Skulpturenpfad für Verschwörungstheoretiker

Der Ammersee-Skulpturenweg ist nicht nur Kunstfreunde ein lohnendes Ziel. Auch Freunde von Chemtrails und Roswell kommen auf ihre Kosten. Dazu muss man sich nur einmal den "Großen Fadenschein" von Thomas Lenhart und den "Durchblick"von Gerhard Gerstberger anschauen.

Dipol und Yagi-Uda

Wenn man der Beschreibung auf http://ammersee-skulpturenweg.de glauben soll, dann sind die beiden Skulpturen auf das Kloster Andechs ausgerichtet. Aber stimmt das wirklich? Und sind das tatsächlich nur harmlose Skulpturen?
47°59'35.6" Nord und 11°10'12.8" Ost
Es ist doch auffällig, dass beide Konstruktionen aus Stahl sind, und Antennen verdächtig ähnlich sehen. Der "Durchblick" ist ganz klar ein klassischer Dipol, und Thomas Lenhart hat wohl eine zikular-polarisierte Yagi-Uda aufgebaut. Sind das Teile einer geheimen Richtfunkstrecke?
Oder werden sie benutzt, um mittels HAARP-Wellen das Segelwetter am Ammersee zu beeinflussen?

Direkter Draht zum Konsulat

Man könnte jetzt mal mittels geometrischer Triangulation, Laser und GPS-Daten nachmessen, wohin die beiden Antennen wirklich zeigen. Möglicherweise würde man dann nicht auf Kloster Andechs, sondern auf einen ganz anderen Zielpunkt kommen, nämlich 47°59'35.6" Nord und 11°10'12.8" Ost. Und was ist an dieser Stelle? Genau: Die Bayerische Brandung, das offizielle Konsulat der Westküste in Herrsching. Das kann doch kein Zufall sein!
Also ich werde in Zukunft zur Sicherheit meinen Aluhut aufsetzen, wenn ich an den beiden "Skulpturen" vorbeikomme.

Skulptur von Thomas Lenhart am Ammersee-Skulpturenweg
Zikular-polarisierte Yagi-Uda Antenne


Skulptur von Gerhard Gerstberger am Ammersee-Skulpturenweg
Dipol-Antenne



Bücher verschenken

Ich hatte letzten Monat darüber geschrieben, dass der Video Blogger Smartsozial mich für die Aktion #Mein2017 nominiert hat. Dabei geht es darum, mit kleinen Gesten das Jahr 2017 insgesamt ein bisschen besser zu machen (Mehr dazu unter https://schondorf.blogspot.de/2017/04/mein2017.html). Meine Idee war, Bücher zu verschenken.

Ich verschenke Bücher am Ammersee

Die Bücherkiste

Ich habe also mein Buchregal etwas ausgeräumt. Das ist mir schwerer gefallen, als ich es erwartet hätte. Jedenfalls kam am Ende eine recht bunte Mischung von rund zwei Dutzend Büchern zusammen. Das reichte von Klassikern wie Carson McCullers zum Kochbuch einer österreichischen Obdachlosen-Initiative, und von Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch bis zu Linux-Erfinder Linus Torvalds.
Diese Kiste stellte ich an einem Samstag Mittag auf den Gartenzaun mit einem Schild, dass man sich gratis bedienen dürfe. Auf der Straße hinunter zum Ammersee sind am Wochenende viele Leute unterwegs, für Publikum war also gesorgt.
Abends dann ein Blick auf das Ergebnis und ein ziemlich langes Gesicht: Die Kiste war praktisch noch vollzählig da. Stimmt es also etwa doch, dass die Leute keine Bücher mehr lesen? Oder ist mein Buchgeschmack abseitiger, als ich gedacht hätte? Zu diesem Zeitpunkt war #Mein2017 jedenfalls ein Schlag ins Wasser.

Sonntag ist Lesetag

Neuer Versuch dann am Sonntag, die Kiste kam wieder auf den Zaun. Zur Mittagszeit wagte ich einen ersten skeptischen Blick in den Vorgarten. Meine Überraschung war groß, denn die Kiste war leer, alle Bücher hatten einen Leser gefunden. Sonntag ist offensichtlich der Tag für Literatur. Das ist ein schönes Gefühl, dass nun gut zwanzig Bücher eine neue Heimat gefunden haben. Sollte einer der neuen Besitzer das hier zufällig lesen, freue ich mich über einen Kommentar.
Es gibt zu der Aktion übrigens auch einen kleinen Film auf YouTube: https://youtu.be/h8kYvzW24QM

Wie geht es weiter?

Jetzt bin ich gespannt, was die von mir für #Mein2017 Nominierten sich einfallen lassen. Ich kenne die Damen Blaes, Foresti, Müller und Stawarz, und den Herrn Netzer als kreative Menschen. Wie wird euer Beitrag zu #Mein2017 aussehen?

Stelen im Studio

Das Studio Rose in Schondorf ist zur Zeit ausgesprochen aktiv. Eine Ausstellung folgt auf die nächste. Das ist eine prima Sache, denn damit bleibt dieser Ort das, was er schon zu Lebzeiten von Heinz Rose war: einer der Leuchttürme der Kunst am Ammersee.

Baumgedichte von Karl Witti

Der einzige Haken dabei ist, dass ich mit den Ausstellungsbesuchen kaum nachkomme, geschweige denn mit dem Schreiben darüber. Darum stand an dieser Stelle leider nichts über die sehr beeindruckenden Skizzen und Baumgedichte von Karl Witti. Wer die Ausstellung Anfang Mai nicht gesehen hat, hat wirklich etwas verpasst. Einen kleinen Eindruck bekommt man aber auf der Website des Künstlers: http://karl-witti.de/werkreihen/blattgedichte/
Mein Lieblingsmotiv war ein Bild zu dem Gedicht "Bäume" von Sarah Kirsch:
Früher sollen sie
Wälder gebildet haben und Vögel
Auch Libellen genannt kleine
Huhnähnliche Wesen die zu

Maike Orlob-Rothweiler
Stele vonMaike Orlob-Rothweiler
Photo © Studio Rose

Form & Farbe von Maike Orlob-Rothweiler

Die Ausstellung ist wie gesagt leider schon vorbei. Auch bei der Nächsten muß man sich schon wieder beeilen. Letzten Freitag war die Vernissage zu "Form & Farbe".
Maike Orlob-Rothweiler aus Türkenfeld zeigt zwei Facetten ihrer Arbeit. Zum Einen sind das mannshohe Keramikstelen, die mit Rebenasche glasiert sind. Übrigens hat Hildegard von Bingen Rebenasche als Mittel gegen Zahnfleischschwund empfohlen.
Der zweite Aspekt ihres Schaffens sind gestickte Bilder auf bedruckter Seide. Maike Orlob-Rothweiler ist ausgebildete Cellistin. Da überrascht es nicht, dass die Bilder alle etwas mit Musik, Rythmus und Harmonie zu tun haben.

Pause im Studio Rose

Danach gönnt sich das Studio Rose dann eine kleine Verschnaufpause. Eigentlich hätte es im Juli eine große Heinz-Rose-Ausstellung geben sollen. Die musste aber auf nächstes Jahr verschoben werden. Nächster Termin im Studio Rose ist deshalb erst am 18. August die Ausstellung mit Werken von Barbara und Martin Burger. 

Form & Farbe

Keramikstelen und Textilbilder von Maike Orlob-Rothweiler
20. - 28. Mai 2017, 
jeweils Samstags und Sonntags von 14:00 - 17:00 Uhr
Studio Rose
Bahnhofstrasse 35
Schondorf am Ammersee

Bau- und Kochkunst auf dem Sammersee

Zwei weitere Bands für das Sammerseefestival stehen fest. Zum einen sind das The Vibesbuilder. Neulich hatte ich ja schon über Namensverwirrung auf dem Sammersee geschrieben. Bei den Vibesbuildern bin ich letztes Jahr selber darauf hereingefallen.
The Vibesbuilder auf dem Sammersee Open Air am Ammersee
Photo © The Vibesbuilder

Vibes Builder oder Vibesbuilder

Ich hatte eine kleine Ankündigung verfasst, komplett mit Link zur Website der Band und einem Song auf Soundcloud. Kurz darauf meldeten sich die Vibes Builder. Sie bedankten sich für den Beitrag und erklärten, dass sie noch nie vom Sammersee gehört hätten, geschweige denn dort spielen würden.

Die Schwingungsbauer

Ich hatte die Bands durcheinander gebracht und versehentlich über die Vibes Builder aus Köln geschrieben. Auf dem Sammersee spielten aber The Vibesbuilder aus Bayern.
Heuer kann ich das endlich richtig stellen. Die Schwingungsbauer aus der Metroregion Grafrath (Selbstbeschreibung der Band) kommen mit einem ziemlich ungewöhnlichen Werkzeugkasten an den Ammersee. Neben Stimme und allerlei Elektronik setzen sie auch Fagott und Geigen ein. Den Sound habe ich vom letzten Jahr noch sehr lebendig im Ohr. Wenn ich das höre, dann rieche ich die Sonnencreme, schmecke das Bier aus dem Plastikbecher, und spüre die warme Luft auf meiner Haut. Probier es mal aus: Vibesbuilder Sammersee Playlist auf Soundcloud.

Tonecooks auf dem Sammersee Festival am Ammersee
Photo © The Tonecooks

SZ Band der Woche

Während The Vibesbuilder ihre Klänge zusammenbauen, werden bei der zweiten Band die Töne anscheinend gekocht: The Tonecooks. Die Zutaten sind frischer, erstaunlich melodiöser Indierock und ein Schuß Jazz. Die vier Münchner waren schon "Band der Woche" in der Süddeutschen Zeitung. Die SZ schwärmte, dass The Tonecooks den "Transfer von jazziger Coolness in einen emotional aufgewärmten Musikstil hinbekommen". Damit ist eigentlich schon Alles gesagt.

Wellen auf dem Ammersee

Die vier Tonköche haben bereits ihr erstes Album veröffentlicht („Camel in the Ghost Train“), und für das Festival definitiv den richtigen Titel im Gepäck: "Waves" (zu hören auf Soundcloud) ist garantiert von den Wellen auf dem Ammersee inspiriert.

Termin 22. Mai

Am 24. Mai findet die nächste Schondorfer Bürgerversammlung statt (auf den im Titel angesprochenen 22. 5. komme ich gleich noch). Ich musste in diesem Zusammenhang an Avijit Roy denken, und dass sein Leben für uns eine Verpflichtung sein sollte.

Der in Bangladesh ermordete Menschenrechtsaktivist Avijit Roy
Avijit Roy

Politik wie im Wellness-Spa

Unsere westliche Demokratie ist praktisch das Wellness-Resort unter den politischen Systemen. Gefahrlos und bequem sitzen wir in den Liegestühlen, und brauchen nur ab und an eine Wahl zu treffen. Diesmal CSU oder Grüne? "Klimaschutz geht uns alle an" oder "Arbeit und Heimat für den Neubürger"? Dazwischen können wir uns lautstark über die Politiker beschweren, ohne deswegen irgendetwas befürchten zu müssen.

Der Traum von Meinungsfreiheit

In anderen Ländern träumen die Menschen von solchen Wahlmöglichkeiten. Avijit Roy war einer von ihnen. Der Blogger aus Bangladesh setzte sich für Meinungsfreiheit und Toleranz ein. Im Februar 2015 wurde er auf offener Straße von Fanatikern mit Macheten zerhackt.
Roy hat für eine offene Gesellschaft gekämpft, in der die Menschen ohne Angst vor Repressionen am politischen Leben teilhaben können. Eine Gesellschaft, in der man den politisch Verantwortlichen auch unangenehme Fragen stellen kann, ohne dafür eingekerkert zu werden. Kurz gesagt, für ein politisches System, das uns längst zur bequemen Selbstverständlichkeit geworden ist.

Fragen bis zum 22. Mai

Das Schicksal von Avijit Roy erinnert mich daran, unter welchen priviligierten Umständen ich eigentlich lebe. Aus Respekt vor Freiheitskämpfern wie ihm, sollten wir unsere Möglichkeiten der politischen Teilhabe auch wirklich nutzen.
Eine Gelegenheit um kritisch nachzufragen ist die kommende Schondorfer Bürgerversammlung. Fragen, die bei der Versammlung beantwortet werden, können bis zum 22. Mai bei der Gemeinde Schondorf eingereicht werden. Ich hoffe, dass davon rege Gebrauch gemacht wird.

Schondorfer Bürgerversammlung

24. Mai 2017, 19:30 Uhr
Cafe Forster
An der Point 2

Surrealismus am Ammersee

Seit wir am Ammersee den Skulpturenweg haben, tauchen hier immer wieder unerwartet Kunstwerke auf. Die neueste Skulptur ist ganz offensichtlich von Salvador Dali und dem Surrealismus inspiriert.

La persistencia de la memoria

Ich habe ja schon ein paar Mal über spontan aufgestellte Kunstwerke in Schondorf geschrieben, z.B. Djokovic' Dream oder Anonyme Land Art. Nun hat der Skulpturenweg am Ammersee erneut eine Bereicherung erfahren.
Anfang Mai entdeckte ich am Anfang des Schondorfer Weingartenwegs Richtung Eching eine neue Skulptur. Sie ist zwar noch nicht beschildert, aber der anonyme Künstler scheint mir stark von Salvador Dali inspiriert zu sein. Die fließende Form erinnert sofort an das Gemälde "La persistencia de la memoria" (Die Beständigkeit der Erinnerung) des spanischen Surrealisten.

Demnächst im MoMa?
Salvador Dali, Die Beständigkeit der Erinnerung

Ich rätsel noch, wie die Skulptur wohl geschaffen wurde. Das Material scheint High Density PE aus schwach verzweigten Polymerketten zu sein. Bei der Bearbeitung tippe ich auf Kaltverformung, möglicherweise mit Hilfe eines Umformwerkzeuges der Firma MAN. Wie dem auch sei, das Werk ist auf jeden Fall eine Bereicherung für den Skulpturenweg.
Leider ist die Skulptur noch nicht fest im Boden verankert. Das sollte man schleunigst nachholen. Sonst nimmt das noch irgendwer mit und verkauft es meistbietend an einen Sammler oder ein Museum.


Velo et Vin

Nach einem durchwachsenen April geht die Radaison jetzt richtig los. Der Giro d'Italia startete dieses Wochenende, und die Tour de France steht im Juli an. Dazwischen liegt das Highlight des Radsportjahres, das Stadtradeln.

Bidon au vin von Le Velo Victoria

Stadtradeln am Ammersee

Wer es noch nicht kennt: Bei dieser bundesweiten Aktion treten Gemeinden gegeneinander an, um binnen drei Wochen möglichst viele Kilometer zu erradeln (siehe Wo bin ich da nur hingeraten?).
Innerhalb der Gemeinden sind die Teilnehmer in Teams organisiert, die ebenfalls versuchen sich gegenseitig zu übertreffen. Nun ist es nicht jedermanns Sache, einsam auf der Landstraße Kilometer zu strampeln.

Team Velo et Vin

Ich zum Beispiel mag's lieber etwas gemütlicher, und möchte bei einem Radausflug auch ein lohnendes Ziel haben. Darum habe ich heuer erstmals selber ein Team in Schondorf angemeldet: Velo et Vin.
Wie der Name Rad und Wein schon sagt, etwas für Leute, die es mit dem Wettbewerb beim Stadtradeln nicht ganz so ernst nehmen. Bei Velo et Vin steht der Spaß im Vordergrund. Ein Stadtradeln-Team für Radfahrer, die eine schöne Tour gerne mit einem guten Tropfen verbinden. Wir werden versuchen, während des Stadtradelns 2-3 Ausflüge zu Gasthäusern am Ammersee zu organisieren. Vorschläge für solche Genusstouren sind jederzeit willkommen.
Jeder ist herzlich eingeladen, bei diesem Team mitzufahren. Hier geht es zur Anmeldung für Velo et Vin.

Stadtradeln

Auftakt in Schondorf am 25. Juni 2017
Stadtradeln im Landkreis Landsberg: 25. Juni bis 15. Juli 2017
www.stadtradeln.de

Abschied von Hajo Düchting

Gestern noch hatte ich mich auf die Ausstellung von, und ein Wiedersehen mit Hajo Düchting in Dießen gefreut. Ich hatte gerade eine etwas launige Ankündigung für die Ausstellung "Farbe und Abstraktion" geschrieben, als mich die traurige Nachricht erreichte, dass der Künstler überraschend verstorben ist. 

"Spaced" © Hajo Düchting

Farbe und Abstraktion

Statt der erhofften Wiederbegegnung wird die Ausstellung "Farbe und Abstraktion" nun leider ein Abschied von dem Dießener Maler.
Als ich seine Bilder zum ersten Mal gesehen habe, war ich verblüfft, was er sich mit Farbe zu machen traut. Schwarz oder Weiß kommen da nicht vor. Die Bilder sind unglaublich bunt, mit mutigen, harten Kontrasten, aber auch mit weichen Übergänge und verblüffenden Harmonien.

Ohne Weiß und Schwarz

Dass das alles nicht zufällig, sondern sorgfältig durchkomponiert war habe ich verstanden, als ich seine Malbücher gesehen habe. In dicken Bänden hat er Seite für Seite bemalt, um alle Variationen eines bestimmten Farbthemas oder einer Maltechnik auszuprobieren.
Lisa Rodrian, Photo: Galerie auf Zeit
Farbklänge wollte er erzeugen, und genau das ist ihm auch gelungen. Über das Thema Klänge fanden wir schnell eine weitere gemeinsame Vorliebe, den Progressive Rock der 70er-Jahre.
Über Soft Machine, Gong oder Allan Holdsworth konnte Hajo Düchting genauso kenntnisreich und witzig sprechen, wie über Cézanne, Macke oder Kandinsky.

Ein bunter Vogel

Sein Freund, der Journalist Michael Fuchs-Gamböck, hat ihn wunderbar beschrieben:
Dr. Hajo Düchting war - im wahrsten Sinne des Wortes - ein „bunter Vogel”. Zumindest was seine Kunst betraf, denn er fühlte sich bei der Arbeit nach eigener Aussage „komplett im Bann und Rausch der Farben.”
Im Dießener Blauen Haus kann man sich ab diesem Wochenende noch einmal in diesen Rausch der Farben hineinziehen lassen. In der Ausstellung hängen Hajo Düchting's Arbeiten neben den Bildern von Lisa Rodrian. Auch für sie ist die Farbe kein Mittel der Darstellung, sondern eine eigenständige Kunst. 

Farbe und Abstraktion

Vernissage: 5. Mai 2017, 19:00
Ausstellung: 6. - 15. Mai,
jeweils Mittwoch bis Sonntag, 10:00 - 18:00 Uhr
Blaues Haus, Prinz-Ludwig-Strasse 23
Dießen am Ammersee

Und dann?

Kaum ein anderes Thema spaltet den Schondorfer Gemeinderat so sehr, wie die Güterhalle am Bahnhof. Befürworter und Gegner eines Abrisses halten sich etwa die Waage, und beide Seiten gehen das Thema recht emotional an.
Bahnhof in Schondorf am Ammersee
Sieht das ohne Güterhalle besser aus?

Die Güterhalle der Ammerseebahn

Vor drei Jahren wurde das – meiner Meinung nach ziemlich verkorkste – Ratsbegehren zugunsten eines Abrisses der Güterhalle von den Bürgern angenommen. Allerdings widerspricht hier der Denkmalschutz, der die Halle als Teil des geschützten Bahnhof-Ensembles betrachtet.
Dagegen kämpfen die Abrissbefürworter mit großem Engagement an. Als erster Schritt wurde gegen die Entscheidung des Denkmalamtes eine Klage eingereicht. Eine vom Schondorfer Künstler Andreas Kloker im Rahmen der Kreiskulturtage beantragte Kunstaktion in der Lagerhalle, fand im Gemeinderat keine Mehrheit. Man befürchtete, dass die Denkmalpfleger daraus eine mögliche zukünftige Nutzung des Schuppens ableiten könnten.
Aus dem gleichen Grund gab es sogar einen Antrag, dass die Halle bis zum Abriss generell nur als Lager verwendet werden dürfe.

Gutachten zum Denkmalstatus

Letzteres dürfte sich mittlerweile erledigt haben. Die Gemeinde hat ihre Klage auf Anraten des Anwalts wieder zurückgezogen. Formaljuristisch wäre an der Entscheidung des Denkmalamtes nichts auszusetzen, die Chancen des Verfahrens standen damit schlecht. Hätte man es trotzdem auf die Klage ankommen lassen, wäre der Denkmalschutz wahrscheinlich gerichtlich bestätigt worden.
Jetzt versucht man einen anderen Weg, und will wohl mit einem eigenen Gutachten die Denkmaleigenschaft der Lagerhalle anfechten.

Jede Menge kreative Energie

Ich bin beeindruckt, wieviel kreative Energie in den Abriss gesteckt wird. Ich würde mir allerdings wünschen, dass ein Teil dieses erfindungsreichen Eifers auch in die Planung für die Zeit danach investiert wird. Falls die Halle tatsächlich abgerissen wird, was dann?
Ich vermisse die Ideen für den Fall, dass der Abriss durchgesetzt wird. Nach dem Bürgerentscheid hieß es, man wolle "eine Steigerung der Attraktivität der Bahnhofstrasse 'Ortsmitte' erzielen". Parkplätze für drei SUVs hinzubetonieren kann's ja wohl nicht sein.
Ich persönlich würde die Güterhalle gerne erhalten sehen. Für mich ist sie ein Teil des Bahnhofs, der in der historischen Entwicklung Schondorfs eine sehr wichtige Rolle spielt. Unterschondorf, wie wir es heute kennen, entstand größtenteils erst nach dem Bau der Ammerseebahn 1898.

Steigerung der Attraktivität

Andererseits hänge ich auch nicht mit Herzblut an der Lagerhalle. Wenn sie durch etwas Schöneres ersetzt wird, das den Ort aufwertet, dann könnte ich mich damit durchaus anfreunden. Lediglich eine asphaltierte Leerstelle zu schaffen ist aber nicht das, was ich mir unter einer "Steigerung der Attraktivität" vorstelle.
In den letzten Jahren ist der Bereich um den Schondorfer Bahnhof sehr viel freundlicher geworden. Die Straße ist jetzt keine geflickte Schotterfläche mehr, das Feuerwehrhaus und das Jugendhaus wurden neu gebaut, und sogar die Container von Edeka Schmidt sind hinter Stellwänden verschwunden. Der Platz hat heute durchaus Potential, um etwas daraus zu machen.
Wo sind also die kreativen Ideen für diesen Bereich in der Mitte des Ortes? Ich habe noch von keiner Einzigen gehört.

Denkmalschutz und dann?

Das Gleiche frage ich mich auch bei den Befürwortern eines Erhalts der Halle. Schön, wenn sie stehen bleibt, aber was dann? Auch hier vermisse ich die Konzepte für eine Nutzung, die den Ort aufwertet. Ein leerstehender Schuppen wird die Herzen der Schondorfer nicht gewinnen.
Mich erinnert die jetzige Situation an eine zänkische Familie: Eigentlich wollte man im Wohnzimmer ein schönes Gemälde aufhängen. Dann hat man sich heillos zerstritten, ob man das mit einem Hammer oder Bohrer machen soll. Das Gemälde, der ursprüngliche Zweck der Aktion, geriet darüber völlig in Vergessenheit.
Der Abriss oder Erhalt der Güterhalle sind kein Selbstzweck. Es ging eigentlich darum, die Ortsmitte attraktiver, den Ort besser und schöner zu machen. Ich hoffe, dass sich jenseits der verhärteten Fronten eine Koalition der Vernunft findet, dass es zu einem Wettstreit der Ideen kommt.


Kreativität am Ammersee

Es gibt die Theorie, dass unser Osterfest auf die Verehrung der babylonischen Fruchtbarkeitsgöttin Ishtar zurückgehe, und darum die Fruchtbarkeitssymbole Ei und Hase eine so wichtige Rolle spielten. Wie dem auch sei, jedenfalls wurde mir in der Woche vor Ostern wieder einmal bewußt, wie fruchtbar der Ammersee für die Kreativität ist.

Der überraschende Erleuchthund

OstereiZwei Veranstaltungen zeigten wunderbar den Zauber von künstlerischer Fruchtbarkeit: Wie aus den gleichen Vorgehensweisen immer wieder Neues entsteht.
Menschen stellen andere Menschen dar, und wir sehen ihnen fasziniert dabei zu. Das Grundprinzip des Schauspiels hat sich in den letzten paar tausend Jahren nicht geändert. Trotzdem bringt es immer noch Überraschendes hervor. Das zeigte die Performance "Erleuchthund" des Theaterkollektivs ELLE in den Räumen der ehemaligen Gärtnerei Dumbsky in Schondorf.
Ich hatte vorher darüber spekuliert, was es damit wohl auf sich haben werde (Beitrag Erleuchthund). Die Aufführung selbst übertraf dann aber noch einmal meine blühenden Vorstellungen.

Berührend oder beklemmend?

Ich mag das Gesehene jetzt gar nicht rational analysieren. Solche intellektuelle Einordnung ist ja immer auch ein Schutzmechanismus gegen das Unbekannte. Das Fremde soll katalogisiert und damit handzahm gemacht werden. Der Erleuchthund war aber etwas, auf das ich mich bewusst gefühlsmäßig einlassen wollte. Einfach in mich selbst hineinhorchen, welche Stimmungen und Emotionen das bei mir auslöst.
Wahrscheinlich hat jeder Zuschauer die Geschehnisse anders wahrgenommen hat. Ich fand die einzelnen Stationen menschlich berührend, die Süddeutsche Zeitung dagegen schrieb von Geisterbahn und einer "beklemmenden Atmosphäre" (SZ: Wirres Zeug). Wie gesagt, jeder Besucher hat das anders erlebt.

Wie bei Tino Sehgal

In Gruppen zu je zehn Leuten ging es zuerst an eine schummrige Theke. Ein philosophierender Barkeeper schenkte Getränke aus und übergab dem Publikum Stirnleuchten. Die Aufführung im alten Gewächshaus fand nämlich im Dunkeln statt. Damit erinnerte mich der Erleuchthund an "This Variation" von Tino Sehgal in Kassel, wo die Besucher ebenfalls der Finsternis ausgesetzt waren.
Das Licht wurde also nicht von einer Regie zentral gesteuert, sondern erst die Lampen der Zuschauer hoben die einzelnen Stationen aus der Dunkelheit. Ich fand das einen witzigen Kommentar zur heute hochgepriesenen Schwarmintelligenz.  

Antworten sind Almosen

Laut Programmheft drehte sich die Aufführung um das Thema Sehnsucht, um die Sucht zu sehen. In mir selbst erweckten die Szenen eher Gedanken über die Suche nach Erleuchtung und Erkenntnis. Eine Suche, die manchmal witzig und manchmal traurig wirkte, immer aber bewegend und, ja, zu Herzen gehend.
Die einzelnen Figuren stellten dabei die Erwartungen jeweils konsequent auf den Kopf. Der Guru war ein nervender Pedant, der Sunnyboy in der Strandliege ausgesprochen unentspannt, und Goldmarie ein nervös scharrender Junkie, die gierig auf den nächsten Schuß Goldflitter wartete. Das kartenspielende Orakel beantwortete zwar Fragen, machte damit aber niemand schlauer. "Antworten sind Almosen," war vielleicht einer der Schlüsselsätze des Abends.
Seil das von der Decke hängt
Aus dem Programmheft zu Erleuchthund
Von der verführerischen Meerjungfrau wurden die Zuschauer am Ende nicht ins nasse Grab gelockt, sondern zum Aufbruch ermuntert. Geleitet wurden wir dabei von einer Art Zerberus, der sich aber von der Decke abseilte, statt aus der Unterwelt hervorzukriechen.
Er entließ das Publikum zu einer Irrfahrt im Kastenwagen, die an der Station Selbstfindung endete.

Selbstfindung mittels Handy

Hier musste nun jeder, angefeuert von drei Cheerleadern, aus lauter gleichartigen Boxen sein beim Eintritt abgegebenes Handy wieder finden. Das Auffinden des eigenen Telephons als Selbstfindung, das Smartphone als ultimative Verkörperung der eigenen Person - ein sehr charmanter Einfall.
Ich weiß nicht, ob manche Zuschauer am Ende erleuchtet waren, aber viele hatten ein freudiges Leuchten in ihren Augen.

Kultbilder einer erträumten Vergangenheit

Dieses freudige Leuchten sah ich dann auch zwei Tage später, schräg gegenüber im Studio Rose. Hier zeigte Andreas Kloker seine Elementarzeichnungen. Dabei malt er mit Wasser auf Schiefertafeln. Das Wasser verdunstet bereits während des Malens, so dass man nie ein fertiges Bild sieht, sondern immer den Prozess des Entstehens und Vergehens.
Andreas Kloker im Studio Rose, Schondorf am Ammersee
Photo © Rainer Jünger
Vielleicht weil in dieser Woche alle Feuilletons darüber geschrieben haben, musste ich an Damien Hirst's Ausstellung "Treasures from the Wreck of the Unbelievable" denken. Bei Kloker wie bei Hirst sehe ich Erinnerungen an eine erträumte Vergangenheit. Die Bilder wirkten für mich wie kultische Artefakte einer versunkenen Epoche, vielleicht Anrufungen der Göttin Ishtar. 
Andreas Kloker zeigt diese Elementarzeichnungen nun schon seit vielen Jahren (vom gehen und amen), und hat sie nur behutsam verändert und weiterentwickelt. Heuer gab es erstmals elektronische Musik zur Malerei. Zusammen mit dem kirchenartigen Raum des Studio Rose verstärkte sich dadurch noch der Eindruck einer sakralen Kunst.

Das Wunder der Fruchtbarkeit

Auch hier wieder das faszinierende Erlebnis, dass aus dem selben Verfahren jedesmal etwas Anderes entsteht. Wie ich schon eingangs geschrieben habe, ist das ja das Wunder der Fruchtbarkeit und des Erschaffens, der Kreativität: Dass aus dem gleichen Prozess immer wieder etwas Neues entsteht.
Ein Geschenk, für das die Menschen Ishtar – oder wem auch immer – dankbar sein dürfen.

#Mein2017

Ich wurde nominiert bei #Mein2017 mitzumachen. Gestartet wurde diese Aktion von "The man in the gray chair" auf YouTube. Die Idee ist, dass jeder etwas Kleines dazu beitragen kann, um dieses Jahr insgesamt besser und schöner zu machen.
#Mein2017 am Ammersee
Das Ganze läuft in drei Schritten ab:

1. Etwas Nettes tun

Jeder kann nach seinen eigenen Möglichkeiten, nach Lust und Laune etwas beitragen. Man kann den Weltfrieden organisieren, jemandem bei den Hausaufgaben oder bei der Gartenarbeit helfen, oder auf der Straße Blumen verteilen.
Phantasie ist gefragt.

2. Andere einladen

Anschließend lädt man fünf Leute ein, ebenfalls bei #Mein2017 mitzumachen. Das tut niemandem weh und ist vermutlich sinnvoller, als sich für einen guten Zweck einen Kübel Eisdwasser über den Kopf zu gießen (falls sich noch jemand an die Ice Bucket Challenge erinnert). Die Teilnahme ist natürlich freiwillig. Wer keine Lust hat, ignoriert die Einladung einfach.
Und natürlich kann man auch ohne Einladung selbst bei #Mein2017 aktiv werden.

3. Darüber berichten

Schließlich berichtet man über die eigene Aktion unter dem Hashtag #Mein2017. Das kann man auf YouTube tun, wo das Projekt startete. Das kann man aber auch auf Facebook, Instagram, Twitter oder einer anderen Plattform veröffentlichen, oder in der Zeitung darüber schreiben.
Wichtig ist, dass der Hashtag #Mein2017 weiter verbreitet wird, um möglichst viele Menschen auf diese Aktion aufmerksam zu machen.

So fing es an

Ich wurde von Oliver Le nominiert, einem jungen Video-Blogger vom Ammersee. Er hat auf YouTube den Kanal Smartsozial.
Sein eigener Beitrag ist, dass er kostenlos Computerhilfe für Senioren gibt. Ich finde es generell wunderbar, wenn sich Menschen sozial engagieren - speziell wenn sie theoretisch meine Enkel sein könnten. Von wegen, die Jugend von heute sei nur noch auf das Smartphone fixiert und kümmere sich nicht um die wirkliche Welt. Oliver Le und andere junge Leute zeigen ein soziales Engagement, von dem sich viele Ältere durchaus eine Scheibe abschneiden könnten.

Die Bücherkiste

Mein eigener Beitrag zu #Mein2017 ist eine Bücherkiste. Ich lese relativ viel, aber die meisten Bücher nur einmal. Es ist doch schade, wenn diese gelesenen Bücher anschließend im Regal verstauben, obwohl sie auch noch anderen Menschen Freude machen könnten. Deshalb werde ich heuer regelmäßig mein Bücherregal ausräumen. Die Bücher kommen dann in eine Kiste auf meinen Gartenzaun, mit einem Schild, dass man sich hier gratis bedienen darf. 

Meine Nominierten

Ich lade nun folgende Leute ein, bei #Mein2017 mitzumachen:
> Renate Blaes
> Annunciata Foresti
> Claudia Müller (Brühenmanufaktur Ammersee)
> Kerstin Stawarz (Buchhandlung Timbooktu)
> Gregor Netzer
Ich bin gespannt, was ihr euch einfallen lasst.

#Mein2017 auf YouTube

Ich habe über meine Teilnahme in einem kleinen Film auf YouTube berichtet. Allerdings sitze ich da nur rum und erzähle das Gleiche, was ich hier geschrieben habe. Wer es sich trotzdem anschauen will: https://youtu.be/5N3ot_1gscE

Wenn das mal gut geht

Damals war das tatsächlich mein erster Gedanke: "Ganz schön mutig. Wenn das mal gut geht." Das ging mir durch den Kopf, als die Buchhandlung Timbooktu in der Schondorfer Bahnhofstraße eröffnete. Wir wissen alle, dass es der Buchhandel nicht leicht hat. Die Konkurrenz durch die Onlinehändler ist schier übermächtig, und viele etablierte Buchhandlungen mussten in den letzten Jahren schließen.

Buchvorstellung in der Buchhandlung Timbooktu am Ammersee
Buchpräsentation von Maren Martell im Timbooktu

5 Jahre Timbooktu am Ammersee

Nun, es ist gut gegangen. Heuer im April ist es nun schon fünf Jahre her, dass Kerstin Stawarz und Jürgen Wiedemann die Buchhandlung Timbooktu in Schondorf eröffneten.
Ich war damals natürlich heilfroh. Bücherorder Japes war gerade dabei das Ladengeschäft zu schließen, und ich sah mich schon in den Fängen des finsteren Imperiums von Jeff Bezos.
Dank Timbooktu ist das anders gekommen, und wir haben in Schondorf einen gutsortierten Laden zum Bücher stöbern, entdecken, diskutieren, und natürlich auch kaufen. 

Das Lob der guten Buchhandlung

Der britische Autor Mark Forsyth hat das in seinem 'Lob der guten Buchhandlung' wunderbar formuliert: "Die gute Buchhandlung ist ein Ort, an dem Sie alles finden können, wovon Sie nie wussten, dass Sie es wollten, wo Ihre Begehrlichkeiten sich unendlich vervielfältigen können."
Darüber hinaus bereichert Timbooktu das kulturelle Leben in Schondorf auch durch Lesungen und andere Veranstaltungen (über einige davon habe ich hier geschrieben).
Alles Gute, Kerstin und Jürgen. Auf die nächsten fünf Jahre!

Übrigens: Wer partout seine Bücher per Mausklick kaufen will, findet bei Timbooktu auch einen Onlineshop.

Barrieren abbauen

Seit 2015 sind sehr viele Menschen zu uns gekommen, die vor den Zuständen in ihren Herkunftsländern geflüchtet sind. Sie erlebten eine Welle der Hilfsbereitschaft, aber auch Misstrauen und Vorurteile, die oft aus Unkenntnis entstehen. Gegen diese Vorurteile kann die Politik etwas tun, und die Website der Gemeinde Pähl finde ich in dieser Hinsicht sehr gelungen.

Wald am Ammersee
Infos zu Flucht und Asyl

Eigentlich hatte ich wegen Informationen zum Birkenallee-Radweg die Website www.gemeinde-paehl.de besucht. Es fiel mir aber auf, dass es dort auch eine Seite "Infos zu Flucht und Asyl" gibt. Nicht versteckt in irgendwelchen Untermenüs, sondern prominent in der Hauptnavigation auf der Startseite.
Alleine das zeigt schon, dass das Thema in  Pähl ernst genommen wird. Es ist auch ein Zeichen der Wertschätzung für den Unterstützerkreis, dass dieser seine Arbeit auf der offiziellen Plattform der Gemeinde präsentieren kann.

Asylsuchende besser verstehen

Der "Unterstützerkreis Asyl in Pähl" informiert in regelmäßigen Abständen über die Arbeit mit den Asylsuchenden und hilft, die Lage besser zu verstehen.
Warum sitzen die Geflüchteten immer nur in ihrer Unterkunft? Weil sie kein Geld haben, um einmal raus zu gehen. Warum arbeiten sie nicht? Weil sie nicht dürfen. Warum kochen sie nicht wenigstens selber? Weil sie auch das nicht dürfen.
Wie gesagt: Vorurteile haben oft mit der Unkenntnis der Situation zu tun.

Ein komplexes Thema

Das erklärt auch Bürgermeister Werner Grünbauer in einem Text auf dieser Seite. Er schreibt in klaren und menschlichen Worten über das Thema Asyl. Grünbauer nimmt es ernst, dass manche Mitbürger Bedenken haben, und stempelt sie nicht gleich als Nazis und Rassisten ab. Dass die Meinungsbildung oft sehr oberflächlich erfolgt, findet er Angesichts der Komplexität des Themas nachvollziehbar. Darum sind in dem Text eine Fülle von Informationen verlinkt, um tiefer in die Materie einzusteigen.

Klarheit schafft Vertrauen

Danach habe ich mich noch etwas auf anderen Ammersee-Seiten umgesehen. Ähnlich schön gelöst ist das im Webauftritt von Herrsching www.herrsching.de.
Ich würde mir wünschen, dass andere Gemeinden am Ammersee diesem Beispiel folgen würden. Asyl, Migration und Integration werden uns sicher noch viele Jahre beschäftigen. Die Informationen zu diesen Themen sollten nicht schamhaft in den Untermenüs einer Website versteckt sein. Es ist keine Lösung, möglichst still und unauffällig zu sein, um keine unerwünschten Reaktionen zu provozieren. Ich bin überzeugt, dass auch hier Klarheit Vertrauen schafft.
Natürlich ist die Präsentation im Internet nur ein winziges Mosaiksteinchen bei der Integration von Migranten. Trotzdem können auch solche Kleinigkeiten helfen, Vorurteile zu überwinden und Ängste abzubauen. 





Glasfaser und Ästhetik

Technischer Fortschritt sieht manchmal ganz schön unspektakulär aus. Beispielsweise ist das Glasfasernetz für Schondorf jetzt im Aufbau. Zu sehen ist davon bislang aber nur ein unscheinbarer weißer Container.

Glasfaser-Verteiler in Schondorf am Ammersee

Glasfaser am Ammersee

Bekanntlich bekommt Schondorf heuer eine schnelle Internetverbindungen mittels Glasfaser. Nach monatelangem Hin und Her hatten sich letzten Oktober doch noch die erforderlichen 40% der Haushalte für einen Anschluß entschieden (Tag der Entscheidung). Damit ist Schondorf nach Eching die zweite Gemeinde am Ammersee, die das lichtschnelle Internet einführt.
Vom Anbieter Deutsche Glasfaser habe ich seither nicht mehr viel gehört. Das wundert mich nicht, denn die Informationspolitik des Unternehmens ist generell so, als hätte man die Öffentlichkeitsarbeit an die nordkoreanische Regierung ausgelagert.
Es scheint sich aber etwas zu tun, denn bei einem Spaziergang Am Eichet entdeckte ich dort neben dem Trafohäuschen neulich einen weiteren Container. Das scheint der sogenannte Point-of-Presence (PoP) zu werden, also der zentrale Hauptverteiler. Von hier aus werden später die Glasfaserleitungen zu Unterverteilern (Distribution Points) und dann in die Straßen verlegt. Das ganze sieht, wie gesagt, ausgesprochen unspektakulär aus. 

Glasfaser in der Mode

Moon BerlinDabei hat Glasfaser durchaus seinen ästhetischen Reiz. Ich habe auf einer Konferenz einmal die Designerin Mona Bauer von MOON Berlin getroffen. Dieses Modelabel nutzt eine vom Fraunhofer Institut entwickelte Technologie, um elektrische Schaltkreise flexibel in Kleidungsstücke zu integrieren. Basierend darauf gibt es bei MOON Berlin beheizte Schals, aber auch Abendkleider mit eingebauten Glasfaserleuchten. Genau das Richtige für Leute, die immer schon mal der strahlende Mittelpunkt einer Party sein wollten. Übrigens nicht nur für Frauen: Die Designer haben auch ein selbstleuchtendes Smokingjackett im Angebot.

Was macht eigentlich Helene Fischer?

Lust mal bei Helene Fischer vorbeizuschauen? Oder bei Heino Ferch, Georg Baselitz oder Hannes Jaenicke? Seit diesem Wochenende fahren die Schiffe der Bayerischen Seenschiffahrt wieder auf dem Ammersee. Da kann man dann versuchen, in die Seegrundstücke der Reichen und Schönen zu linsen. 

Promis gucken am Ammersee
SUP Paddler
"Sag mal, ist das nicht der ...?"

Ausgestattet mit Handykamera und den aktuellen Ausgaben von "Bunte" und "Goldenes Blatt" geht es auf Entdeckungsreise. Wem gehört wohl der riesige Neubau am Seeufer? Ist da drüben das Atelier des berühmten Malers? Den Typ auf dem SUP Board, den habe ich doch schon im Fernsehen gesehen? Ein Genuß für jeden Amateur-Paparazzo.
Wer fündig wird, kann seine Schnappschüsse sofort mit seinen Freunden teilen: Seit letztem Jahr haben die Dampfer WLAN an Bord.

Fahrplan Ammersee-Schiffahrt

In der ersten Woche fahren die Schiffe leider nur um 11:22 Uhr ab Schondorf. Vom 16. April an legen die Dampfer dann dreimal täglich in Schondorf ab, und ab 3. Juni kann man auch Abends nach Herrsching fahren.
Mittlerweile gibt es bei der Ammersee-Schiffahrt sogar einen Online-Fahrplan, mit dem man sich die Verbindungen anzeigen lassen kann. Wer lieber einen kompletten Überblick hat, kann sich den Fahrplan als Pdf hier herunterladen. 

Seenschiffahrt Ammersee 2017

Ab 16. April 2017
Schondorf Richtung Herrsching um 10:42, 11:22, 14:27 Uhr
Ab 29. April 2017 zusätzlich um 8:31 Uhr
Ab 3. Juni 2017 zusätzlich um 18:21 Uhr

Radeln für bessere Radwege

Die Staatsregierung möchte mit dem Programm Bayern 2025 den Anteil des Radverkehrs massiv steigern. Am Ammersee-Südufer gäbe es da viel zu tun, und die Menschen wollen nicht unbedingt bis 2025 warten. Deshalb findet Freitag Abend in Raisting wieder einmal eine Radldemo statt.

Radfahrer am Ammersee

Radverkehr soll auf 20% steigen

Die bayerische Staatsregierung hat große Pläne für den Radverkehr. Mit dem Programm Bayern 2025 will Innenminister Herrmann den Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen von gegenwärtig 10 Prozent auf 20 Prozent steigern (hier die Pressemitteilung). Der Minister: "Wir freuen uns über jeden, der gerne Fahrrad fährt und selbstverständlich das Fahrrad im Alltag nutzt."
Dazu braucht es natürlich zuallererst vernünftige Radwege, und in der Beziehung sieht es am Südufer des Ammersees düster aus. Das Thema wird schon seit 25 Jahren diskutiert, ohne dass es bislang sichtbare Fortschritte gibt. Ich habe letztes Jahr schon darüber geschrieben (Die toten Gäule reiten wieder) und auch einmal einen kleinen Film darüber gemacht (hier auf YouTube).

Für den Alltag ungeeignet

Natürlich kann man auch heute schon mit dem Rad von Dießen nach Fischen oder Pähl fahren. Der Weg führt über die sogenannte "Raistinger Schleife". Diese geht erst nach Süden, vom See weg, dann ostwärts, und anschließend wieder nach Norden Richtung Ammersee. Das ist für Radausflüge schon in Ordnung. Man fährt teilweise auf ruhigen Feldwegen durch das Vogelschutzgebiet, und kann dabei die Natur genießen.
Für die vom Minister angesprochenen Leute, die "selbstverständlich das Fahrrad im Alltag nutzen" ist die Strecke aber ungeeignet. Für die Verbindung vom Ost- zum Westufer bedeutet die Raistinger Schleife einen kilometerlangen Umweg. Außerdem wollen die wenigsten Leute ihre tägliche Fahrten auf Schotterpisten zurücklegen. Wenn das Fahrrad als Transportmittel attraktiv sein soll, braucht es gut asphaltierte Wege, auf denen man flott vorankommt (Man stelle sich einmal vor, man würde Autofahrern einen Schotterweg für die Strecke zur Arbeit anbieten. Der Aufschrei wäre groß).

Initiative Radwege am südlichen Ammersee

Damit das Thema bei der Politik nicht in Vergessenheit gerät, organisiert Ernst Roeckl für die "Initiative Radwege am südlichen Ammersee" regelmäßig Radldemos. Am 7. April ist es wieder soweit. Die Teilnehmer treffen sich am Maibaum in Raisting. Dann geht es gemeinsam (mit Polizeischutz) über die Birkenallee zum Feuerwehrhaus in Fischen, und auf der selben Strecke wieder zurück.
Diese Radldemos sind ein gutes Mittel, um die Radwege am Ammersee im Gespräch zu halten. Staatsregierung, Gemeinden und Landkreise sollten langsam in die Gänge kommen: Bis 2025 ist es nicht mehr so lange hin.

Radldemo Raisting - Fischen

7. April 2017, 18:00 Uhr
Raisting, Kirchenweg (beim Maibaum)

Erleuchthund

Normalerweise weiß ich in etwa wovon ich rede, wenn ich hier eine Veranstaltung ankündige. Diesmal bin ich aber selber komplett ahnungslos und kann nur raten, was sich wohl hinter dem Titel "Erleuchthunde" verbirgt.

Hund mit leuchtenden Augen

Heterotopien am Rande der Gesellschaft

"Erleuchthunde" scheint irgendwas mit Theater und Performance zu tun zu haben. Das Projekt ist von einem gewissen ELLE Kollektiv. ELLE steht vermutlich für Elisabeth, Louis, Luis und Erwin. Das sind nämlich die vier Mitglieder des Kollektivs: Frau Leistikow und die Herren Panizza, Lüps und Kloker.
Was das Kollektiv da aufführen wird, darüber kann ich nur spekulieren. Bei den Stichwörtern "Hund" und "leuchten" fällt mir als Erstes der Sirius ein: Sirius, Canis Majoris oder Hundsstern, der hellste Stern am Nachthimmel. Die Performance beginnt gegen acht Uhr Abends, da könnte man schon einige helle Sterne sehen.
Das Plakat zu "Erleuchthunde" zitiert Michel Foucault's Idee der Hétérotopie. Damit bezeichnete der Philosoph Orte am Rande der Gesellschaft ("an den leeren Stränden, die sie umgeben"), die nach eigenen Regeln funktionieren. Foucault nannte als Beispiele Altenheime, Bierzelte oder psychiatrische Kliniken.

Performance in der Gärtnerei

Vielleicht gehören auch aufgelassene Gärtnereien zu diesen Heterotopien. Die Aufführung findet nämlich in den Räumen der ehemaligen Gärtnerei Dumbsky in Schondorf statt.
Die angesprochenen "leeren Strände am Rande der Gesellschaft" und die kaputte Schaufensterpuppe auf dem Plakat lösen bei mir Assoziationen zu dem Autor J. G. Ballard aus. In einer seiner Erzählungen streift ein einsamer Mann durch die verlassenen Bunker am Strand einer Pazifikinsel. Seine einzige Gesellschaft sind zerbrochene Schaufensterpuppen, die noch von einem Atombombentest übrig sind. (Verstümmelte Opfer von Autounfällen – Ballards Markenzeichen – kommen natürlich auch vor)

Schrödingers Katze

Ganz so düster wird's schon nicht werden, denn in der Performance sollen auch ein Hund, ein Truck, ein Cheerleader und möglicherweise eine Katze vorkommen. Warum die Mieze nur möglicherweise vorkommt, wird nicht erklärt. Vielleicht ist es die Katze, mit der Erwin Schrödinger ein Paradoxon der Quantenphysik erklärte. Schrödingers Katze ist gleichzeitig tot und lebendig, bis jemand nachschaut, was mit dem Tier los ist. So ist es bei der "Erleuchthunde" Performance vielleicht auch: Erst die Zuschauer erschaffen die Wirklichkeit.
Wie gesagt, dass sind alles nur wilde Spekulationen. Sachdienliche Hinweise bitte an den nächstgelegenen Blogger.

Erleuchthunde – Theater-Performance

10/11/12/13 April 2017, jeweils 19:55 Uhr
Bahnhofstrasse 28a (Gärtnerei Dumbsky)
Schondorf am Ammersee
Eintritt € 10
Karten nur nach Vorbestellung unter 0160 7835 048

Architekt trickst Baurecht aus


Hinweis: Dieser Beitrag erschien am 1. April 2017 ;-)

Was tun, wenn ein großes Grundstück mitten im Ort als Außenbereich nicht bebaut werden darf? Am "Augsburger Wald" in Schondorf zeichnet sich eine innovative Lösung ab, um das Baurecht auszuhebeln.
Mitte des Monats hatte das Landsberger Tagblatt noch gerätselt, was wohl mit dem Stück Naturland mitten in Schondorf passieren wird (Erst Brombeeren, dann Bäume). Nun hat das Hamburger Architekturbüro Baumfeller & Achst einen Plan für die Bebauung des Areals vorgelegt. Dabei wird sehr geschickt nur der schmale Streifen genutzt, der nicht zum Außenbereich gehört.

Über Nacht abgeholzt

Zur Erinnerung: Das Waldstück am Schondorfer Kapellenberg gehörte lange der Stadt Augsburg (darum "Augsburger Wald"), die es dann vor einigen Jahren verkaufte. Im März letzten Jahres wurde praktisch über Nacht das gesamte Areal abgeholzt. In einem Blog-Beitrag von Renate Blaes (Wald abgeholzt – mitten in Schondorf) ist das ausführlich beschrieben.
Schon damals wurde spekuliert, dass hier ein Bauvorhaben geplant sei. Allerdings gehört das Grundstück zum Außenbereich, der nicht bebaut werden darf.
Das Hamburger Büro Baumfeller & Achst hat jetzt einen innovativen Plan vorgelegt, um hier trotzdem Häuser zu errichten. Dabei machen es sich die Architekten zu Nutze, dass ein 5 m breiter Streifen am Ostrand noch zum Bebauungsplan gehört, weil hier früher einmal ein Campingplatz war.
Bis 2016 war dieser Bereich noch als Biotop geschützt. Der Grundstückseigentümer erwirkte aber bei der Unteren Naturschutzbehörde, dass die frühere Biotopeigenschaft abgesprochen wurde.

Das gerodete Grundstück am Kapellenberg
Ergänzung zur traditionellen Architektur

Da also nur ein schmaler Steifen bebaut werden kann, planen die Architekten pilzförmige Häuser, um den vorhandenen Luftraum zu nutzen.
Sie sehen darin eine aufregende Ergänzung zu traditioneller Architektur, mit der Wohnraum dort realisiert werden kann, wo eine klassische Bebauung sonst nicht denkbar ist.
Laut Paragraph 34 der BauGB ist ein Vorhaben zulässig, wenn es sich in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt. Die nähere Umgebung sind in diesem Fall die bis zu 20 m hohen Bäume, so daß nichts gegen eine entsprechende Bauhöhe spricht. Durch diese Art der Bebauung sind auch die Ansprüche des Waldgesetzes für Bayern (BayWaldG) erfüllt. Die Grünfläche als solches bleibt erhalten, und die abgeholzten Bäume können wieder nachwachsen.

Auch für ganz normale Investment-Banker

Architekt Hubertus Baumfeller betont, dass die Bebauung sozial verträglich sein soll: "Verglichen mit Starnberger- oder Tegernsee, leben am Ammersee bekanntlich ärmere Millionäre. Wir möchten die gewachsene Siedlungsstruktur nicht beeinträchtigen, und eine sozial ausgewogene Mischung erhalten." Darum wolle man versuchen, den Quadratmeterpreis unter € 10.000 zu halten. Schondorf solle kein Ghetto der Superreichen werden. "Auch der ganz normale Investmentbanker oder Vorstandsvorsitzende soll sich noch eine Wohnung am Ammersee leisten können," so der Architekt.
Ich finde es schön, dass hier der Bauträger Rücksicht auf die sozialen Belange der Gemeinde nimmt. Für diese Architektur gibt es in Schondorf sicher noch viele Einsatzmöglichkeiten, um die vorhandene Wohnbebauung schonend nachzuverdichten. 

Zuwachs am Skulpturenweg

Der Skulpturenweg am Ammersee ist um ein Kunstwerk reicher. An der Schranke am Weg von Schondorf nach Eching steht seit letzter Woche eine blaue Holzskulptur im Wald.

Skulptur von Hannes Kinau

Sägensreiche Arbeit

Fräulein Rosa, mein sehr kunstinteressierter Hund, musste das sofort untersuchen und ein fachmännisches Urteil abgeben: "Das ist sicher eine der sägensreichen Arbeiten von Hannes Kinau. Sowas erkenne ich am Geruch und dem ganz eigenen Holzgeschmack." Die kleine Angeberin (von wem sie das nur hat?).
Von wem die die Skulptur ist, weiß sie von ihrer Freundin Annunciata Foresti. Außerdem hätte sogar ich als Laie den Kinau sofort erkannt.

Wucht und Schwerelosigkeit

Hannes Kinau mit seiner Skulptur "Tumbau zu Pappel".
Hannes Kinau mit seiner Skulptur "Tumbau zu Pappel".
Es steht ja bereits eine Arbeit des Holzbildhauers am Ammersee-Skulpturenweg kurz vor Eching. Wie schon bei diesem "Turmbau zu Pappel" überrascht auch bei der Kette der Kontrast zwischen wuchtigem Material und spielerischer Schwerelosigkeit. Beim Turm sind dicke Holzscheiben scheinbar wackelig übereinandergestapelt, die Kette stellt die Gesetze der Schwerkraft buchstäblich auf den Kopf.

Ankerkette für luftige Ideen

Da wir am Ammersee sind, musste ich spontan an eine Ankerkette denken. Ein Bindeglied, das luftige, kreative Gedanken fest mit dem Boden am See verankert.
Bodenständigkeit und hochfliegende Ideen – ist das nicht ein schönes Symbol für die Ammerseeregion?


Blogger Portrait Susanne Lücke

Ich hatte einmal die Idee, Blogger rund um den Ammersee vorzustellen. Irgendwie ist das aber nach meinem Portrait von Renate Blaes wieder eingeschlafen. Nun, nach über zwei Jahren Pause, geht es weiter.

Die Autorin Susanne Lücke aus Schondorf am Ammersee
Eine Kosmopolitin am Ammersee

Der Name Susanne Lücke-David ist in Schondorf ziemlich bekannt, denn sie ist die Autorin des Buches "Schondorf am Ammersee - Portrait eines Dorfes". Aber Susanne Lücke ist auch Kunsthistorikerin, Übersetzerin, Journalistin, und eben auch Bloggerin. Ihr Blog "Nestbeschmutzer" http://susanne-luecke.de/ ist genauso unangepasst, wie es der Titel sagt.

Susanne Lücke-David stellt sich vor.

Ich promovierte 1962 in Kunstgeschichte und Archäologie, war dann Stipendiatin im Landesamt für Denkmalpflege Schleswig Holstein, anschließend bei den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, hatte schließlich einen Lehrauftrag an der University of Toronto zum Thema moderne Kunst, habe mich dann aber, als Mutter zweier Söhne, für eine freiberufliche Tätigkeit entschieden. Seit 1976 publiziere ich nicht nur in meinem Fach, sondern auch zum Thema Lebensmitteltechnologie, einfach, weil mich das interessiert.
Ein halbes Berufsleben lang arbeitete ich als Co-Autorin meines Mannes Hans-Karl an einem zweibändigen Werk zur antiken Mythologie für die rowohltsche Enzyklopädie, publizierte aber nebenher auch weitere Titel hauptsächlich als Autorin, aber auch als Übersetzerin. Zur Erholung schrieb ich einige sogenannte belletristische Stücke. Sogenannt, weil ich die Unterscheidung von Sachbuchliteratur und Belletristik unangemessen finde. Die Briten sind da besser: Fiction und Non Fiction!
Nach einem „Nomadenleben“ zwischen Deutschland, Kanada, Italien und Frankreich bin ich seit 1999 in Schondorf ansässig und gedenke es zu bleiben! 

Ich spieße einfach auf, was mir auffällt

Dein Blog heißt "Nestbeschmutzer". Um welche Themen geht es da?

Im weitesten Sinn um politische (gesellschafts- und kulturpolitische) Themen – eigentlich ohne Vorsatz. Ich spieße einfach auf, was mir auffällt oder was mir zu Unrecht nicht genügend Beachtung findet, und recherchiere entsprechend.
Der Titel „Nestbeschmutzer“ prangert natürlich das unbegreifliche Phänomen an, dass „Whistleblower“, die Missstände aufgedeckt haben, immer wieder selber als Nestbeschmutzer beschimpft werden. Die Bundesregierung verspricht seit Jahren, etwas zum Schutz von Whistleblowern zu unternehmen. Getan hat sich bisher nichts.

Die Autorin Susanne Lücke aus Schondorf am Ammersee Wie bist Du auf die Idee gekommen, "Nestbeschmutzer" zu starten?

Ich habe ja auch als Journalistin gearbeitet, habe unter anderem einige Jahre eine Kolumne für das ZEITmagazin geschrieben, in den 90er Jahren zur „Lokalspitze“ der SZ beigetragen, die inzwischen eingestellt wurde. Ein Blog hat den großen Vorteil, dass ich nicht an irgendwelche Termine und Trends gebunden bin.
Ich bin frei zu entscheiden, worüber ich schreibe und wann. Nur würde ich es gerne öfter tun, aber das halte ich nicht durch, da ich immer an mehreren Textbaustellen für Buchpublikationen arbeite. Das erfordert nicht nur Zeit, sondern auch Konzentration.

Was ist dein persönlicher Maßstab für den Erfolg des Blogs?

Erfolg ist ja immer unkalkulierar. Ich versuche nur, so solide und seriös zu arbeiten wie möglich. Aber ich betrachte es als Erfolg, wenn jemand meine Beiträge kommentiert - das geschieht ja fast regelmäßig und das auf sehr sachliche Weise, worüber ich richtig glücklich bin. 

Was kann ein Blog bewirken?

Du nimmst dir in deinen Texten kein Blatt vor den Mund. Hat es da auch schon unangenehme Reaktionen oder Kommentare gegeben?

Bis jetzt nicht. Ich bin weder beschimpft noch bedroht worden, so dass ich mich manchmal frage, ob meine Beiträge überhaupt gelesen werden. Dass das jedoch der Fall ist, bestätigen ja die Kommentare. Im übrigen bin ich gewappnet: Wer in irgendeiner Eigenschaft in die Öffentlichkeit tritt, muss mit jeder Art emotionaler Zuwendung rechnen, von der Anbiederung bis zum Shitstorm.

Kann ein Blog heute etwas bewirken, oder hat sich die Diskussion völlig zu Facebook und Twitter verlagert?

Kann ein Blog etwas bewirken? Da bin ich eher skeptisch, aber wenn es gelingt, auch nur ein paar Leser zum Nachdenken zu bringen, sehe ich das als Erfolg. Andererseits gilt für ein Blog dasselbe wie für alle Publikationsformen: Nachrichten erreichen nur die, die die Botschaft schon kennen und sie also nicht nötig haben. Die anderen erreichst du gar nicht; da bin ich durchaus zynisch. Aber zurückhalten, was gesagt werden kann (was für ein gar nicht so selbstverständliches Glück!) und sollte – das ist für mich keine Konsequenz.
Was Facebook und Twitter angeht, so sehe ich schon einen wesentlichen Unterschied zu einem Blog. Dort fixiert man ja quasi Gesagtes, schnell Dahingeredetes, ohne sich dessen bewusst zu sein. Schön, das mag auch für so manchen Blog gelten, aber für mich ist ein Blogbeitrag im Wesentlichen nichts anderes als ein Artikel in einem Printmedium.

Welche Tipps hast Du für Leute, die selbst ein Blog starten wollen?

Wenn möglich, regelmäßig und in nicht zu großen Abständen etwas posten und vor allem immer strikt sachlich bleiben. Das sollte auch für nicht professionelle Schreiber oberstes Gebot sein.
Vielen Dank für das Gespräch. Wer jetzt neugierig geworden ist, hier geht's zum "Nestbeschmutzer" Blog: http://susanne-luecke.de/


Buch von Susanne Lücke-David Bücher von Susanne Lücke-David

Hier eine Auswahl der Bücher von Susanne Lücke, mit Bestellmöglichkeit:
Schondorf am Ammersee - Portrait eines Dorfes
Die Baustile
Die Götter der Griechen und Römer  
Antike Mythologie
Immer geradeaus: verwirrt in Italien? Ein Reiseführer durch ein skurriles Land
Das europäische Brotbackbuch


Namensverwirrung auf dem Sammersee

Langsam werden die ersten Bands für das heurige Sammersee-Festival (21. - 22. Juli 2017) bekannt, und es sind schon mal zwei neue Namen dabei.
Da ist zum einen "Alinea" aus München. Der Name ist neu, die Band allerdings schon bekannt. Jonas, Paulo, Tristan und Elias spielten schon 2015 am Ammersee, damals allerdings noch als "The Downfall".

Alinea auf dem Sammersee-Festival am Ammersee
Alinea(Photo © Sven Evertz)

Die kleine Schwester von Nivea?

Bei Downfall dachte ich ja mehr an Bands wie Cure, Joy Division oder Suicide. Das war irreführend, denn auch The Downfall hatten mit Gothic nichts am Hut, sondern machten ziemlich flotten Alternative-Rock. Jetzt also ein neuer Name und Alinea ist - wie die Band erklärt - nicht die kleine Schwester von Nivea, sondern das Absatzzeichen ¶
Das passt doch ganz gut: Ein Umbruch, ein neuer Anfang. Ich bin schon gespannt, wie die neue/alte Band am Ammersee klingen wird.
"Alinea" heißt übrigens auch das Nobelrestaurant von Grant Achatz in Chicago (drei Michelin-Sterne). Die Meßlatte liegt also hoch. Hier schon mal zum bekanntmachen ein kurzes Video: Alinea auf Vimeo

Tagtraum auf dem Sammersee-Festival in Schondorf
Tagtraum: Lebe den Moment

Tagtraum ausgeträumt

"Tagtraum" ist dann tatsächlich eine neue Band auf dem Sammersee. Allerdings haben die drei Jungs schon angekündigt, dass sie aus rechtlichen Gründen wohl ihren Namen wieder ändern müssen. Vielleicht treten sie ja als TAFKAT auf (The Artists Formerly Known As Tagtraum).
Das ist schade, denn "Tagtraum" beschreibt die Musik des Trios sehr treffend. Die klingt wie eine schöne Tasse Früchtetee an einem sonnigen Sonntagmorgen. Ich selber mag zwar keinen Früchtetee, kann mir aber trotzdem vorstellen, dass das recht gut zur entspannten Atmosphäre am Ammersee passt.
Als kleiner Vorgeschmack: Tagtraum, "Lebe den Moment" auf Soundcloud.

Baudenkmal oder Schwarzbau?

Ein Schwarzbau direkt am Ammersee? Der muß natürlich weg, sagt das Landratsamt. Die Gemeinde Eching würde ihn lieber stehen lassen. Die Geschichte, die sich daraus entwickelte, könnten Franz Kafka und Karl Valentin gemeinsam geschrieben haben.

Das sogenannte Norwegerhaus am Ammersee

Das Norwegerhaus am Ammersee

Heute schaut das Schondorf-Blog einmal über die Grenzen der Gemeinde hinaus, aber nur um etwa 100 Meter. Wenn man von Schondorf am Ammersee entlang nach Norden spaziert, sieht man als eines der ersten Häuser in Eching das sogenannte Norwegerhaus. Das Anwesen am Kaaganger ist ein seit langem gewohnter Anblick, und wahrscheinlich denken die wenigsten dabei an einen Schwarzbau.
Ursprünglich erbaut wurde es von dem Landschaftsmaler Hans Beat Wieland, dem Schwiegersohn des Sektfabrikanten Rudolf Henkell.

Von Spitzbergen inspiriert

Wieland war 1896 nach Norwegen gereist, um für eine Illustrierte Zeichnungen von der Expedition Salomon August Andrée's zu machen. Dieser versuchte mit einem Ballon zum Nordpol zu fahren. Andrée stürzte ab und blieb verschollen, aber Wieland kam wohlbehalten zurück und war seither von Norwegen fasziniert. Darum baute er sich mit seiner Frau am Ammersee ein Anwesen im Stil der Häuser auf Spitzbergen, mit begrüntem Dach und blutrotem Anstrich.
Bild von Hans Beat Wieland
1999 verkauften Wieland's Erben das unter Denkmalschutz stehende Haus. Der neue Besitzer machte sich an eine gründliche Renovierung, und damit gingen die Probleme los.

Zu gründlich renoviert

Das Landratsamt befand nämlich, dass etwas zu gründlich renoviert worden sei. Die Wände wurden neu aufgemauert und die Deckenhöhe vergrößert. Auch wenn es von Außen nur wenig verändert aussah, war von der historischen Substanz kaum etwas übrig geblieben.
Das Haus galt damit als Neubau. Es liegt aber im Außenbereich der Gemeinde, wo generell nichts Neues gebaut werden darf. Damit war das Gebäude nun ein Schwarzbau, der abgerissen werden muss. Gegen diese Entscheidung wurde über mehrere Instanzen prozessiert, aber es blieb bei der Abrißverordnung.
Im Gegensatz zum Landratsamt würde die Gemeinde Eching das Haus gerne erhalten. Der Gemeinderat hat beschlossen, dazu die Außenbereichssatzung zu ändern, um den Schwarzbau nachträglich zu legalisieren.

Baubehörde gegen Gemeinderat

Die Baubehörde im Landratsamt hält das für rechtswidrig und will dagegen vorgehen. Auch weil befürchtet wird, dass damit ein Präzedenzfall für eine weitere Bebauung und Erschließung am Kaaganger geschaffen wird.
Ich kann beide Seiten irgendwie verstehen. Einerseits ist das Norwegerhaus am Ammersee ein gewohnter Anblick, der vermutlich niemand stört. Von daher hätte ich nichts dagegen, wenn es erhalten bleibt.
Andererseits wecken Ausnahmeregelungen natürlich immer Begehrlichkeiten. Wenn es einmal geklappt hat, kommen möglicherweise auch Andere auf die Idee, ihr Haus ein bisschen zu renovieren und zu vergrößern. Und dann möchte man als Zufahrt vielleicht lieber eine asphaltierte Straße, als einen beschaulichen Wanderweg.
Es ist keine einfache Entscheidung. Mittlerweile wurde sogar der Petitionsausschuss im Landtag angerufen, der sich für einen Erhalt des Norwegerhauses ausgesprochen hat. Die verworrene Geschichte kann sich also durchaus noch länger hinziehen.

Aktualisierung vom 23. März

Durch Heiko Folkerts habe ich erfahren, dass Wieland nicht nur als Maler, sondern auch als Architekt tätig war. Hier ist ein schöner Beitrag aus der Zeitschrift "Die Kunst" von 1908. Victor Zobel (offensichtlich ein Bewunderer des großen Architekten Herrmann Muthesius) beschreibt darin das Haus, das Wieland für seinen Schwiegervater in Wiesbaden gebaut hat: http://www.lexikus.de/bibliothek/Die-Kunst-18-Band-Das-Haus-Henkell-in-Wiesbaden
Beat Wieland hat also auch das Norwegerhaus am Ammersee vermutlich nicht nur in Auftrag gegeben, sondern auch selbst geplant.


Kaputt?

Ob Küchenmaschine, Lampe oder Jeans: Es wird immer schwieriger jemand zu finden, der kleine Defekte wieder richten kann. Und selbst wenn am eine Werkstatt findet, ist die Reparatur oft teurer als eine Neuanschaffung. Deshalb schmeißen wir oft etwas weg und kaufen neuen Krempel, bei dem wieder das Verfallsdatum vom Hersteller schon eingebaut ist. Das Reparatur-Cafe schafft Abhilfe.

Kaputtes Verkehrsschild

Für Reparatur- und Kaffeefreunde

Seit einiger Zeit gibt es auch an der Ammersee-Westküste in regelmäßigen Abständen ein Reparaturcafe. Hier findet man die richtigen Werkzeuge, Menschen mit handwerklichem Geschick, und eine entspannte Atmosphäre wie im Kaffeehaus.
Am 18. März findet in Schondorf zum vierten Mal dieses Reparaturcafe statt. 
Die Adresse ist in der Einladung sehr nett beschrieben: "Wo das Kamel steht". Das müsste man eigentlich etwas präzisieren: "Wo das Kamel gut versteckt hinter einigen Platten kaum zu sehen ist." Zumindest war das so, als ich gestern dort vorbeikam. 
Die Werkstatt ist trotzdem leicht zu finden: Einfach dem Geruch von Kaffee und Kuchen folgen, bis man eine Menge fröhlich werkelnder Menschen sieht. 
Diesmal werden laut Ankündigung auch Seile gemacht, und möglicherweise ist auch ein Barbier da. Wenn man gar nichts Kaputtes im Haushalt hat, kann man sich also wenigstens die Frisur reparieren lassen. 


Reparatur-Cafe

Samstag, 18. März, 10:00 - 18:00 Uhr
St.-Anna-Straße 2
Schondorf am Ammersee

Ein lichter Raum

Die nächste Ausstellung im Schondorfer Studio Rose bringt drei bekannte Namen der Kunstszene an den Ammersee: Die Photographen Jürgen Oliver Blank, Reinhard Giebelhausen und Harry Sternberg präsentieren ihre Arbeiten unter dem Titel "Lichtraum".

Was wird an den Wänden zu sehen sein?
Drei erfolgreiche Künstler

Ich stelle die drei mal in umgekehrter alphabetischer Reihenfolge vor, sonst ist der arme Harry Sternberg immer der Letzte in der Reihe. Der Uttinger Photograph ist bekannt für ungewöhnliche Bildausschnitte, bei denen Farbe, Form und Textur fremd und gleichzeitig vertraut wirken. Letztes Jahr war er an der – wie ich hörte – sehr erfolgreichen Ausstellung "Zeiträume" der renommierten Galeristin Brigitte Henninger in München beteiligt.

Ein Photograph im WortRaum

Reinhard Giebelhausen aus Weilheim kennen sicher viele als originellen Kunstvermittler und -ermöglicher. Mit der Galerie auf Zeit bringt er Kunst an ungewöhnliche Orte, zum Beispiel in einen aufgelassenen Schuhladen.
Er ist aber auch selbst ein gefragter und vielseitger Künstler, ein Photograph, der im "WortRaum" zu Hause ist. Seine Photographien haben etwas sehr lyrisches, verbinden Bild und Text auf gleichermaßen hohem Niveau. Der erfolgreiche Photokünstler wurde beim Poeten-Wettstreit um den „Lyrikstier 2017" mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.

Director's Choice Award

Auch der Landkreis Starnberg ist vertreten. Jürgen Oliver Blank kommt aus Wörthsee und durfte letztes Jahr seine Arbeiten auf der Kunstmesse ARTMUC präsentieren. Das ist für sich schon eine Auszeichnung. Darüber hinaus wurde er dort auch mit dem Director's Choice Award geehrt.
Turgay Amac sagte über ihn, er arbeite mit der Kamera "als ob man sie beim Fotografieren falsch herum hielt, um das Unbewußte aufzunehme".

Eine selbstbewusste Präsentation

Es hat einen Grund warum ich die Erfolge der drei so sehr betone. Ich glaube, diese Anerkennung hat ihnen das Selbstbewußtsein gegeben, um mit ehernen Ausstellungskonventionen zu brechen. Der "Lichtraum" ist, nun ja ...anders. Lasst euch überraschen.

Aktualisiert 13. März

Hier endete mein ursprünglicher Beitrag, weil ich die Überraschung nicht verderben wollte. Mittlerweile ist die Ausstellung eröffnet, und die Katze aus dem Sack. Blank, Sternberg, Giebelhausen haben mit dem "Lichtraum" in der Tat einen ausgesprochen lichten Raum geschaffen: An drei Wänden hängt jeweils nur ein Bild. Das ist eine ausgesprochen mutige, selbstbewußte Präsentation.
Mir gefällt es sehr gut, weil man sich dadurch mit den einzelnen Werken viel intensiver auseinandersetzt. Wie der Bildhauer Bert Praxenthaler, Kunstpreisträger 2017 in Landsberg, kürzlich in einem Interview sagte: "Ich würde mir wünschen, dass die Leute nicht alles nur so im Vorbeigehen mitnehmen und sich lieber weniger, das dafür aber umso genauer anzuschauen."

Lichtraum - Blank. Sternberg. Giebelhausen. 

Studio Rose
Bahnhofstrasse 35
Schondorf am Ammersee
Eröffnung: 10. 3. 2017, 19:00 Uhr
Ausstellung: 11./12. und 18./19. 3. 2017, jeweils 14.00 bis 18:00 Uhr
Ausstellung "Lichtraum" in Schondorf am Ammersee
Ein Panorama des Lichtraums


Ausstellung "Lichtraum" in Schondorf am Ammersee
Hoher Coolness-Faktor.
Könnte auch die neue Band von Michael Stipe sein


Ein einzelnes Bild lädt zur konzentrierten Betrachtung
("okulo" von Harry Sternberg)


Ein ganz entspannter Reinhard Giebelhausen


Die Kulturjournalistin Nuë Ammann in andächtiger Haltung