10/18/2016

Tag der Entscheidung

Start einer Rakete
Es blieb bis zum Schluss spannend. 40% der Haushalte in Schondorf mussten einen Glasfaseranschluss bestellen, um mit dem Ausbau zu beginnen.
Vom Anbieter Deutsche Glasfaser wartet man zwar (wie gewohnt) vergeblich auf aktuelle Informationen, aber das Landsberger Tagblatt berichtet, dass diese Zielmarke jetzt erreicht sei. Auf Anfrage habe Regio-Manager Herman van Voorst schriftlich mitgeteilt, dass "dem Ausbau des Glasfasernetzes nichts mehr im Wege (steht).

Eine schwere Geburt

Während in Eching die Quote bereits erreicht war, hatten sich zum Stichtag 18. Juli in Schondorf erst 31% für das schnelle Internet entschieden. Deutsche Glasfaser verlängerte daraufhin den Schlusstermin um zwei Wochen auf den 8. August, um einen GLEXIT abzuwenden.
Das reichte aber anscheinend auch nicht. Am 26. August erhielt ich eine Email von Deutsche Glasfaser, dass noch 60 Verträge fehlen würden, um mit dem Ausbau zu beginnen.

Weißwurst, Brezen und Internet

Daraufhin griff das Unternehmen zur Geheimwaffe und lud Interessenten zu einer allerletzten Informationsveranstaltung am 8. Oktober ins Schondorfer Rathaus. Das Zauberwort dabei war, dass es Weißwurst und Brezen geben würde. Dieses Wundermittel hat anscheinend gewirkt. Binnen eines Tages wurde das erreicht, was in den sechs Wochen davor nicht gelungen war: Es wurden schlagartig 60 Verträge für einen Glasfaseranschluss unterschrieben.
Eine wahrlich wundersame Wendung. 

Glasfaser kommt an den Ammersee

Bürgermeister Alexander Herrmann sagte dem Landsberger Tagblatt, er sei "sehr froh, dass es geklappt hat." Er hatte sich für das schnelle Internet stark gemacht und noch in der aktuellen Ausgabe der Gemeindezeitung "Einhorn" für das Projekt geworben. Die Gemeinde ging übrigens mit gutem Beispiel voran und orderte das Glasfaser-Internet für die eigenen Gebäude wie Rathaus und Schule.

Verlegung im Spül-Bohr-Verfahren

Jetzt beginnt die Detailplanung und dann werden die Leitungen verlegt. Als erstes wird der Hauptknotenpunkt (PoP = Point of Presence) errichtet, von dem aus die Glasfaserleitungen zu den Umverteilern (DP = Distribution Point) und dann in die teilnehmenden Häuser verlegt werden.
Die Verkabelung wird größtenteils im Spül-Bohr-Verfahren erfolgen, so dass die Straßen nur an wenigen Stellen aufgegraben werden müssen. Die Gräben würden laut Deutsche Glasfaser meistens noch am am gleichen Tag wieder verschlossen. Die verlegten Lichtleiter sollen dann rund 50 Jahre lang halten.

Läuft alles glatt?

Ob das nun tatsächlich so funktioniert wie von Deutsche Glasfaser versprochen, das wird spannend zu beobachten sein. Ich glaube eher nicht, dass alles 100% glatt geht, ein paar Schwierigkeiten wird es schon geben. Technischer Fortschritt verläuft ja meistens nicht völlig problemlos.
Ich erinnere mich zum Beispiel noch gut an Apollo 13 (im Bild oben). Aber auch damals hat man gesehen, dass mit etwas Improvisationstalent auch größere Schwierigkeiten gemeistert werden können.

1 Kommentar :

  1. Eine wahrlich wundersame Wendung mit einem besonderen „Gschmäckle“.

    Wem lockt denn noch jemand mit Weißwürsten hinterm Ofen hervor und dann ganz plötzlich 60 Verträge quasi am Wochenende.

    Nun, wir wollen nicht alles negativ sehen und warten neugierig ab, wie sich denn alles so weiter entwickeln wird.

    Ich bin jedenfalls sehr gespannt ob die Kritiker oder Befürworter
    ( insbesondere hier der Bürgermeister ) am Ende Recht bekommen werden.

    AntwortenLöschen

Danke für Deinen Kommentar. Dieser wird nach einer kurzen Überprüfung veröffentlicht.