Schondorf - Leben am Ammersee

Kultur, Politik, Freizeit und Veranstaltungen aus Schondorf und der Ammersee-Region.

2/14/2018

2/14/2018

Ausgelesen wird nicht mehr aufgelesen

Alter Traktor auf Usedom

Die regelmäßige Altpapiersammlung der Schondorfer Vereine war eine feine Sache. Ausgelesene Zeitungen habe ich gebündelt vor die Haustüre gestellt, wo sie dann mit dem Traktor aufgelesen und zur Sammelstelle gebracht wurden. Damit ist jetzt leider Schluß.

2/11/2018

2/07/2018

2/07/2018

Es geht voran

Wohnbau in schondorf am Ammersee
Auch wenn offiziell nichts verlautbart wird, der Investorenwettbewerb um die Bebauung des ehemaligen Prix-Geländes in Schondorf scheint kurz vor einem Abschluss zu stehen. Möglicherweise wird sich der Gemeinderat noch diese Woche in nichtöffentlicher Sitzung für einen der Bewerber entscheiden.

2/03/2018

1/30/2018

1/30/2018

Bloggen für Anfänger

Der Autor des Schondorf Blogs
Photo © Jürgen Oliver Blank
Der Landsberger Kultursalon hat mich eingeladen, einen Vortrag über das Thema zu halten: „Warum sollte man bloggen?“
Ich meine ja, wer bloggen will, soll das gerne tun, wer nicht, kann es auch bleiben lassen. Das ist für einen halbstündigen Vortrag aber ein bisschen wenig. Deshalb habe ich mich tiefer mit dem Thema beschäftigt. Erstaunlicherweise fand ich dabei mehr Gründe gegen, als für das Bloggen. Aber beginnen wir am Anfang: Was ist eigentlich ein Blog?

1/28/2018

1/28/2018

Ende des Dornröschenschlafes

Ehemalige Gärtnerei Dumbsky in Schondorf am Ammersee
Die Gebäude der Gärtnerei Dumbsky in der Schondorfer Bahnhofstraße liegen nun schon einige Jahre in einem Dornröschenschlaf. Damit wird es bald vorbei sein. Kürzlich wurden die Pläne für eine Neubebauung vorgestellt, und bereits vom Gemeinderat genehmigt.

1/21/2018

1/21/2018

Ist das Alles?

Münzen auf einem Keramikteller von Regine Hohmann
Die Zeitschrift Focus Money hat ein Ranking der deutschen Landkreise in Auftrag gegeben. Landsberg am Lech schneidet hervorragend ab, und liegt auf Platz 13 unter 374 Landkreisen. Landrat Thomas Eichinger und der Kreistag werden zurecht dafür gelobt. Trotzdem habe ich meine Probleme mit solchen Ranglisten.

1/17/2018

1/17/2018

Kunst per Post

Mail Art - Kunst per Post
Über meine Freunde Cristina und Jürgen Blank bin ich auf das Konzept der Mail Art gestoßen (Best of Mail Art). Es gibt eine sehr lebendige Szene von Künstlern, die ihre Werke nicht (oder nicht nur) in Galerien und Museen ausstellen, sondern per Post verschicken.
Ausgangspunkt dafür ist meistens ein sogenannter "Mail Art Call". Das ist ein Aufruf, Kunst zu einem bestimmten Thema einzuschicken. Das versuche ich jetzt einmal selbst. Mein Thema ist "Confined", also eingeschlossen oder eingeschränkt.

1/14/2018

1/14/2018

Daniel Düsentrieb vom Ammersee

Treppenhaus im DLR Verwaltungsgebäude
Innovative Tüftler gibt es durchaus nicht nur in den Universitätsstädten. Auch bei uns auf dem Land sitzt so mancher Daniel Düsentrieb. Eine neue Initiative soll diese kreativen Köpfe am Ammersee (und in den benachbarten Landkreisen) fördern.
BIGHub möchte als zentrale Nabe (Hub) Leute mit Ideen bei Bildung, Innovation und Gründung unterstützen. Das Programm wird vom Forschungsministerium mit € 100.000 gefördert.

1/09/2018

1/09/2018

Ein guter Rutsch

Rodelschlitten von www.formschoen.biz
Schondorfer Rodel von www.formschoen.biz
Wie das so üblich ist, habe ich rund um Neujahr vielen Leuten einen guten Rutsch gewünscht. Aber was bedeutet das eigentlich? Meine Schondorfer Blogger-Kollegin Stefanie Windhausen erklärt das in ihrem Blog "Sprechperlen" (sprechperlen.de/blog/).
Auch eine weitere Bloggerin aus Schondorf hat sich Gedanken zum Neuen Jahr gemacht. Auf "Nestbeschmutzer" (susanne-luecke.de) gibt Susanne Lücke-David einige Tipps, wie man 2018 vielleicht nicht fitter, schöner und optimierter, aber dafür entspannter wird.

1/07/2018

1/07/2018

Pulverdampf über dem See

Bereits die Ankündigung des Schondorfer Neujahrsschießens sorgte für angeregte Diskussionen. Alleine auf Facebook gab es über 50 Kommentare zu meinem Beitrag Krawumm! Ich habe mir das Spektakel selber angesehen (und angehört) und einen kleinen Film darüber gedreht.

1/03/2018

1/03/2018

Fake News funktionieren

Futuristische Häuser am Ammersee
2017 war viel von Fake News die Rede: Was das ist, was man dagegen tun könne, ob es neue Gesetze braucht, und warum es plötzlich so viele davon gibt. Warum es so viele sind, kann ich aus eigener Erfahrung erklären: Weil Fake News gerne gelesen werden.

12/31/2017

12/31/2017

Krawumm!

Böllerkanone am Ammersee
Photo © Kanoniere Dießen
Das Jahr 2018 meldet sich hörbar mit lautem Knall, zumindest wenn man in Unterschondorf wohnt. Am 1. Januar findet am Ufer des Ammersees um 14:30 Uhr das traditionelle Böllerschießen statt. Natürlich gehen die Meinungen darüber auseinander. Muß der Krach denn unbedingt sein? Verpestet das nicht die Luft? Was ist mit den Haustieren, die unter dem Lärm leiden?

12/27/2017

12/27/2017

Keine Post von Gemeinsam

PostkastenAuch beim Spendensammeln herrscht heute ein scharfer Wettbewerb. In meinem Briefkasten waren in letzter Zeit Schreiben von Misereor, Unicef, Brot für die Welt, Ärzte ohne Grenzen, und noch etlichen anderen Organisationen. Nicht mit dabei war Ammersee Gemeinsam.

12/24/2017

12/24/2017

Trunksucht und Gefühlsduselei

Weihnachtsgrüße vom Ammersee
Der Schriftsteller Ambrose Bierce hatte – wie von praktisch allem – auch von Weihnachten keine hohe Meinung. "Ein besonderer Tag, der Völlerei, Trunksucht, Gefühlsduselei, Annahme von Geschenken, öffentlichem Stumpfsinn und häuslichem Protzen gewidmet," schreibt er in seinem Wörterbuch des Teufels.

12/20/2017

12/17/2017

12/17/2017

Renaturierung

Kirche St. anna, Schondorf am AmmerseeSchondorf verändert sich ständig. Ich habe das Gefühl, an allen Ecken wird abgerissen und neu gebaut. Schön, wenn an einer Stelle einmal nicht asphaltiert und betoniert, sondern gepflanzt wird.

12/13/2017

12/13/2017

Gayview Mahat auf dem Weihnachtsmarkt

Christkindlmarkt in Schondorf am Ammersee
Zu dieser Jahreszeit kommt man an den Herren Sumwun Speshal, Gayview Mahat und Gavit Awaii einfach nicht vorbei. Auch auf dem Schondorfer Christkindlmarkt am 16. Dezember werden wir sicher auf sie stoßen. 
Es gibt ja keinen Weihnachtsmarkt, kein Radioprogramm und kein Kaufhaus, in dem wir vor Weihnachten nicht mit "Last Christmas" von Wham beschallt werden.

12/03/2017

12/03/2017

Einblick in eine fremde Welt

Wie ich neulich geschrieben habe, wird auch Schondorf über kurz oder lang eine Straßenausbaubeitragssatzung bekommen. Welche Satzung die Gemeinde beschließen wird, steht noch in den Sternen. Vor ein paar Wochen gab Herr Graf vom Landratsamt in einer Gemeinderatssitzung einige Informationen rund um die Gestaltungsmöglichkeiten. Dabei offenbarte sich ein Einblick in eine fremde Welt.

11/29/2017

11/29/2017

Kampf gegen die Zombies

Die Zombies haben die Herrschaft übernommen. Wer es nicht glaubt, braucht sich nur das unten eingebettete Video anzuschauen (Falls das Video nicht funktioniert, hier der Link zu YouTube). Die modernen Konsumzombies brauchen ständig frische Waren zum Überleben, so wie ihre Vorgänger in den Horrorfilmen auf frisches Menschenfleisch angewiesen waren. Rücksichtslos und mit leerem Blick stürzen sie sich auf ihre Beute.


Es gibt Widerstand

Das Phänomen ist nicht neu. Emile Zola hat das schon 1883 in "Das Paradies der Damen" beschrieben. Damals war es noch ein lokal begrenztes Phänomen. Mittlerweile ist eine globale Epidemie daraus geworden. Die Zombies haben die Welt überrannt.
Die ganze  Welt? Nein, in einem kleinen Ort am Ammersee leistet ein Grüppchen Unerschrockener noch Widerstand.
Reparaturcafe der Transition Region Ammersee in SchondorfTransition Region Ammersee kämpft unter dem Motto "Reparieren statt wegwerfen und neu kaufen" gegen den Kaufwahn. Am 2. Dezember stemmen sie sich wieder einmal gegen die Wegwerfflut, und bieten in Schondorf ein Reparaturcafe an. Es gibt mindestens drei gute Gründe, dabei mitzumachen.

Komm zu den Guerillas

Erstens möchte man nicht so enden, wie die Konsumzombies oben im Video. Lieber auf der Seite der coolen Widerstandskämpfer stehen. Zweitens spart es Geld, wenn etwas repariert wird, anstatt schon wieder eine neue Lampe, Jacke oder Toaster zu kaufen. Im Reparaturcafe kostet es nur eine kleine Spende.
Schließlich gibt es – wie der Name schon sagt – zur Reparatur auch Cafe und Kuchen, und außerdem viele nette Leute zum plaudern. 

Reparaturcafe Schondorf

2. Dezember 2017, 10:00 – 18:00 Uhr
St.-Anna-Straße 2
Schondorf am Ammersee

11/26/2017

11/26/2017

Featuring: Der Biber

Am Ammersee kann man neuerdings eine interessante Kollaboration mit dem Biber bestaunen. Biber, nicht Bieber (Obwohl auch das Teenie Idol Justin heuer bemerkenswerte Gastauftritte hingelegt hat. Ich denke da an den Song mit Post Malone oder mit DJ Khaled bei "I'm the one"). Aber zurück zum Ammersee.

Am Ammersee Skulpturenweg

Ein inspirierender Weg

Was mir am Skulpturenweg zwischen Schondorf und Eching sehr gut gefällt, ist die Inspiration die von ihm ausgeht. Immer wieder mal tauchen anonyme Kunstwerke auf (Surrealismus am Ammersee) oder entstehen auch nur in meiner Einbildung (Skulpturenweg in Schondorf).
Das neueste Beispiel solcher Guerillakunst steht am Seeufer, kurz vor der Stelle an der links im Wald die "Welle" von Hans Illner installiert ist.
Letzten Winter hat hier ein Biber in mühevoller Kleinarbeit einen Baum gefällt (Mahlzeit!).

Kunst aus der Natur

Biberskulptur am Ammersee SkulpturenwegDer übriggebliebene, kegelförmige Baumstumpf ist mittlerweile mit Moos überwachsen und sieht tatsächlich skulptural aus. Der Künstler Klaus Peter Wershofen hatte das richtige Auge dafür, und hat dem Werk des pelzigen kleinen Holzbildhauers einen passenden Rahmen spendiert. Damit ist es nun zur Kunst erhoben.
Ach, es gibt so viel am See zu entdecken, wenn man die Augen offen hält.

11/22/2017

11/22/2017

Tour d'Amour

Dießen ist diesen Herbst die Hauptstadt der Romantik. Gerade hat das Kleine Format gezeigt, wie man mit diesem Thema erfrischend kitschfrei umgehen kann. Diesen Freitag widmen sich im Maurerhansl Luise Loué und Stefan Noelle dem romantischsten aller Gefühle, der Liebe. Ebenfalls garantiert kitschfrei.

Die Liebe zwischen 8 und 88

Tour d'Amour im Maurerhansl, Diessen am Ammersee
Photo © Luise Loué
Die Schondorfer Künstlerin Luise Loué spürt schon lange dem Phänomen der Liebe hinterher. Sie sammelt Erinnerungsstücke, Kunstwerke und Basteleien, die für einen geliebten Menschen erschaffen oder aufbewahrt wurden. Es geht dabei um alle Facetten der Liebe, zwischen Partnern und Eheleuten, Eltern, Kindern, Geschwistern und Freunden.
In dieser Sammlung finden sich Exponate, deren romantische Ausstrahlung bislang völlig unterschätzt wurde, z. B. ein Fenchel.

Der romantische Fenchel

Bei dem Abend "Tour d'Amour" im Dießener Maurerhansl erklärt sie nicht nur, was es mit dem Fenchel auf sich hat, sondern zeigt auch andere Liebesobjekte und -geschichten.
Als Begleitung hat sie den Münchner Chansonnier Stefan Noelle dabei. Wer öfters in München ist, kennt vielleicht seine Konzertreihe "Das Lied zum Sonntag". Dabei lädt er Sonntags andere Liedermacher ins Turmstüberl im Valentin-Karlstadt-Musäum ein, um mit ihnen zusammen zu spielen. Noelle steht in der Tradition der Minnesänger, Chansonniers und Cantautori, aber er hat auch ein Herz für die Schlager der Dreißiger- bis Fünfzigerjahre.
"Die in jeder Zeile hörbare Liebe zur Sprache und ein eigenwillig-abgründiger Humor machen seine Lieder aus," schrieb die Süddeutsche Zeitung in einer Konzertkritik.
Letztes Jahr hat er unter dem Titel "Meinetwegen im Regen" seine erste CD herausgebracht. Auf dieser Platte findet sich übrigens auch ein Titel namens "Willst Du mit mir fencheln?".

„Tour d’amour“ mit Luise Loué und Stefan Noelle

Maurerhansl
Johannisstraße 7, Dießen am Ammersee
24. November 2017, 20:30 Uhr

11/18/2017

11/18/2017

Luxus auf dem Lande

Das Leben ist ungerecht, aber nicht immer zu unseren Ungunsten. Wir dürfen uns schon glücklich schätzen, dass wir an einem so schönen Fleckchen der Erde leben. Viele hier sind sicher dankbar, dass sie am Ammersee sind, und nicht nach Kabul, Harare oder Gelsenkirchen verschlagen wurden.

Die soziale Frage

Diese Ungerechtigkeit, dass es einige besser und viele schlechter erwischen, hat den russischen Schriftsteller Leo Tolstoi stark beschäftigt. Selber stammte er aus einer wohlhabenden Adelsfamilie. Nach ausgedehnten Reisen und Jahren in Moskau und St. Petersburg, verbrachte er das Ende seines Lebens auf dem Land, im Familiengut Jasnaja Poljana.
SUV am AmmerseeDie feudalen Zustände im zaristischen Rußland fand er unerträglich. Er spürte, dass sich eine Revolution anbahnte. Den kommunistischen Ideen konnte er allerdings nichts abgewinnen. Er wandte sich einem mystischen Christentum zu, sah die Lösung in Nächstenliebe und Askese.
Gegen Ende seines Lebens wurde Tolstoi von verschiedenen Seiten bedrängt. Von seiner Ehefrau Sofia, die das Erbe ihres Mannes von der Familie betreut sehen wollte; Von seinem Verehrer Wladimir Tschertkow, der aus Tolstoi's Gedanken die Lehre des Tolstojanismus entwickelte; Von seinem jungen Privatsekräter Walentin Bulgakow, der sich von Tschertkow's dogmatischen Ansichten immer mehr abgestoßen fühlte (und den Selbstmord von Sofia verhinderte); Von Zar Nikolaus II., der in ihm einen gefährlichen Umstürzler sah.
Dieses turbulente letzte Lebensjahr Tolstoi's zeigt der Spielfilm "Ein russischer Sommer", der am 19. November im Studio Rose zu sehen ist. Helen Mirren und Paul Giamatti spielen mit, zwei Schauspieler, denen man immer gerne zuschaut.

Ein russischer Sommer

19. November 2017, 18:00 Uhr
Studio Rose
Bahnhofstrasse
Schondorf am Ammersee

Wird das Leben unbezahlbar?

Über die Kluft zwischen Arm und Reich diskutiert auch der Stammtisch der Uttinger CSU am 28. November im Kramerhof, Riederau. "Können wir uns in Zukunft das Leben am Ammersee noch leisten?" fragen die Landtagsabgeordnten Eberhard Rotter und Alex Dorow, die Gemeinderäte Andreas Streicher (Utting) und Rainer Jünger (Schondorf), und Tobias Schürer vom gleichnamigen Autohaus in Dießen.

Keine Spendensammlung

Der Titel könnte missverständlich sein. Es geht nicht darum, dass sich die fünf Sorgen um ihren Lebensstandard machen, und an diesem Abend Spenden sammeln. Mit "wir" sind ganz allgemein die Menschen am Ammersee gemeint. Oder besser gesagt die Menschen, die keinen eigenen Grund und Boden besitzen. Wer hier Immobilien hat, der kann sich das Leben am Ammersee locker leisten. Er freut sich über Wertsteigerung und sprudelnde Mieteinnahmen.
Schwierig wird es für jene, die zur Miete wohnen und nur über ein kleines oder mittleres Einkommen verfügen. Was kann die Politik tun, damit auch für solche Menschen das Leben hier bezahlbar bleibt?

KommWFP und SoBoN

Da es sich um eine Veranstaltung der CSU handelt, wird man vermutlich das hohe Lied auf das KommWFP hören, das Kommunale Wohnraumförderungsprogramm der bayerischen Staatsregierung. Vielleicht kommen aber auch andere Konzepte zur Sprache, wie die sozialgerechte Bodennutzung (SoBoN), oder genossenschaftliche Wohnprojekte. Mit Eberhard Rotter sitzt jedenfalls ein kompetenter Mann am Tisch, denn er ist Leiter der CSU-Arbeitsgruppe Wohnungs- und Städtebau.

Können wir uns in Zukunft das Leben am Ammersee noch leisten?

28. November, 19:30 Uhr
Kramerhof
Ringstraße 4
Riederau/Dießen

11/14/2017

11/14/2017

Eines schönen Tages

Eines schönen Tages sitzt Patricia am Ammersee, bestellt sich einen Cappuccino und freut sich auf eine Fahrt mit dem Dampfer. Sie hat nur etwas vergessen, und geht noch einmal zum Auto zurück. Danach wird sie nie mehr gesehen.

Ein blutiger Krimi

Strandhaus Eching am Ammersee
So beginnt das Buch "Eines schönen Tages böses Ende" der Schondorfer Autorin Susanne Lücke-David. Wie man sich bei dem Anfang und dem Titel gut vorstellen kann, handelt es sich um einen Krimi. Ich lese normalerweise keine Krimis, aber bei diesem hier bin ich aus zwei Gründen gespannt.
Erstens weil Susanne Lücke-David eine Schriftstellerin ist, die sehr sorgfältig recherchiert. Das liegt ihr als erfolgreiche Sachbuchautorin (Die Baustile, Antike Mythologie) wahrscheinlich in der Natur. Diesmal hat sie sich die Praktiken der Fleischindustrie genauer angesehen. Im Buch führt die Spur der verschwundenen Patricia in bayerische Schlachthäuser. Es geht also recht blutig zu, aber nicht so, wie man das normalerweise von einem Thriller gewohnt ist.

Enthüllungen in Romanform

Zweitens sehe ich an der Bloggerin Susanne Lücke-David (ich habe sie hier einmal portraitiert), dass sie sich kein Blatt vor den Mund nimmt. Ihr Blog heißt nicht umsonst Nestbeschmutzer. Was immer sie bei ihren Recherchen zur industriellen Fleischverarbeitung herausgefunden hat, in diesem Buch wird es sicher unverblümt erzählt werden. Gut möglich, dass man für die Lektüre starke Nerven braucht, und zwar nicht nur wegen der Spannung.
Am 16. November wird Susanne Lücke-David ihr Buch zusammen mit der Buchhandlung Timbooktu in Schondorf präsentieren. Dabei gibt es sicher auch einige Hintergründe zu den Recherchen über die Fleischmafia und vielleicht ein paar Details, die im Buch nicht erwähnt werden konnten.
Wegen des großen Interesses wurde die Vorstellung von der Buchhandlung in das Landheim Schondorf verlegt, und zwar in den Vortragssaal im Hauptgebäude (Das Hauptgebäude ist das große Haus links am Platz, wenn man von der Bahnhofstrasse ins Landheim geht).

Buchpräsentation "Eines schönen Tages böses Ende"

16. November 2017, 19:30 Uhr
Landheim Schondorf
Vortragssaal Hauptgebäude
Schondorf am Ammersee

11/12/2017

11/12/2017

Sie wird kommen

Es kommt auch nach Schondorf, das Schreckgespenst mit 28 Buchstaben, die Straßenausbaubeitragssatzung. Es gibt schon lange die Vorgabe, dass Gemeinden von den Bürgern Beiträge für die Erneuerung von Straßen erheben sollen. Allerdings war dabei strittig, wie dieses "sollen" zu verstehen sei: Als klare Vorgabe ("Die Kompanie soll um 7:00 im Kasernenhof antreten") oder als Absichtserklärung ("Ihr Telephonanschluss soll nächste Woche installiert werden"). Seit letztem Jahr ist entschieden, dass es sich um ein Muss handelt.

Erst Einnahmen, dann Schulden

Teilnehmer der Herkomer Ralley am Ammersee
Der Hintegrund ist, dass die Kommunen nur ungern diese Beiträge einführen. Das kommt beim Bürger meistens nicht gut an, und könnte sich bei der nächsten Wahl rächen. Manche Gemeinden machen da lieber ein bisschen mehr Schulden. Das ist unauffällig, und die Konsequenzen eines wachsenden Schuldenberges werden erst sichtbar, wenn die eigene Amtszeit längst vorüber ist.
Um dem vorzubeugen wurde letztes Jahr eine entsprechende Änderung des Kommunalabgabengesetzes (KAG) von allen Parteien im bayerischen Landtag beschlossen. Schulden dürfen erst gemacht werden, wenn alle anderen Einnahmequellen ausgeschöpft sind. Oder anders herum: Auf einen Straßenausbaubeitrag kann eine Gemeinde nur verzichten, wenn sie keine Kredite braucht (ein eher hypothetischer Fall).
So werden in naher Zukunft auch in Schondorf und anderswo am Ammersee die Bürger an den Kosten der Straßenerneuerung beteiligt werden.

Unverschuldete Mehreinnahmen

Beliebt ist diese Abgabe logischerweise nicht. Niemand mag gerne für etwas bezahlen, das er bis jetzt gratis bekommen hat. Hier hilft sicher Transparenz. Die Gemeinde kann ja aufschlüsseln, wieviel bislang für die Straßensanierung aufgewendet wurde. Dem kann sie gegenüberstellen, was sie mit den – nicht gewünschten, aber sicher auch nicht unwillkommenen – Mehreinnahmen in Zukunft machen will.

Keine Luxussanierung

Ein zweiter Punkt ist die Sorge um die Ausgabendisziplin der Gemeinde. Wenn die Straßensanierung zu drei Vierteln von den Anwohnern bezahlt wird, ist das schon eine Versuchung. Da wird man bei den Kosten vielleicht recht großzügig, nach dem Motto "das Beste ist gerade gut genug". Hier braucht es einen wachen Gemeinderat, der der Verwaltung auf die Finger sieht, damit aus einer notwendigen Erneuerung keine Luxussanierung wird.
Wie nun genau die Kosten der Straßensanierung auf die Bürger umgelegt werden, darüber schreibe ich bei Gelegenheit einmal.

11/08/2017

11/08/2017

Die schöne Leere

"Wie fällt dir das nur immer ein?" werde ich manchmal zu meinem Blog gefragt. Stimmt gar nicht. Manchmal fällt mir nämlich gar nichts ein, zum Beispiel heute.

Ein milchiges Nichts

Der Ammersee an einem Morgen im Herbst
Ich hatte schon einen schönen Morgenspaziergang rund um das Landheim Schondorf, hinunter zum See. Die Luft war kalt, aber nicht unangenehm, ein bisschen Regen tröpfelte auf meinen Kopf, und die Landschaft war in diffuses Licht getaucht.
Alles still, milchig und leer, wie mein Gehirn. Das ist gar nicht unangenehm. Die Zen Buddhisten versuchen ja ganz bewusst diesen Zustand durch lange Meditationsübungen herbeizuführen.

Die reine Lehre von der reinen Leere

"Eine besondere Überlieferung außerhalb der Schriften,
unabhängig von Wort und Schriftzeichen:
unmittelbar des Menschen Herz zeigen,
die Natur schauen und Buddha werden.“
Das schrieb (vermutlich) Bodhidharma Anfang des 12. Jahrhunderts. Was ich da heute Morgen betrieben habe war also eigentlich gar kein Hundespaziergang, sondern ein Kinhin, eine Gehmeditation. Keine Musik, keine Tweets, keine Nachrichten, keine Paradise Papers, keine Koalitionsverhandlungen, keine Amokläufe. Auch keine Jogger oder Radfahrer im Wald, und keine Boote und Windsurfer auf dem See. Ungestört von äußeren Reizen döst mein Hirn vor sich hin.
Für diese völlige geistige Leere machen andere Leute lange Kurse, oder reisen nach Indien und Japan um sich Rat von großen Zen-Meister zu holen.
Es ist also überhaupt nicht schlimm, dass mir heute nichts einfällt. Mein Inneres wird schon gewußt haben, dass ich zwischendurch eine geistige Vollreinigung brauche.

11/05/2017

11/05/2017

Oh wie romantisch!

Nun ist sie leider schon wieder vorbei, die großartige Ausstellung "Das Kleine Format" in Dießen. Leitmotiv der Schau war heuer das Thema "Romantik", und einige der Werke dazu haben es mir besonders angetan.

Die Würde des Unbekannten

Im Prinzip ist ja jedes Kunstwerk ein romantisches Unterfangen. Der Künstler romantisiert, indem er "dem Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehn, dem Bekannten die Würde des Unbekannten gibt", wie Sepp Dürr in seiner Eröffnungsrede Novalis zitierte. Trotzdem habe ich die Konzentration auf das Thema bei manchen Kunstwerken stärker wahrgenommen als bei anderen.
Hier also eine streng subjektive Auswahl von sechs Arbeiten, in denen ich das Thema "Romantik" besonders stimmig umgesetzt fand.

Mythologie

Annunciata Foresti
Von Annunciata Foresti war viel als Organisatorin der Ausstellung die Rede. Ihre Rolle als Künstlerin geriet darüber fast ein bisschen in Vergessenheit. Dabei geben ihre kleinen Landschaftsportraits ganz wunderbar dem "Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehen", um noch einmal Novalis zu zitieren. Mit einer Mischung aus Photographie und Malerei schuf sie Bilder die wirken, als wären sie Antiquitäten, Fundstücke aus mythologischen Zeiten.

Rosen

Jürgen Oliver Blank
Die Rose ist sicher die romantische Blume schlechthin. Entsprechend oft ist sie auch schon dargestellt worden. Jürgen Oliver Blank schafft es trotzdem, dem Sujet einen frischen Blickwinkel zu geben. Statt zart und lieblich, wirken seine Rosen eher düster und ein bisschen morbide. Aber auch das Düstere ist ein Merkmal der Romantik.

Feuerwerk

Nuё Ammann
Ein Feuerwerk ist ohne Frage eine sehr romantische Angelegenheit. Nuё Ammann denkt den beseelten Moment weiter und untersucht poetisch das Danach. Ihre Installationen kombinieren Textfragmente mit den Überresten explodierter Böller. Dem Thema Romantik kann man sich also durchaus auch mit einer Prise Humor annähern.

Aeronautik

Gerd Hoffmann

1783 präsentierten die Brüder Montgolfier ihre "aerostatische Maschine", ein Heißluftballon der 2000 Meter hoch stieg. Das beflügelte die Phantasie der Romantiker, man denke z. B. an Jean Paul's "Des Luftschiffers Giannozzo Seebuch".
Bei Gerd Hoffmann sind diese Luftschiffe zarte Gebilde aus Draht und Papier. Ich weiß nicht, ob ich meine Höhenflüge diesen fragilen Konstruktionen anvertrauen möchte, aber wie Hoffmann sagt: „Man muss Risiken auf sich nehmen um fliegen zu können, sonst bleibt man ein Lebenlang Fußgänger.“

Lichtgestalten


Feen und Fabelwesen gehören natürlich unbedingt zur Romantik. Die Lichtkünstlerin Vanessa Hafenbrädl (aka Dieselqueen) zeigte ein Video einer ihrer Projektionen. Man sieht kreisende Lichtgestalten aus einer anderen Welt, die uns zuwinken, verlocken oder vielleicht auch warnen wollen.

Luftwesen

Nani Weixler
Die Fahnen aus Seidenorganza von Nani Weixler gehören eigentlich auch in den Bereich der Luftwesen. Die zarten Tücher sind genau das Gegenteil von gravitätischen Staats- oder Vereinsfahnen. An einem Tag spielte auch die Natur mit, und sorgte mit einem Regenbogen für die perfekte Hintergrundbeleuchtung.
"Erscheinungen sind vielleicht die Sympathien, welche die Natur mit dem Menschen hat", schrieb die Spätromantikerin Charlotte Brontë.

Interpretationen zur Farbe Blau

Das Kleine Format ist für heuer leider vorbei, aber im Dießener Blauen Haus geht es weiter. Aktuell ist dort die Ausstellung "Blau II" zu sehen. 50 Künstler vom Ammersee zeigen zeitgenössische Interpretationen zur Farbe Blau. Und damit schließt sich der Kreis zur Blauen Blume der Romantiker.

Blau II 

Blaues Haus, Prinz-Ludwig-Straße 23
Dießen am Ammersee
4. bis 20. November 2017
jeweils Mittwoch bis Sonntag, 10:00 – 18:00 Uhr
www.blaueshaus-diessen.de

11/01/2017

11/01/2017

Heute schon Hagalaz gesehen?

Wer heute am Schondorfer Rathaus vorbei gekommen ist, antwortet auf die Frage nach der Hagalaz-Rune vermutlich mit: "Ja, selbstverständlich." Der Brunnenstein vor dem Rathaus hat nämlich die Wasserrinnen in der Form dieser Rune. Aber auch wer noch gar nicht aus dem Haus gegangen ist, hat Hagalaz ziemlich sicher trotzdem gesehen.

Brunnen in Schondorf am Ammersee
Brunnen am Schondorfer Rathaus

Die Hagal Rune

Die Hagal oder Hagalaz Rune ᚼ ist ein Schriftzeichen des altnordischen Alphabets und entspricht dort unserem "H". Ich habe dieses Zeichen zum ersten Mal am Schondorfer Rathausbrunnen bewusst wahrgenommen (siehe Läuft's?). Die Wasserrinnen im Marmorblock sind nicht zufällig in diesem Kreuzmuster angelegt. Der Bildhauer Fabrizio Lorenzani hat bewusst dieses alte Zeichen verwendet.
Auf Esoterikseiten im Internet erfahre ich, Hagal diene zur Förderung der Fruchtbarkeit auf allen Ebenen, als Talisman für das Gedeihen von Vorhaben, und zur Harmonisierung und Bannung von Fremdeinflüsse. 

Fenster in Hagal-Form am ammersee
Güterhalle am Schondorfer Bahnhof

Der Blitzableiter

Gerade diese Bannung von Fremdeinflüssen ist angeblich auch der Grund, warum die Rune früher auf manchen Häusern zu finden war. In der Nähe des Daches angebracht, sollte ihre magische Kraft vor Blitzeinschlägen schützen. Das Gitter vor dem Fenster im Giebel der Güterhalle am Bahnhof soll deshalb diese Form habe.
Das sind zwei Hagal Runen in Schondorf, die ich kenne. Vermutlich kann man im Ort aber noch mehrere entdecken, wenn man mit offenen Augen durch die Straßen geht.

Das allgegenwärtige Symbol

Selbst wenn man aber die Augen nur starr auf einen Computer geheftet hat, ist die Hagal Rune trotzdem im Blick. Sie versteckt sich nämlich im Symbol für Bluetooth Netzwerke.
Dieser Standard für drahtlose Datenübertragung wurde 1999 in Norwegen festgelegt. Benannt ist er nach dem Wikingerkönig Harald. Der hatte anscheinend einen schlechten Zahn, und daher den Spitzname Blåtand = Blauzahn = Bluetooth.
Bluetooth ist heute in praktisch jedem Computer oder Smartphone integriert, um drahtlose Lautsprecher, Tastaturen oder andere Geräte anzubinden. Meistens findet sich das Symbol für diesen Funkstandard am oberen Bildschirmrand.  Es bildet sich aus zwei Runen, nämlich Berkano ᛒ und eben Hagalaz ᚼ.
Ich wundere mich direkt, dass das noch zu keinen Verschwörungstheorien geführt hat. Ist wirklich noch niemand auf die Idee gekommen, dass dahinter eine Konspiration der Illuminaten, der Reptiloiden oder der Freimaurer stecken könnte?

10/29/2017

10/29/2017

Höchstgeschwindigkeit braucht Geduld

Lichtschnelles Internet am Ammersee, Schluss mit der lästigen Warterei, Höchstgeschwindigkeit wie noch nie. Das ist das Versprechen des schnellen Internets über Glasfaser. Bevor es soweit ist, heißt es allerdings noch geduldig warten.

Verlegung Glasfaserkabel in Schondorf am Ammersee

Zäher Weg zur Quote

Die Entscheidung für den Glasfaserausbau in Schondorf war eine zähe Geschichte. Mehrmals wurde der Schlusstermin verschoben, bis zu dem sich 40% der Schondorfer für das Angebot von Deutsche Glasfaser entscheiden mussten. In einem letzten Kraftakt gelang es im Oktober 2016 genug Anwohner zu überzeugen (Tag der Entscheidung). Die Quote war geschafft, jetzt konnte es losgehen.
Im Frühjahr wurde damit begonnen, die Straßen aufzugraben und die Leitungen zu verlegen. Irgendwann klingelte der Trupp auch bei mir und verlegte das Leerrohr in den Keller. Einige Wochen später wurde die Glasfaser eingezogen und der Platz für den Hausanschluss festgelegt.

Graben für die Glasfaser

Als neulich Post von Deutsche Glasfaser in meinem Briefkasten war, dachte ich mir: "Ha, jetzt kommt das schnelle Internet". Das kommt aber noch nicht. Die Broschüre warb lediglich dafür, sich jetzt noch einen Anschluss zu sichern. Es gebe noch einen aller-aller-allerletzten Termin, um die Glasfaser kostenlos ins Haus zu bekommen, während "die Bauarbeiten zügig voranschreiten".
Von zügig voranschreitenden Bauarbeiten merke ich in Unterschondorf allerdings in den letzten Wochen nichts. Eher von einem lähmenden Stillstand. Die aufgerissenen Gräben sind immer noch mit Schotter bedeckt, an manchen Stellen auch mit einer dünnen Asphaltschicht überzogen.

Wunsch und Wirklichkeit

Dazu habe ich noch einmal auf der Deutsche Glasfaser Website nachgelesen: "Als Anlieger bekommen Sie von den Verlegearbeiten kaum etwas mit. Und wenn, dann sind die geringfügigen Beeinträchtigungen binnen kürzester Zeit wieder verschwunden."
Dass man von den Verlegarabeiten kaum etwas mitbekommt mag stimmen – solange man schwerhörig, kurzsichtig und bettlägrig ist. Ich jedenfalls habe die Grabungsarbeiten sehr deutlich bemerkt, und die Spuren davon sind noch längst nicht verschwunden. Das wird auch bis Ende des Jahres so bleiben, erklärte mir die nette Dame vom Servicepunkt in der Landsbergerstraße.

Bahngleis blockiert Glasfaser

Das Problem sei der Anschluss des Schondorfer Hauptverteilers im Eichet. Dazu muß das Kabel unter den Bahngleisen durchgezogen werden. Man bemühe sich intensiv um die entsprechende Genehmigung. Die deutsche Bahn würde aber immer neue Vorgaben machen, und habe den Antrag schon zweimal zurückgewiesen.
Das klang alles sehr einleuchtend. Vermutlich hat die Deutsche Bahn eine anderslautende, aber ebenfalls sehr einleuchtende Darstellung. Was nun immer die Gründe sein mögen, vor Jahresende ist nicht mit einem Abschluss der Arbeiten zu rechnen. Deshalb werden die Gräben erst einmal nur provisorisch geschlossen.

Start frühestens 2018

Solange das Netz noch nicht angeschlossen werden kann, nutzt Deutsche Glasfaser die Zeit um weitere Kunden zu gewinnen. Es können also noch Hausanschlüsse dazu kommen, und dafür will man die Straßendecke nicht erneut aufreißen. Bis alle Anschlüsse verlegt sind, bleibt es also beim Provisorium. Aus der Sicht der Firma ist das verständlich, für uns Schondorfer aber lästig.
Ab Januar könnte dann das Glasfasernetz in Schondorf in Betrieb gehen. Das ist zumindest die aktuelle Planung. Ob dieser Termin eingehalten wird, werden wir im neuen Jahr sehen.

10/25/2017

10/25/2017

Video: Musik und Tanz im Studio Rose

Auf die Eröffnung der Ausstellung von Lea Jade im Studio Rose hatte ich mich sehr gefreut (siehe Die Bewegung der Farbe der Töne) und ich wurde nicht enttäuscht. Ihr gemeinsamer Auftritt mit dem Tänzer Ugur Uzaroglu war ein eindrucksvolles Erlebnis. Ich habe versucht, etwas davon in einem Video einzufangen.
 

Aus Noten werden Bilder

Wie die Kunsthistorikerin Katrin Bach in ihrer Einführung detailliert erläuterte, ist Lea Jade Synästhetikerin. Farben rufen bei ihr automatisch Klänge ins Bewußtsein, und andersherum kann sie auch Töne als Farben wahrnehmen. Sie nutzt diese Begabung als Komponistin und als Malerin.
Mir persönlich ist es völlig egal, ob ein Kunstwerk von einem Synästhetiker, Astrophysiker oder Peripatetiker geschaffen wurde. Wichtig ist mir, welche Emotionen es in mir weckt. Lea Jade's Bildern gelingt die angestrebte Synthese von Licht und Klang. Die dichten, mehrfach geschichteten Temperafarben lösen bei mir musikalische Assoziationen aus, lassen mich an Rythmus und Melodie denken.
Eines dieser Bilder basiert auf dem Stück "Les Ondes Orientales" von Dhafer Youssef. Den Entstehungsprozess kann man in diesem Video verfolgen: https://youtu.be/Ps64egI2ji8

Orientalische Wellen

Bei der Eröffnung im Studio Rose übersetze Ugur Uzaroglu diese "orientalischen Wellen" in Bewegung. Sein Tanz wirkte in jedem Moment spontan und impulsiv. Trotzdem passte er so haargenau zu den Stimmungen der Musik, als hätte er es monatelang einstudiert.
Für ihn sei dieser Abend eine Premiere gewesen, erzählte mir der junge Tänzer später. Er habe zwar schon früher mit Lea Jade gearbeitet, aber noch nie ein 13 Minuten langes Stück als Improvisation getanzt.

Wie malt man Stille?

Am Ende spielte Lea Jade noch am Flügel eine Eigenkomposition zu ihrem Bild "Silence". Ich hätte gedacht, dass die Umsetzung von Stille ein hauptsächlich weißes oder ein größtenteils schwarzes Bild wäre. Im Gegenteil ist aber "Silence" eines der buntesten Bilder der Ausstellung. Erstaunlicherweise passt es aber trotzdem (oder deshalb?) zum Thema "Stille".
Es tut mir leid, dass die Qualität des Videos, speziell beim Auftriit von Ugur, recht mäßig ist. Das liegt daran, dass für den Tanz stimmungsvoll das Licht gedämpft wurde. Ich habe aber gesehen, dass die Performance auch mit einer professionellen Kamera aufgenommen wurde. Sobald dieses Video online gestellt wird, werde ich es hier verlinken.

Die Ausstellung im Studio Rose ist noch dieses Wochenende (28./29. Oktober) geöffnet. 

10/22/2017

10/22/2017

Schwarz, Gelb, Grün, Rot

Man beachte die Reihenfolge der Farben in der Überschrift. Das Ergebnis der Bundestagswahl 2017 war in Schondorf doch etwas anders, als im übrigen Bayern. Ich habe mir dazu auf www.bundestagswahl2017.bayern.de und wahl.lra-ll.de die jeweilige Stimmenverteilung angeschaut.

Bundestagswahl in Schondorf

Vergleich der Bundestagswahl Bayern und Schondorf
Der Ammersee liegt offensichtlich in Bayern. Auch bei uns war die CSU bei der Bundestagswahl klar die stärkste Partei. Allerdings musste sie auch hier kräftig Federn lassen. Gegenüber 2013 verlor sie gut zehn Prozentpunkte und kam knapp über 35%.
Auf dem zweiten Platz landete in Schondorf mit etwa 19% die FDP. Das überrascht wahrscheinlich niemand. Die Liberalen haben ihre Wähler traditionell in der gut situierten Oberschicht, die am Ammersee reichlich vertreten ist. Der Stimmenanteil ist dann hier auch fast doppelt so hoch wie im bayerischen Durchschnitt (10,2%).

Sexyness in der Politik

Die Wähler der Grünen haben, genau wie CSU und FDP, ein überdurchschnittliches Einkommen (DIW Studie Wählerschaft der Parteien). Dementsprechend hat auch diese Partei am Ammersee überdurchschnittlich gut abgeschnitten: 17,3% in Schondorf gegenüber 9,8% in Bayern.
Allerdings war das Verhältnis von arm und reich vor vier Jahren hier auch nicht viel anders. Trotzdem konnten die Grünen mit +4% gegenüber 2013 nochmals zulegen. Allerdings nicht so kräftig wie die FDP, die ihr Ergebnis seit der letzten Wahl fast verdoppeln konnte.
Ob das daran liegt, dass Herr Hofreiter in punkto Sexyness nicht ganz mit Herrn Lindner mithalten kann? Nein, es liegt sicher ausschließlich an den Wahlprogrammen.

Hohe Wahlbeteiligung

Es gibt übrigens Untersuchungen die zeigen, dass auch die Wahlbeteiligung mit der Einkommenssituation zusammenhängt. Das finanziell abgesicherte Bürgertum geht eher zur Wahl, als Menschen in prekärer Lebenssituation. Auch das bestätigt sich im wohlhabenden Schondorf. Mit 85,5% war die Wahlbeteiligung ein ganzes Stück höher als in Bayern (78,2%).

Verluste auch für die SPD

Wo heuer die FDP steht, war vor vier Jahren in Schondorf noch die SPD, nämlich bei etwa 17% der Stimmen. Heuer hat sie fast ein Drittel ihrer Wähler verloren, und 12% reichen nur noch für den vierten Platz im Wahlergebnis. Damit liegen die Genossen am Ammersee auch recht deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 15,3%.
Ein paar Stimmen dürfte die LINKE den Sozialdemokraten weggeknabbert haben. Sie haben ihren Anteil mehr als verdoppelt, und liegen mit 6% gut im Landesdurchschnitt.
Die AfD kam nicht annähernd an ihr bayernweites Ergebnis von 12,4% heran und musste sich mit 6,5% bescheiden.

Die Kleinen gehen unter

Die anderen Parteien spielen eine untergeordnete Rolle. Die Freien Wähler schafften es, das schlechte Ergebnis von 2013 noch zu untertreffen, und holten in Schondorf nur noch knapp über 1%. ÖDP, Piraten und Bayernpartei blieben deutlich unter dieser Marke und haben damit klar schlechter abgeschnitten als im übrigen Bayern.
Bei den anderen Parteien braucht man keine Prozente, sondern einzelne Stimmen zählen. 13 Schondorfer machten ihr Kreuzchen bei der verkrampften Spaßbewegung "Die Partei", 10 entschieden sich für Demokratie in Bewegung und neun für die Tierschutzpartei. Damit liegen sie alle noch um ein Vielfaches vor der NPD. Genau ein Schondorfer Wähler stimmte für die braune Truppe.

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