party aus. Das hätte mich interessiert, mit welchen Leuten er sich hier getroffen hat, wer ihn vielleicht sogar inspiriert hat.
Kennt jemand noch Geschichten und Anekdoten aus Janosch' Zeit am Ammersee? Dann teilt sie doch bitte unten in den Kommentaren.

Janosch: Vom Ammersee bis Panama

8. Dezember 2017 bis 11. Februar 2018
Bauernhofmuseum Jexhof


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1 Kommentar:

  1. Hallo Leo, ich habe nur eine gehört: Ich habe die bekannte Schriftstellerin (Gruppe 47) Barbara König öfters aufgesucht, weil ich sie , wie viele andere Künstler am Ammersee, fotografisch portraitiert habe.

    Da erzählte sie mir eine kleine Geschichte von Janosch, der bei einem Künstlerfest zu ihr sagte: komm zu mir, lass den Kohlenhändler, ich will Dich heiraten...Barbara König war schon damals verheiratet mit dem Kohlenhändler Meyer in Diessen und bekam später auch eine Tochter von ihm.
    Aber daraus wurde aber nichts, sie verwies auf das „Lotterleben" von Janosch und auf die Treue und liebevolle Versorgung von ihrem Mann. Ob sie nicht doch eine Affäre hatte, habe ich nicht erfahren

    Aber er mußte Geschmack haben, Barbara König, ebenso Künstlerin, war stets seht gut gekleidet und legte Wert auf ihr Äußeres. Legendär ist auch das Restaurant in St. Alban, direkt am See saßen wir öfters und sie trank ihr Gläschen Sekt, bis ins hohe Alter.

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